Seit 13 Jahren treffen sich die Vollgastreter auf einem schwäbischen Sportflugplatz zum Speed-Duell. An der Spitze des vielfältigen Starterfelds: Autos mit über 1.000 PS.
Seit 13 Jahren treffen sich die Vollgastreter auf einem schwäbischen Sportflugplatz zum Speed-Duell. An der Spitze des vielfältigen Starterfelds: Autos mit über 1.000 PS.
Die äußeren Bedingungen: eher schlecht, Nebel, sechs Grad, feuchte Bahn. Trotzdem ist die Fahrzeugschlange mittlerweile richtig lange: 220 Teilnehmer haben gemeldet, 190 sind da.
Das Starterfeld könnte dabei nicht unterschiedlicher sein. Getunte Muscle-Cars duellieren sich...
... mit Eigenbau Hot-Rods, modernen Sportlern...
... und absurd starken Umbauten. Ein Reglement gibt’s nicht, ob mit oder ohne Straßenzulassung, ist egal. Die einzige Vorschrift lautet: Helm- und Gurtpflicht für den Fahrer.
Auf der 402,34 Meter langen Quartermile duelliert sich somit so ziemlich alles, was vier Räder hat.
Das Duell Tesla Model S gegen BMW M4 geht klar zugunsten des lautlosen Revoluzzers aus.
Jetzt donnert ein Ford Five Window Coupé von 1934 zum Vorstart. Der Lack ist ab, Rost ziert die Karosse.
"Schau an, die Schrottkischt", so der Vater schwäbelnd zum Sohn...
...unwissend, dass Besitzer Josef Pfanzelt 750 PS aus dem frei liegenden Kompressor-V8 quetscht.
Die 63er Heckflosse von Tom Zellner bietet statt 80 PS aus vier Zylindern einen 500-PS-V8.
Drei Jahre hat er an dem grauen Benz gearbeitet, rund 1.400 Stunden und so manche Euros investiert. "Die Flosse ist ein 63er, so wie ich", lacht Zellner.
Von ganz anderem Kaliber - der Golf von Daniel Kakoschke.
Dessen Golf 2 leistet 1.085 PS. "Die Basis ist ein 2,9-Liter-VR6, also der Zweiventiler mit 190 PS aus dem Golf 3", lächelt der 29-jährige Leverkusener, der den ehemals 98 PS starken Golf Syncro komplett ausgebeint hat.
Auf dem Dragstrip battlen sich nicht nur vierrädrige Kuriositäten. Die Zweiräder sind mindestens genau so spektakulär.
Aber es müssen keine vierstelligen PS-Zahlen sein, um Spaß zu haben. Michael Hädickes Fiat Cinquecento leistet 280 PS.
Optisch ist der Bimotor-Kleinwagen, nun ja, suboptimal. Dafür hocken unter den Hauben zwei turbogeladene Punto-Vierzylinder. "Auf dem Prüfstand war ich nie, aber 140 PS dürfte jeder Motor haben.
Jetzt sollen Semislicks montiert werden, aber die Radschrauben sind zu lang. Eine Flex hat niemand im Gepäck, also geht’s den Bolzen mit einer Eisensäge an den Kragen.
Im Fahrerlager können die Fans hautnah an die Boliden ran. Wie viel PS? Wie teuer? Welche Zeit? Berührungsängste Fehlanzeige, weder bei den Teilnehmern noch bei den Zuschauern.
Für 50 Euro Startgeld darf jeder so oft Gas geben, wie er will – oder wie die Technik mitmacht.
Serious business. Dieser auf den Dragstrip optimierte Audi TT trägt einen Bremsschirm in der Tasche am Heck.
Neben speziell aufgebauten Viertel-Meile-Racern, sind auch moderne Premium-Sportler gern gesehene Gäste beim Flugplatzblasen.
Es muss nicht immer Golf sein, wie dieser Monster-Colt beweist.
Solch ungleiche Paarungen mit oftmals überraschendem Ende sind die Besonderheit des Events.
Da kann es auch mal zum Generationentreffen kommen. Der leichte E30 sprintet dem M235i zunächst davon.
Die Gölfe als Sieganwärter: kein Wunder bei einem Leistungsgewicht von rund 1,0 kg pro PS. Infos zum Event 2016 auf flugplatzblasen.de/
Nach neun Sekunden hat der Golf IV von Markus Hegna Tempo 260 km/h auf der Uhr.
1.129 PS nennt der Schwabe Dafür braucht es viel Ladedruck und fette Turboschläuche.
"Wir dürfen zwar keinen Kleber verwenden, dafür geht die Startbahn leicht bergab" Oliver Harsch, Veranstalter