Mit dem SLK setzte Mercedes Mitte der 90er einen Klappdach-Trend. Nach rund 20 Jahren ist der wieder abgeebbt, doch der Pionier steht immer noch hoch im Kurs.
Mit dem SLK setzte Mercedes Mitte der 90er einen Klappdach-Trend. Nach rund 20 Jahren ist der wieder abgeebbt, doch der Pionier steht immer noch hoch im Kurs.
Er punktet als Youngtimer mit seiner Verarbeitungsqualität - auch nach fast 20 Jahren befinden noch viele SLK in gutem Zustand.
Die Heckpartie erinnert an die C-Klasse. Von ihr stammt die Technik - und auch die Neigung zum Rost. Die mittleren bis späten 90er-Jahre waren kein Ruhmesblatt für Mercedes in Sachen Rostvorsorge.
Trotz seiner guten Winterqualitäten dank Blechdach wurden allerdings viele SLK nur in den wärmeren Monaten bewegt - nach solchen Exemplaren sollte man auch suchen, wenn man einen SLK kaufen möchte.
Luxus statt Reduktion: Der SLK imitiert mit seiner reichhaltigen Ausstattung im Innenraum seinen großen Bruder, den SL.
Die Sitze geben guten Seitenhalt, ohne einzuengen, an der Rückwand helfen praktische Haken, Jacken oder Einkäufe zu verstauen.
Iris findet das elegante, durchgestylte Cockpit besonders gelungen.
Erinnerung an einen Ahnen: Chromumrandete Instrumente im Retrolook, die den 190 SL zitieren.
Aus dem Coupé wird in rund 25 Sekunden ein schnittiger Roadster.
Zunächst öffnet sich der Kofferraumdeckel nach hinten.
Danach klappt das Element mit der Heckscheibe nach unten, das Dachelement hebt sich.
Nachdem sich nun die beiden Dachelemente an ihre plätze begeben haben, klappt der Kofferraumdeckel wieder nach vorne.
Der Kofferraum des Mercedes SLK fasst im geschlossenen Zustand 348 Liter. Ein Rollo schafft Platz für das Dach.
Das gefaltete Vario-Dach braucht viel Platz im Kofferraum - nur 145 Liter bleiben im aufgeklappten Roadster übrig.
Werfen wir einen Blick auf den Motor: Der Zweiliter-Sechzehnventiler mit zwei Nockenwellen überzeugt mit kräftigem Antritt und guter Laufruhe.
Akustisch ist er hingegen keine große Bereicherung der Automobilwelt.
Das Basistriebwerk leitet 136 PS bei 5.500/min und stemmt 190 Nm bei 3.700 bis 4.500/min auf die Kurbelwelle.
1270 kg: Für einen solide gebauten offenen Mercedes mit Stahl-Faltdach sind die 1270 Kilogramm des SLK 200 ein ordentlicher Wert. Deshalb ist man auch mit der Basismotorisierung und deren 136 bulligen PS mehr als zügig unterwegs.
Das genügt für eine Höchstgeschwindigkeit von 208 km/h und einen Sprint in 9,3 s auf Tempo 100. Wer es etwas sportlicher mag, kann den 230 Kompressor wählen, der mit 193 PS und 280 Nm irund 2 s schneller auf 100 beschleunigt und 231 km/h rennt.
Dank seiner direkten Lenkung und aufwändigen Fahrwerks mit doppelten Dreiecks-Querlenkern vorn und Raumlenkerachse hinten macht das Kurvenräubern mit dem Mercedes SLK viel Spaß und vermittelt ein sicheres Gefühl.
Sicherheit wird groß geschrieben - typisch Mercedes: Zwei Überrollbügel schützen die Passagiere.
Bei Dritthandautos ist der Originalzustand mittlerweile eher eine Rarität. Die Serienfelgen wichen oft fragwürdigen Zubehör-Alus, Tieferlegung und optische Individualisierungen durch Anbauteile sind weit verbreitet.
Ingenieurskunst: Das Vario-Dach faltet sich auseinander. Korrekterweise muss man allerdings noch anmerken, dass Peugeot mit dem 401 im Jahr 1934 das erste Klappdach-Cabriolet auf den Markt brachte.
Wer sich heute für einen Mercedes SLK interessiert, muss mit etwa 7.900 Euro für ein Zustand 2-Exemplar rechnen (SLK 200), mäßige Autos kosten etwa 2.600 Euro.
Mit 85.321 Exemplaren ist der 230 Kompressor mit Automatikgetriebe die beliebteste Kombination gewesen. Am seltensten ist der 354 PS starke SLK 32 AMG, von dem nur 4.333 Autos gebaut wurden.
Dank der großen Stückzahlen kann man seinen Traum-SLK recht einfach finden. In den großen Online-Automobilbörsen sind deutlich mehr als 1.000 Mercedes SLK zu finden.
Der R170-SLK wurde 2004 von dem R171 abgelöst, der allerdings in der um rund 1 Jahr kürzeren Produktionszeit nicht die Produktionszahlen seines Vorgängers erreichte.
Seit 2011 läuft die dritte Generation des SLK mit dem Baureihencode R172 vom Band. Rund 165 kg Mehrgewicht gegenüber dem UR-SLK werden mit einer deutlich stärkeren Motorpalette kompensiert. Einstiegstriebwerk ist der Turbo-1,8-Liter mit 184 PS.