Statt ausgeflippter Kleinsportler bauen sie in Frankreich inzwischen mit Vorliebe gedämpftere – welche wie Renault Mégane GT, Citroen DS4 und den neuen Peugeot 308 GT. Erfolgsrezept oder nur Mut zur Krücke?
Statt ausgeflippter Kleinsportler bauen sie in Frankreich inzwischen mit Vorliebe gedämpftere – welche wie Renault Mégane GT, Citroen DS4 und den neuen Peugeot 308 GT. Erfolgsrezept oder nur Mut zur Krücke?
Alte Haudegen wie der Renault Clio V6 oder der Citroën Visa Mille Pistes stehen für diese wilde französische Vergangenheit, heutzutage wird die Sportlichkeit lieber verklausuliert.
Hier im Bild hinten, aber preislich der teuerste: der Peugeot 308 GT THP 205 ...
... kostet ab 29.950 Euro, der Citroen DS4 ab 29.800 Euro. Trotz meister Power ist der Renault Mégane GT mit 25.700 Euro der billigste.
Bei Peugeot unterscheidet man drei verschiedene Sport-Varianten: GT, GTI und R. Vermutlich sollte der 308 ursprünglich ein GTI werden, die Ingenieure in Sochaux waren sich aber nach Probefahrten höchstwahrscheinlich einig, dass der Wagen nie und nimmer des GTI-Zeichens würdig ist.
Neben einer Steigerung der Motorleistung wurde der 308 GT um 10 Millimeter tiefergelegt, eine optionale Sportfunktion für verbessertes Ansprechverhalten und knackigeren Klang ist nun ebenfalls vorhanden.
Fürs erste stellt der 308 GT nun also die Speerspitze der Baureihe. Besonders überzeugend präsentiert er sich dabei aber nicht.
Im Vergleich zur Konkurrenz bietet der Peugeot den zahmeren Motor. Trotzdem macht auf der Rennstrecke nur er richtig Spaß ...
... und gefällt ab und zu sogar durch ein wenig übersteuern.
Der 1.6-Liter-Turbo leistet 205 PS und verfügt über ein maximales Drehmoment von 275 Nm.
"Ein etwas hochgesetzter, aber nicht geländetauglicher, Coupé-ambitionierter, aber viertüriger […] Ableger des C4." So beschrieb Kollege Sebastian Renz den DS4, weil keiner in so recht einzuordnen wusste.
Der Vierzylinder ist der gleiche wie im Peugeot 308 GT, spricht zackig an und schafft auf Geraden fast romantische Gefühle zum DS4.
Doch wenn der Citroën beim Geradeauslauf endlich richtig Feuer fängt, geht die nächste Kurve dazwischen ...
... und der DS4 torkelt dank leieriger Lenkung ziemlich unentspannt durch den Kurs.
Aus Gründen des Jugendschutzes muss deshalb eine detaillierte Rennstreckenanalyse beim DS4 leider ausbleiben. Kurz: Der Testpilot war nicht besonders angetan.
Der gleiche Motor wie im peugeot 308 GT leistet hier aber nur glatte 200 PS.
Renault hat momentan tatsächlich noch ein stärkeres Modell auf Lager, den R. S. Und die riesigen Unterschiede werden im Test deutlich.
Der Renault Mégane GT ist mit einem straffen Fahrwerk und einem guten Vorwärtsdrang gesegnet, seine 220 PS sind der Spitzenwert im Test.
Eine schwammige Lenkung sowie das nicht exakt arbeitende Getriebe erwecken den Eindruck, ...
... dass die Performance des Wagens mit Absicht etwas heruntergeschraubt wurde, um eine klare Abgrenzung zum großen Bruder R. S. zu schaffen.
Problematisch ist im Mégane aber vor allem das ESP: Es lässt sich nicht komplett ausschalten, agiert übervorsichtig und greift so ein, dass der zackige Punch des Motors nicht gut genutzt werden kann.
Der starke Vierzylinder ist tatsächlich die einzige sportliche Komponente im Renault Mégane GT.
Durch sportlich designte Felgen ...
... setzen alle drei Wagen Akzente ...
... und betonen in dieser Hinsicht auf jeden Fall ihre sportlichen Ambitionen.
Das kleine Lenkrad im Peugeot ist ein wahrer Antörn-Faktor und vermittelt Agilität und Aggressivität.
Die Sportsitze bestehen aus einem Leder-Alcantara-Mix und sind mit roten Ziernähten versehen.
Durch das kleine Lenkrad lassen sich die Instrumente gut ablesen.
Das in zwei Rundinstrumente aufgeteilte Armaturenbrett vermittelt durch Rote leuchten einen sportlichen Look.
Navigationssystem mit Touch-Oberfläche.
Im Sportmodus strafft sich das Fahrwerk spürbar, akustisch legt der kleine Franzose eine Schippe drauf.
Als Lifestyle-Gag macht der Citroën DS4 eine gute Figur, als Kompaktsportler eher weniger.
Sitzmassagen und eine Panoramascheibe sind nett und komfortabel, richtig sportlich ist das aber alles nicht.
Digitale Rundinstrumente in knalligem Blauton.
Viele Schalter auf der Mittelkonsole.
Trotz einer gehörigen Portion Frankophilie kann sich das Testteam für den DS4 nicht besonders erwärmen. Daran ändert auch die manuelle Sechs-Gang-Schaltung nichts.
Auch im Cockpit des Renault Mégane GT mühen sich rote Nähte und CfK-Imitat, Stimmung zu erzeugen.
Sitzfläche aus Stoff, Rest aus Leder.
Schlichte, analoge Rundinstrumente beim Renault Mégane ...
... und eine leicht zu bedienende Mittelkonsole.
Trotz manuellem Sechs-Gang-Getriebe und Spaß versprechenden 220 PS, müht sich auch der Renault mehr schlecht als Recht, den Anspruch "Kompaktsportler" gerecht zu werden.
Das Herumgehacke auf den drei Franzosen ist natürlich auch immer in Relation zu setzen: Im Vergleich zu den wilden Vorgängern und ehemals radikalen Straßenräubern sind diese drei Kompakten einfach zu zahm und jedes Modell für sich zu einseitig.
Rundenzeiten Kleiner Kurs: Citroën DS4 mit 1.21,2 Minuten, der Renault Mégane GT mit 1.20,8 Minuten. Rennstreckenkönig bleibt der spaßigste der drei, der Peugeot 308 GT mit einer zeit von 1.19,8 Minuten.