Mit dem ersten T-Modell holte Mercedes den Kombi aus der Handwerkerecke.
Mit dem ersten T-Modell holte Mercedes den Kombi aus der Handwerkerecke.
Der Lademeister der Baureihe 123 ist auch rund 40 Jahren nach seiner Premiere noch ein idealer Alltagsklassiker.
Ein Grund dafür: Dem 123er gelingt sie gut, die charmante Verbindung von Stil und Variabilität, Prestige und Pragmatismus.
Klappt man die Sitzfläche nach oben und die Lehne nach vorne, entsteht ein großer Laderaum.
Auch als Doppelbett lässt sich das Gepäckabteil des 123er-T-Modells gut nutzen.
123er-Nomenklatur: Die Kombis der Baureihe 123 tragen den Buchstaben "S", die Limousinen "W", die Coupés "C", die Langversionen "V" und die Sonderausführungen "F" vor der Ziffernfolge eins-zwei-drei.
Die Motorenpalette reicht vom Zweiliter-Vierzylinder mit Vergaser und 94 PS bis zum 2,8-Liter-Reihensechszylinder mit bis zu 185 PS. Die Selbstzünder mit 2,0 bis 3,0 Liter Hubraum und einer Leistung von 54 bis 125 spielten noch nicht so eine große Rolle beim T-Modell.
Empfehlenswert ist der 2,3-Liter-Vierzylinder M102 mit Einspritzung: Er ist ein durchzugsstarker und treuer Begleiter und sorgt noch heute für ausreichende Fahrleistungen.
Zudem liegt der Verbrauch mit Werten um 9 bis 12 Litern im Alltagsbetrieb im grünen Bereich. Automatikversionen liegen rund einen Liter darüber.
Willkommen daheim: Klassisches Mercedes-Ambiente, hier mit Zeituhr statt aufpreispflichtigem Drehzahlmesser, dazu Velourspolster, Sitzheizung, Klima und Automatik sorgen für lässigen Fahrkomfort.
Gern genommenes Extra beim T-Modell ist das große Stahlschiebedach.
Lifestyle-Kombi: Damals galten die bis zu 1.500 Liter Ladevolumen des S123 schon als ordentlich, wenn auch nicht überbordend viel. Denn ein Wartburg 353 Tourist konnte schon mit 1.800 Litern trumpfen.
Allerdings kann das T-Modell einen großen Einsatzbereich abdecken: Zwei Fahrräder passen locker hinein. Die Laufräder raus, und die Hunde finden auch noch Platz.
Mit dem W123 befindet sich Mercedes genau im Bereich des Übergangs von dem bis in die 70er-Jahre reichenden Chromzeitalters hin zu den 80er-Jahren mit Kunststoffanbauteilen.
Die Dachreling glänzt mit ihren Rundrohren noch herrlich - beim Nachfolger W124 wurde sie durch ein grauschwarzes, profiliertes Pendant ersetzt.
Die Fuchs-Barock-Leichtmetallfelgen kommen beim 123er am besten zur Geltung.
Fazit von Michael Orth: "Tja, was tun? Am besten mehr als einen 123er haben. Dann kann man es halten wie früher mit den Hosen: Eine ist für gut, die anderen für werktags...
Fast schon fällt es nämlich ein bisschen schwer, einem so schönen T-Modell den Alltag zuzumuten. Keine Frage, der Mercedes meistert ihn. Aber bitte nicht lieblos verbrauchen."
Wer sich heute für ein Mercedes T-Modell der Baureihe 123 entscheidet, muss mit rund 10.000 € für ein Zustand 2-Exemplar rechnen (230 TE), die 200er-Vergaser liegen rund 2.000 € darunter, das Topmodell 280 TE um den gleichen Betrag darüber. Im Zustand 4 geht's bei rund 1.000 € los.