Opel ist bereit für das Comeback auf die große Motorsport-Bühne. In Estoril hat der Astra TCR die letzten Testfahrten abgespult.
Opel ist bereit für das Comeback auf die große Motorsport-Bühne. In Estoril hat der Astra TCR die letzten Testfahrten abgespult.
Zusammen mit Technikpartner Kissling Motorsport wurde der Kompaktsportler auf Herz und Nieren getestet.
Noch im Februar sollen die ersten Fahrzeuge an Kundenteams ausgeliefert werden.
Mit dem italienischen Rennstall Target Competition konnte bereits ein hochkarätiges Kundenteam gefunden werden. Die Mannschaft aus Südtirol konnte im Jahr 2015 die Meistertitel in der internationalen TCR-Serie feiern.
Während der letzten Testfahrten befassten sich die Techniker mit der Basisabstimmung, um die maximale Performance am Astra TCR heraus zu kitzeln.
Wichtig ist dabei das penible Austarieren des mechanischen Grips über Chassis und Räder sowie des aerodynamischen Grips, welcher maßgeblich durch Heckflügel und Frontsplitter erzeugt wird.
Auch in Sachen Dauerhaltbarkeit steht der Astra TCR gut da. Das über Schaltwippen am Lenkrad betätigte sequenzielle Sechsgang-Getriebe der französischen Spezialisten von Sadev funktioniert ohne Probleme.
Besonderes Augenmerk legte Opel auf die ausgeklügelte Konzeption der Vorderachse.
Sämtliche Längs- und Querkräfte bei einem TCR-Fahrzeug, neben dem Bremsen und Lenken also auch die Beschleunigung, wirken auf die Vorderräder. Das geht auf den Verschleiß.
Der Auspuff unter dem Diffusor wirkt etwas winzig dimensioniert. In der TCR geht es allerdings nicht um die Optik sondern um bezahlbaren Motorsport.
Um sicherzustellen, dass jeder Hersteller ein konkurrenzfähiges Rennfahrzeug auf die Rennstrecken bringen kann, werden die Autos durch ein Balance of Performance-System eingebremst.
Die beiden "Balance of Performance"-Stellschrauben in der TCR sind Motorleistung und Gewicht, wobei die Motorenleistung über die Elektronik, das sogenannte "Mapping", kontrolliert wird.
Im Innenraum hat der Tourenwagen nichts mehr miit einem Serienfahrzeug gemein. Rennsporttechnik vom Feinsten.
Der 2-Liter-Vierzylinder-Turbomotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und Multipoint-Einspritzung hat seine Standfestigkeit bereits im Langstreckensport bewiesen. Im TCR-Trimm liefert der 16-Ventiler 330 PS bei einem maximalen Drehmoment von rund 420 Newtonmetern.
Die vom renommierten Hersteller AP stammende Bremsanlage des Astra TCR lässt extrem späte Bremspunkte zu. Dafür sorgen 378-Millimeter-Bremsscheiben und Sechskolben-Bremssättel vorne sowie 265-Millimeter-Bremsscheiben und Zweikolben-Sättel hinten.
Schon in der Debütsaison der TCR kamen Opel-Fahrzeuge zum Einsatz. Allerdings handelte es sich damals um das zweitürige Cup-Auto, das nur mit Ausnahmegenehmigung dabei sein durfte.
Das Fahrzeug war notdürftig auf das TCR-Reglement umgerüstet worden. Der neue Astra TCR wurde dagegen von Anfang an speziell für die aufstrebende Rennserie entwickelt.