Nordschleifen-Rock: Vier kompakte Sportler treten im sport auto-Vergleich gegeneinander an.
Nordschleifen-Rock: Vier kompakte Sportler treten im sport auto-Vergleich gegeneinander an.
Von links nach rechts: Ford Focus ST, VW Golf GTI Performance, Renault Mégane R.S., Opel Astra OPC
Beginnen wir mit dem VW Golf GTI. Er tritt mit dem Performance-Paket an.
Ready for take off: Willkommen, Pflanzgarten!
Wenn GTI, dann Schalter: So präzise und knackig wie das manuelle Sechsganggetriebe arbeiten die Schaltgetriebe der Vergleichstestkonkurrenz nicht.
Traditionelles Karo-Muster, gute Sitzposition und angenehmer Seitenhalt sind Kennzeichen der GTI-Sitze.
Alter Bekannter: Der bekannte Turbo-Vierzylinder namens EA 888 bekam einen neuen Zylinderkopf und leistet in der Performance-Version 230 PS.
Fast etwas verschämt blitzen die kurzen Endrohre unter dem Golf hervor.
Performance-Paket: Neben Differenzialsperre gibt‘s eine rundum innenbelüftete Bremsanlage und größere Bremsscheiben (340 mm vorn, 310 mm hinten, Basis-GTI: 314 mm vorn, 300 mm hinten).
Weiter geht's mit dem gelben Blitz aus Rüsselsheim, ...
... dem Opel Astra OPC.
Der Rüsselsheimer Renner gelingt gleich zu Beginn der Nordschleife die höchste Kurvengeschwindigkeit.
Hier prescht der Astra OPC in einer Attacke voll über den Curb nach der Eiskurve.
Im OPC-Cockit nervt nichts, bis auf das hakelige Sechsganggetriebe. Bei schnellen Schaltvorgängen kracht es auch schon mal im Gebälk. Lenkung: direkt, aber etwas leichtgängig.
Perfekt für die Nordschleife: sehr guter Seitenhalt und sehr gute Sitzposition.
Während der Turbo-Vierzylinder mit 280 PS im unteren und mittleren Drehzahlbereich gut Druck macht, geht ihm nach oben etwas die Luft aus.
Die großen Auslässe der Endrohre sind beim Astra OPC in einer Art Spoiler unter der Heckschürze integriert.
Perfekt für den Ring: Pirelli P Zero mit gutem Gripniveau, bissige Brembo-Bremsanlage mit konstant bleibendem Druckpunkt, sehr gut abgestimmte ABS-Regelung für den Grenzbereich.
Als nächster Kandidat darf der Franzose ran:
Der Renault Mégane R.S. Leider kam er ohne Cup-Paket zum Ring.
Renault Mégane bei Wippermann/Eschbach, hier riecht's beim 24h-Rennen am stärksten nach Bier und Bratwurst.
Das Komfort-Paket lässt den Franzosen sehr weich und damit fast untauglich für die Nordschleife werden.
So soll es sein: Die Lenkung liefert eine gute Rückmeldung und arbeitet nicht zu leichtgängig. Übersichtliches Cockpit, knackiges Sechsganggetriebe.
Für die Nordschleife sollten es besser Schalensitze sein. Gibt’s zum Glück optional.
Faucht gut: Seit 2012 leistet der Vierzylinder-Turbo nicht mehr 250, sondern 265 PS. Die Leistungssteigerung wurde durch eine Anhebung des Ladedrucks von 1,25 auf 1,5 bar erzielt.
Im Renault Mégane ist nur ein zentrales Endrohr in der Heckverkleidung angebracht.
Da wäre mehr gegangen: Ohne Cup-Paket mit mechanischer Differenzialsperre, breiterer Bereifung und geschlitzten Bremsscheiben geht der Mégane R.S. auf der Nordschleife unter.
Als letzter im Viererbunde darf der Ford Focus ST auf die Nordschleife.
Das Sportfahrwerk ist tendenziell etwas zu weich abgestimmt.
Geht Quiddelbacher Höhe bis Flugplatz mit vollem Speed?
Beim Anbremsen wird das Focus-Heck leicht unruhig und fängt zu tänzeln an, was der Fahrer gefühlvoll ausgleichen muss.
Ohne aktiviertes ESP kann sich der Focus ST oft nicht zwischen Unter- und Übersteuern entscheiden.
Etwas verbaut: Das Instrumentenbrett wirkt in der Mitte etwas unübersichtlich, dafür finden sich emotionale, analoge Anzeigen für Öldruck, Öltemperatur und Ladedruck.
Die Sitzposition ist mit zu stark angewinkelter Sitzfläche etwas unbeqeum.
Klingt gut: Zwei-Liter-EcoBoost-Vierzylinder mit 250 PS und sattem Klang, wenn auch etwas künstlich durch einen Sound-Symposer erzeugt.
Ford verbaut im sportlichsten Focus ein zentrales Endrohr in Doppel-Optik.
Da fehlt was: 18-Zoll-Räder, innenbelüftete Bremsscheiben nur vorn. Statt der elektronisch simulierten Pseudo-Sperre "Torque Vectoring Control" wäre eine mechanische Sperre wünschenswert.
So sieht die Reihenfolge der kompakten Ring-Rocker aus: Auf Platz 1 fährt der Opel Astra OPC, dicht gefolgt vom VW Golf GTI Performance. Es folgen Ford Focus ST und Renault Mégane R.S. auf den Rängen 3 und 4.