Der Mercedes SLS AMG stellt sich der deutschen Sportwagenelite. Kann er sich im Vergleichstest gegen die Supersportler von Porsche und Audi durchsetzen?
Der Mercedes SLS AMG stellt sich der deutschen Sportwagenelite. Kann er sich im Vergleichstest gegen die Supersportler von Porsche und Audi durchsetzen?
Mit einem Grundpreis von 177.310 Euro ist der Mercedes SLS AMG der teuerste in diesem Test. Für den 911 Turbo S verlangt Porsche mindestens 173.241 Euro, der Audi R8 kostet 151.800 Euro.
Unterschiedliche Konzepte dreier Supersportler, doch einträchtige Höchstgeschwindigkeiten zwischen 315 und 317 km/h.
Unter der Heckklappe des Porsche 911 Turbo S faucht ein 3,8-Liter-Boxermotor, der dank heftiger Aufladung eine Leistung von 530 PS erreicht.
Mercedes setzt beim SLS AMG auf ein Front-Mittelmotor-Konzept und platziert den wuchtigen 6,2-Liter-V8 (571 PS) zwischen Fahrer und Vorderachse.
Im Heck des Audi R8 5.2 FSI Quattro arbeitet ein freizügig atmender, kultivierter V10-FSI (525 PS) mit klarer Hochdrehzahl-Affinität.
Während der Porsche 911 Turbo S und der Audi R8 über alle vier Räder angetrieben werden, setzt der Mercedes SLS AMG auf reinen Heckantrieb.
Seine Insassen katapultiert der Porsche 911 Turbo S in 3,1 Sekunden auf Tempo 100. In 10,5 Sekunden ist die 200-km/h-Marke erreicht.
Das knackige Handling des 530-PS-Elfer gehört zur Serie. Beim Nutzen der Quer- und Längsdynamik hilft das Torque-Vectoring an der Hinterachse.
Trotz der üppigen und edlen Ausstattung im Porsche 911 Turbo S bleibt die Leichtigkeit des Fahrens erhalten.
Durch die feine ESP-Absicherung bleibt der Mercedes SLS AMG auch in schnellen Kurven stets neutral. Die 100 km/h-Marke ist nach 3,9 Sekunden erreicht.
Der Frontmotor-SLS vermittelt das Gefühl, mit der Sraße zu verschmelzen. Auch bei Nässe reagiert er vorhersehbar.
Der Einstieg in den Flügeltürer erfordert eine gewisse Gelenkigkeit. Im Falle eines Überschlags können die Türen weggesprengt werden.
Der ab 120 km/h automatisch ausfahrende Heckspoiler generiert bei 200 km/h einen minimalen Abtrieb von rund acht Kilogramm.
Die R-Tronic wechselt die Gänge so roh, dass sich der 1,7-Tonner in schnellen Kurven regelrecht verkrampft.
Die Sportsitze im Audi R8 sind bequem und bieten aureichend Seitenhalt. Schalensitze schlagen mit 2.870 Euro zu Buche.
Der selbstständig ausfahrende Heckspoiler des Audi R8 sorgt ab 100 km/h für mehr Abtrieb auf der Hinterachse.
Kopf an Kopf absolvieren die drei Supersportler die Fahrdynamik-Tests; bester Bremser: der Mercedes SLS AMG.
Die serienmäßige Keramikbremsanlage bringt den Porsche 911 Turbo S aus 100 km/h nach 35,1 Metern zum Stehen.
Käufer des Mercedes SLS AMG müssen für die fest zupackende Keramikbremsanlage noch einmal 11.305 Euro drauflegen. Bremsweg aus 100 km/h: 34 Meter.
Wer den Audi R8 5.2 FSI mit der optionalen Bremsanlage aus Keramik ausstattet, muss mit Mehrkosten von 8.820 Euro rechnen.
In diesem Vergleichstest sieht die Konkurrenz den Porsche 911 Turbo S von hinten - wenn auch nur knapp.
Typisches Porsche 911er-Cockpit mit serienmäßigem Navigationssystem, zentralem Drehzahlmesser und Stoppuhr.
Die sieben Gänge des serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebes PDK lassen sich auch per Lenkradpaddel wechseln.
Sachlicher Innenraum mit perfekter Sitzposition im Mercedes SLS AMG. Das Innenraum-Styling fällt gegen das äußere stark ab.
Vorne der Knauf zum Wählen der verschiedenen Schaltprogramme, hinten der Startknopf des V8-Triebwerks.
Stilisiertes Fahrermonocoque mit engem Fußraum im Audi R8. Navigationssystem und B&O-Anlage sind Serie.
Beim Thema Verbrauch herrscht annähernd Gleichheit. Im Testmittel ließen sich die drei Supersportler ihren Durst mit rund 16 Litern stillen.
Der durchweg begeisternde Mercedes SLS AMG landet nur knapp hinter dem Supersportler aus Zuffenhausen.
Der Audi R8 schafft den Spagat zwischen Komfort und Performance, verliert mit seiner ruppigen R-Tronic aber wichtige Punkte.