Nissan Leaf, Renault Fluence Z.E. und Volvo C30 Electric - das Angebot an E-Autos wächst. Jetzt müssen sie im Test beweisen, ...
Nissan Leaf, Renault Fluence Z.E. und Volvo C30 Electric - das Angebot an E-Autos wächst. Jetzt müssen sie im Test beweisen, ...
... ob sie für den Alltag taugen und wie weit sie kommen. Überraschungen sind garantiert.
Der Nissan Leaf liefert die konsequenteste Vorstellung, seit es Elektromobile gibt.
Platzangebot, Ausstattung und Verarbeitung überzeugen genauso wie die Fahrleistungen des 280 Nm starken Japaners.
Auf der Minusseite bleiben aber die system-typischen Nachteile: geringe Reichweite vor allem im Winter und mit 36.990 Euro sehr teuer.
Der Renault Fluence Z.E. basiert auf dem Stufenheck-Mégane, setzt also auf Großserientechnik, die tadellos funktioniert.
Trotz 4,75 Meter Länge bietet der Renault Fluence Z. E. keine üppigen Platzverhältnisse.
Interessant ist das Finanzierungsmodell: Der Fluence kostet ab 25.690 Euro, die Batterie gibt es zeit- und streckenabhängig ab 82 Euro Monatsmiete.
Der Volvo C30 Electric ist mit seiner gelungenen Ergonomie und dem starken Antrieb der Fahrdynamiker dieses E-Trios.
Im Gegensatz zum verspielt-digitalen Ambiente des Leaf macht der C30 auf nordisch kühl und elegant.
Käuflich ist er leider nicht. Nur 250 Exemplare sollen für jeweils drei Jahre und 40.716 Euro europaweit verliehen werden.
"Die Technik funktioniert tadellos, das Problem ist die Batterie: zu groß, zu teuer und eine zu geringe Kapazität." Joachim Deleker zum Entwicklungsniveau der Elektroautos.
Der Nissan Leaf ist der einzige im Test, der nicht auf einem Großserienmodell basiert - so erklärt sich auch das futuristische Cockpit.
Klassische Zeigerinstrumente gibt es im Leaf nicht, hier herrschen die Digitalanzeigen.
Das Cockpit des Renault Fluence Z. E sieht da gleich viel sachlicher aus.
Geschwindigkeit und Ladezustand der Akkus werden per Zeigerinstrumente angezeigt.
Etwas edler, aber genauso wenig futuristisch zeigt sich der Volvo C30 Electric von innen.
Auch hier wird der Fahrer konventionell über Geschwindigkeit und Ladezustand auf dem Laufenden gehalten.
Die größte Angst der Verbraucher: Unterwegs mit einem E-Auto liegenbleiben - und keine Strom-Zapfsäule in Sicht.
Bei 23 Grad Außentemperatur brachte es der Nissan Leaf auf eine Reichweite (TSECC) von 126 Kilometern.
Damit wird die Werksangabe von 175 Kilometern nicht erreicht. Das Gepäckabteil des Leaf verkraftet 330 bis 680 Liter Gepäck.
Der Renault Fluence Z. E. brachte es bei 23 Grad Außentemperatur auf eine Reichweite (TSECC) von 135 Kilometern.
Damit wird die Werksangabe von 185 Kilometern nicht erreicht. Das Gepäckabteil des Fluence fasst 317 Liter Gepäck.
Ebenfalls bei 23 Grad Außentemperatur kommt der Volvo C30 Electric auf eine Reichweite (TSECC) von 106 Kilometern.
Damit wird die Werksangabe von 150 Kilometern nicht erreicht. Das Gepäckabteil des Volvo fasst 251 bis 894 Liter Gepäck.
Um eine besonders realistische Reichweitenmessung von E-Autos zu ermöglichen, entwickelte auto motor und sport zusammen mit den Spezialisten vom TÜV Süd einen temperaturkontrollierten Test. Als Basis dient dabei der neue TÜV Süd E-Car-Cycle (TSECC), der sich deutlich näher als die Messung nach der ECE-Norm R101 (NEFZ) an der realen Fahrpraxis von Elektroautos orientiert.
Zur praktischen Durchführung des Zyklus wurden zunächst Strecken mit dem erforderlichen Testprofil digitalisiert und auf dem Rollenprüfstand in Heimsheim unter exakt reproduzierbaren Bedingungen ausgefahren. Besonders interessant sind die Testzyklen bei 23 und minus sieben Grad Celsius. Der Niedrigtemperaturtest mit eingeschalteten elektrischen Verbrauchern (Heizung und Licht) zeigt den massiven Reichweitenverlust im Winter.
Neuer Europäischer Fahrzyklus (NEFZ): Die zackige Form des NEFZ (ECER101) für die EU-Norm-Messung zeigt es schon: Der auch für Autos mit Verbrennungsmotor verwendete Zyklus ist ein eher theoretisches Konstrukt mit sehr geringer Durchschnittsgeschwindigkeit.
TÜV Süd E-Car-Cycle (TSECC): Für den TSECC wurden reale Strecken digitalisiert. Daraus wurde ein Zyklus mit einer Mischung aus Stadt-, Land- und Autobahnanteil mit einem Durchschnittstempo von 60 km/h generiert. Hoher Rekuperationsanteil.