Werksbesuch bei Aston Martin: Vor dem topmodernen Gebäude steht ein hellblauer Vanquish.
Werksbesuch bei Aston Martin: Vor dem topmodernen Gebäude steht ein hellblauer Vanquish.
Der Grand Tourer ist auf dem Wasser so geparkt, als ob er auf Asphalt stehen würde.
Gegenüber wacht ein silber-strahlender Vantage über die heiligen Hallen des britischen Traditionsunternehmens.
Prachtvolles Empfangskommando: Aston Martin DB9 GT Cabrio, DB7 Zagato, DB6, DB4 und Vulcan.
Der olivgrüne DB4 glänzt durch seine klassischen Formen.
Wer hätte ein solches Prachtexemplar nicht gerne in der Garage stehen?
Den hier könnte man sich ins Wohnzimmer stellen: Aston Martin DB5 aus dem James Bond-Film Goldfinger im Kleinformat.
Vorbei am legendären Bond-Auto erwarten uns weitere Klassiker aus der 103-jährigen Firmengeschichte.
Er ist unser Gastgeber: John, oder einfach: das menschgewordene Firmenlexikon.
In der Produktionshalle werden alle Aston Martin gebaut.
Und das nach wie vor in Handarbeit. In der bisherigen Unternehmensgeschichte fertigte Aston laut John rund 70.000 Autos.
Die Armaturenbretter werden von Hand beledert.
Ganz ohne geht es nicht: Komplizierte Wabenstrukturen übernimmt die Maschine.
Logo-Variationen von Aston Martin.
Keine Ketten, Ohrringe oder Armbanduhren: An den Nähmaschinen und Sonstwo ...
... gilt stricktes Schmuckverbot.
Sicherheit wird auch bei Aston Martin ganz groß geschrieben. Für die Mitarbeiter gibt es regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen.
"Hier werden die Bezüge für den Vanquish gemacht, dort die für den Vulcan", sagt John. auto motor und sport-Reporter Andreas Haupt notiert.
So sieht ein Teil der fertigen Rückenlehne aus.
Wer bei Aston Martin arbeiten will, braucht eine ruhige Hand. Insgesamt beschäftigt das britische Unternehmen etwa 1.800 Angestellte.
In Gaydon werden alle Aston Martin erdacht, designt, entwickelt und produziert. Alles ist klinisch sauber.
Mit jedem Wort, das John ausspricht, merkt man, wie stolz er darauf ist, bei Aston Martin zu arbeiten. Andreas Haupt und ein französischer Kollege lauschen da gerne zu.
Rohes Chassis eines Aston Martin.
Die eingepackten Chassis warten darauf, ...
... mit Karosserieteilen beplankt zu werden.
Die Karosserie wird mit Greifern (Decke) am Chassis befestigt. Die Mitarbeiter versorgen die Maschine mit den Teilen und überwachen jeden einzelnen Schritt.
Die maschinelle Hilfe ist notwenig, weil ein Mensch niemals über 15 Minuten das betreffende Karosserieteil in derselben Position halten könnte, ohne zu verwackeln.
Der Paint Shop, also die Lackiererei, ist heute Tabu. Durchschnittlich soll es etwa 50 Stunden dauern, bis ein Aston Martin lackiert ist. "Es kann aber auch 200 dauern, wenn der Kundenwunsch extravagant ist", berichtet John.
Die lackierten Autos warten darauf, dass sie in der Assembly Line, der Fertigungsstraße, mit Leben gefüllt werden.
Stück für Stück fügt sich hier das Puzzle zusammen.
In den Innenraum wandern Mittelkonsole, Armaturenbrett, Sitze und Co.
Auch die Antriebskomponenten werden hier eingesetzt.
Sei es ein 4,7-Liter-V8 oder ein Sechsliter-V12.
Alle Prozesse sind perfekt eingespielt.
Motor, Getriebe, Feder, Dämpfer und Achsen müssen integriert werden.
Hier wartet jemand darauf, einem Aston endlich Feuer machen zu dürfen.
Wenn die Autos zusammengeschraubt sind, müssen sie noch ausführliche Tests über sich ergehen lassen.
Wir waren vor fünf Jahren bereits bei der Produktion des One-77 in Gaydon dabei. Das sind die Bilder:
In der Halle haben die Mitarbeiter viel Platz und vor allem Ruhe für die Arbeit am Supersportler.
Wobei man bei aus 77 Stück limitierten Supersportwagen Aston Martin One-77 auch nicht von Produktion sprechen kann.
sport auto-Redakteur Christian Gebhardt durfte sich in der Aston-Manufaktur im englischen Gaydon umschauen.
Design-Direktor Marek Reichman erklärt das Design des One-77: "Jedes Bauteil sollte wunderschön sein, aber auch gleichzeitig funktionell."
Im Showroom des Werks in Gaydon ist eines der 77 Exemplare des über 700 PS starken Astons zu sehen.
Schon in Genf wurde 2009 ein erstes "rolling chassis" des formschönen One-77 vorgestellt.
Design-Direktor Marek Reichman vor seiner Kreation. Der One-77 gewann 2009 den Designpreis als schönstes Auto beim Concorso d'Eleganza Villa d'Este.
Der Motor des One-77 wurde von Cosworth mitentwickelt. Der V12 leistet 750 PS und entwickelt ein Drehmoment von 750 Nm.
Das 7,3-Liter-Aggregat wurde mit einer Trockensumpfschmierung ausgerüstet.
Die Karbon-Keramik-Bremsanlage kommt von Brembo. Das ABS stammt von Conti Teves.
Der Heckspoiler fährt sich bei Tempo 120 automatisch aus und dient bei Hochgeschwindigkeitsfahrten der Stabilität.
Der Rohbau des One-77: Dank der extrem flachen Aufhängung und der tiefen Motorplatzierung ...
... sind die vorderen Kotflügel mit den Scheinwerfern ein Glanzpunkt am 450 PS starken Sportwagen.
Die Push-Rod-Anlenkung baut extrem flach, die Lenkung wurde zusammen mit ZF entwickelt.
Das Monocoque aus superleichtem Verbundstoff des Aston Martin wurde von Multimatic aus Kanada geleifert.
Das Cockpit ist schon weitgehend fertiggestellt. An der Aluminiumkarosserie fehlen nun noch die Türen ...
... die aber bereits für den Einbau parat stehen.
Die edlen Armaturen zeugen von wertiger Ausstattung. Bei einem Preis von etwa 1,5 Millionen Euro ist das ein Muss.
An der Karosserie ist die Typenbezeichnung dezent und elegant vermerkt.
Im Aston Martin One-77 werden mit Leder bezogene Schalensitze den Piloten bequem ans Ziel bringen.
Die Karbon-Schalensitze sind von Sparco. Im Werk in Gaydon wird das Leder von Hand genäht.
Der letzte Schliff: Nach der Fertigstellung wird der Lack des "Sunset Cars" Aston Martin One-77 poliert.