Kann Peugeot mit dem neuen 308 den Bestsellern in der Kompaktklasse ernsthaft Paroli bieten?
Kann Peugeot mit dem neuen 308 den Bestsellern in der Kompaktklasse ernsthaft Paroli bieten?
Die stärkste Diesel-Version HDI 135 trifft auf VW Golf 2.0 TDI und Opel Astra 1.9 CDTi.
Nominell führt der Opel mit 150 PS das Feld an, gefolgt vom VW mit 140 PS.
Der Herausforderer Peugeot kommt auf 136 PS.
Man will den Klassenbesten ans Leder â also dem VW Golf das Leben schwer machen und auch der Nummer zwei, dem Opel Astra, Käufer wegschnappen.
Das Kräftemessen findet in der Zweiliter-Dieselklasse statt, in der die Franzosen wegen ihrer Vorreiterrolle in Sachen Partikelfilter mit einem Imagevorteil starten.
Geht es um zeitgemäßes, schaltfaules Fahren in den oberen Gängen, ergibt sich ein klassisches Patt ...
... denn auch hier fährt keiner dem anderen in der Praxis davon
Ausgewogenheit ist die Stärke des Golf.
Er federt gut, liegt prima und hat Temperament.
Sein Motor arbeitet aber sehr unkultiviert.
Bei höheren Touren nehmen Vibrationen und Geräuschpegel geradezu aufdringliche Ausmaße an.
Der VW Golf legt mit mustergültigen Fahreigenschaften, nahezu neutralem Kurvenverhalten, ...
... hoher Stabilität in Wechselkurven, guter Traktion und tadellosem Geradeauslauf die Messlatte sehr hoch.
Der 2.0 TDI bringt 320 Nm bei 1.750/min.
Angemessene 7,4 Liter Dieselkraftstoff pro 100 Kilometer verbrannte der Golf im Testbetrieb.
Aufgeräumtes Cockpit, ...
... solide Verarbeitung.
Glasklar gezeichnete Instrumente ...
... erleichtern die Ãbersichtlichkeit.
Für das Navigationssystem müssen zum Grundpreis von 25.260 Euro nochmal 2.750 Euro hinzugerechnet werden.
Sitzeinstellung an der Seite.
Separater Schalter für die Entriegelung der Tankklappe.
Beim Umklappen der Rücksitzlehnen bleiben die Kopfstützen stecken.
Gutes Versteck für Kleinkram: Netz unter der Heckablage.
Der Kofferraum fasst 350 Liter ...
... und lässt sich auf maximal 1.305 Liter ausreizen.
Opel Astra 1.9 CDTi Cosmo: Mit einem Grundpreis von 25.450 Euro ist er der teuerste des Trios.
Mit seinem kräftigen Antritt und der spontanen Leistungsentfaltung kann er sehr gut mithalten.
Allerdings darf man auch beim Opel-Vierventiler mit Common-Rail-Technik nicht mit gepflegten Manieren rechnen.
Die harte Fahrwerksabstimmung bringt zudem Komforteinbußen mit sich ...
... und beeinträchtigt das Handling des Astra auf schlechten Fahrbahnen.
Beim Topspeed hat der Astra die Nase vorne.
Die Bremswerte sind dagegen die schwächsten im Test.
Auch bei den Verbrauchswerten liegt der Rüsselsheimer hinter der Konkurrenz.
Temperamentvoller und drehfreudiger, aber unkultivierter Diesel.
Sattsam bekannt und in zahlreichen Vergleichen bereits herausgearbeitet sind jedoch die Karosseriequalitäten von Golf und Astra.
Der Astra gefällt mit mit der umfangreicheren Serienausstattung.
Zu der gehört sogar ein Navigationsgerät mit kleinem Bildschirm.
Kein Nutzwert: Start-Stop-Knopf anstelle des Zündschlüssels.
Der Tempomat ist serienmäßig, der Hebel sehr wackelig.
Einfach: Kofferraumvergrößerung durch Umklappen der Rücksitzlehnen.
Standardmaß des Gepäckabteils: 380 Liter, ...
... erweiterbar auf maximal 1.300 Liter.
Da hat es der 308 nicht leicht.
Er tritt in der HDi FAP 135-Variante mit Sport Plus-Ausstattung an.
Kostenfaktor: 24.150 Euro Grundpreis.
Erst über 4.000 Touren klingt der Vierzylinder kernig, aber bis dahin hat man ja meist schon den nächsten Gang eingelegt.
Diese angenehme Kultiviertheit macht kleinere Antriebs-Defizite wie etwa das leicht verzögerte Ansprechen auf Gas ...
... oder die nicht ganz so präzise Führung des Schalthebels locker wett.
Und wie sieht es mit dem Verbrauch aus?
Mit 7,5 L/100 km liegt er auf Augenhöhe mit den beiden Konkurrenten.
Bei den Fahrdynamik-Versuchen überzeugte der Peugeot 308 mit einem sehr gutmütigen Fahrverhalten ...
... und Bestzeiten im Vergleich.
Der Vierzylinder von Peugeot arbeitet mit Vierventiltechnik, Ausgleichswellen und Common-Rail-Einspritzung.
Der 308 braucht sich nicht zu verstecken, bietet er doch eine gute Serien- und die beste Sicherheitsausstattung dieses Trios.
Kräftig abgeflachtes 308-Armaturenbrett mit Klapp-Monitor, auf Wunsch lederverkleidet.
Weiße Zifferblätter und spiegelnde Gläser erschweren schnelles Ablesen.
Die Schalter in der Konsole erreicht man nur mit leichter Verbeugung.
Aber der Peugeot wartet mit einigen Eigenarten und insgesamt zu vielen Schwächen auf.
Die stark geneigte A-Säule etwa: sie behindert lange Personen beim Ein- und Ausstieg.
Beim Umklappen der Rücksitze ist es ratsam, die Kopfstützen zu entfernen. Nur so lassen sich die Vordersitze wieder weit genug zurückfahren.
Im Kofferraum ist Platz für 348 Liter Gepäck.