Hätten Sie gewusst, dass Volkswagen Mitte der Sechzigerjahre einen Viertürer-Kombi mit Sechszylinder-Heckmotor entwickelt hat?
Hätten Sie gewusst, dass Volkswagen Mitte der Sechzigerjahre einen Viertürer-Kombi mit Sechszylinder-Heckmotor entwickelt hat?
Das Lenkrad stammt von Porsche, ebenso Teile des Fahrwerks. Die breite Beifahrer-Sitzbank bietet Platz für einen dritten Passagier.
Der EA 128 mit luftgekühltem Sechszylinder-Boxermotor war als Oberklasseauto für die USA gedacht, kam dann aber nicht.
Turbo-Pioniere: Chevrolet brachte im Corvair (1962, rechts) einen Turbomotor in Serie. Der hielt jedoch nicht. Saab machte die Technik standfest und nahm 1977 mit dem 99 Turbo den Downsizing-Gedanken vorweg: weniger Hubraum, weniger Zylinder und die gleiche Leistung wie ein Sechszylinder. Frühes Drehmoment ermöglichte souveränes Fahren mit niedriger Drehzahl.
Helden der Massenmotorisierung Europas: Opel Kadett, Fiat Topolino und Citroën 2CV stehen ganz selbstverständlich im Zeithaus-Depot, denn das Museum zeigt die Entwicklung des Automobils und beschränkt sich nicht auf die Geschichte Volkswagens.
Ein Bugatti Royale steht ganz in der Nähe von Kadett, Topolino und 2CV. Der Royale war 1926 das größte, schnellste, luxuriöseste und teuerste Auto. Nur sechs Exemplare wurden gebaut.
Minimalisten: Mit einem Prototyp des Einliterautos (links) fuhr Piëch 2002 zu seiner letzten Hauptversammlung als Vorstandsvorsitzender von Volkswagen nach Hamburg. Auf der 237 Kilometer langen Route verbrauchte die Carbonzigarre 0,89 Liter je 100 Kilometer. In der Mitte steht die Studie und rechts daneben der XL1, den VW in einer Kleinserie baute und an Kunden verkaufte.
Für den Antrieb des 290 Kilogramm leichten Autos mit einem Cw-Wert von 0,159 genügte ein Saugdiesel mit 8,5 PS aus einem 300-Kubik-Zylinder.
Ein Hongqi CA-770, den der damalige Volkswagen-Chef Hahn 1990 von Funktionären des chinesischen VW-Partners bekam, überragt die umstehenden Autos mit seiner gewaltigen Karosserie, die an US-Straßenkreuzer der 50er-Jahre erinnert. Kurios: Die Außenspiegel stammen von einem Mercedes 190E der Baureihe W201.
Den Hongqi „Rote Fahne“ hatte Mao Zedong entwickeln lassen. FAW fertigte die Repräsentationslimousine in Changchun für hohe Repräsentanten.
Den Hintensitzenden bietet der Hongqi plüschigen Luxus.
Die Technik – V8-Motor, Leiterrahmen – war schlicht und von russischen ZIL und amerikanischen Chrysler abgeschaut. Zwischen 1965 und 1981 entstanden 847 CA-770.
VW baute ab 1985 mit dem Kooperationspartner SAIC den Santana in China und hatte damit großen Erfolg: Bei Behörden und Taxifahrern hatte der China-Passat bis zu 73 Prozent Marktanteil.
Bis 2023 produzierte die Shanghai Volkswagen Auto Corp. sechs Millionen Santana.
Einer der letzten Santana 3000 steht im Depot, er lief zuletzt im Werksverkehr im Komponentenwerk Salzgitter.