Das spannendsten Mittelmotor-Duell dieser Tage: Der Lotus Exige S kämpft gegen den Porsche Cayman GT4 in der Sportcoupé-Liga.
Das spannendsten Mittelmotor-Duell dieser Tage: Der Lotus Exige S kämpft gegen den Porsche Cayman GT4 in der Sportcoupé-Liga.
Getestet wurde auf dem kleine Kurs in Hockenheim.
Etwas verzögert konnten wir unseren geplannten Vergleichstest jetzt durchziehen. Grund für die Verspätung: Uns wurden von Porsche keine Testwagen zur Verfügung gestellt. Wir vermuten, dass in Zuffenhausen der Respekt vor der Exige S bis jetzt noch zu groß war.
Zur Konkurrenz in der Sportcoupé-Liga zählen unter anderem der Nissan GT-R, die Corvette Stingray, das BMW M4 Coupé, der Porsche Cayman GTS und die Lotus Evora S IPS.
Der heckgetriebene Porsche macht den Anfang: Mit einem 3,8-Liter-B6 Saugmotor und 385 PS schießt er nach vorne. Das sind 35 PS mehr als in der Lotus.
Laut Werk schafft es der Porsche Cayman GT4 in 4,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und macht 295 km/h in der Spitze.
Was sie bei Porsche von Lotus lernen können? Richtig viel Gewicht einsparen.
Im Lotus lauert ein 3,5 Liter V6 Kompressor mit 350 PS. Ebenfalls ein Hecktriebler mit manuellem Sechsganggetriebe. Alternativ gibt es die Lotus auch mit einem Automatikgetriebe. Wir sagen trotzdem: Einen Lotus kauft man nur als Handschalter!
Die Lotus Exige S knackt die Tempo 100 Marke laut Hersteller in 4,0 Sekunden und ist damit 4 Zehntel schneller als der Porsche. 274 km/h ist ihre Höchstgeschwindigkeit.
Was sie bei Lotus von Porsche lernen können? Fahrwerke richtig abstimmen.
Innenbelüftete Keramikbremsen beim Porsche.
Mindestens 85.776 Euro werden für den Porsche Cayman GT4 fällig.
Der Porsche kommt mit einem Leistungsgewicht von 3,6 kg/PS und schluckt durchschnittlich 13,9 Liter auf 100 Kilometern.
Das optionale Race Pack behinhaltet neben dem Lotus Dynamic Performance Management (DPM) mit den vier Fahrprogrammen Touring, Sport, Race und Off auch eine sehr gut funktionierende Launch Control.
Das Leistungsgewicht beträgt beim Lotus 3,3 kg/PS und der durchschnittliche Verbraucht liegt bei 15,3 Litern auf 100 Kilometern.
Heckansicht: Der starre Spoiler wirkt etwas klobig.
Im GT4 findet man Adaptive Dämpfer und Torque-Vectoring-System mit mechanischer Quersperre.
Im Porsche Cockpit: Bei 4.750 Nm liegt das maximale Drehmoment von 420 Nm an. Die Höchstdrehzahl beträgt laut Hersteller 7.400 Umdrehungen.
Die optionalen Carbon-Vollschalensitze gibt es für 2.802 Euro. Sie stammen ursprünglich aus dem 918 Spyder und wurden speziell an den GT4 angepasst.
Manuelles Getriebe mit knackiger Schaltung, nur die Gangübersetzungen könnten kürzer sein. Nach Drücken der Sporttaste auf der Mittelkonsole streut der GT4 beim Runterschalten automatisch perfektionistische Zwischengassalven ein.
Optional gibt es ein Sportlenkrad und spezielle Türverkleidung für die Lotus Exige S. Neu: DPM-Drehregler statt Startknopf, sowie neues Design von Tacho- und Drehzahlmesser.
Im Lotus Cockpit: Premium Pack Sport mit Sportsitzen. Der Einstieg ist aber etwas umständlich und erfordert eine Klettereinlage.
Im Vergleich zum Porsche-Getriebe hakelt sich der Exige-S-Schaltstock immer noch etwas ungelenk durch die Schaltwege.
Der V6-Kompressor mit 350 PS liegt unter einer Motorabdeckung aus Glas.
Sportwagen wie Porsche Cayman GT4 oder Lotus Exige S muss man einfach lieben. Wer neben hoher Querdynamik noch etwas Alltagskomfort sucht, nimmt den GT4. Puristischer als im Lotus ist man derzeit in keinem anderen Coupé unterwegs.
Der GT4 versägt die Lotus mit einer Rundenzeit von 1.10,4 Minuten auf dem kleinen Hockneheimkurs. Mit 1.11,6 Minuten bleibt der Exige S deutlich hinter dem Porsche zurück. Daran ändert auch der 215 Kilo Gewichtsvorteil nichts.