Beim Master-Test blickt die europäische Testcrew diesmal auf das Kleinwagen-Segment.
Beim Master-Test blickt die europäische Testcrew diesmal auf das Kleinwagen-Segment.
Elf Modelle mit rund 90 PS starken Benzinmotoren stellen sich einem aufwendigen Vergleichsprozedere.
Mit von der Partie: die 1,4-Liter Benziner Fiat Grande Punto, Renault Clio, VW Polo, Seat Ibiza, Ford Fiesta, Skoda Fabia, Opel Corsa, Nissan Micra, Hyundai Getz, Peugeot 207 und der Toyota Yaris 1.3 VVT-i.
Alle Fahrdynamik-Versuche, Brems- und Beschleunigungsmessungen wurden auf der Teststrecke der Dekra am Lausitzring durchgeführt.
Ihre subjektiven Fahreindrücke konnten die internationalen Tester dann bei der rund 1.000 Kilometer langen Vergleichsfahrt über Autobahn und Landstraße nach Südfrankreich zum Michelin-Prüfgelände in der Nähe von Nîmes gewinnen.
Bei Tests im Labor und im Lichtkanal mussten die Scheinwerfer Licht ins Dunkel bringen.
Eine Nachtausfahrt stand ebenfalls auf dem Programm.
Nach der Feinjustierung wurden alle Scheinwerfer im Hella-Lichtkanal begutachtet.
Renault Clio 1.4 16V: 98 PS, 8,5 L/100km, 13.550 Euro. Bestes Auto im Test.
Vor allem Raumangebot und Fahrkomfort des 3,99 Meter langen Franzosen überzeugen.
Ähnliches gilt für die Fahreigenschaften.
Sowohl bei Testfahrten auf der Straße als auch bei den Fahrversuchen auf abgesperrtem Terrain gehört der Clio zu den Schnellen und Sicheren.
VW Polo 1.4 16V: 80 PS, 7,9 L/100km, 13.725 Euro. Der Polo ist stets vorn mit dabei.
Die Summe aus problemlosen Handling, ansprechendem Komfort und Platzangebot bringt ihn nach vorn.
Unauffällig, aber beständig fährt der Polo auf den zweiten Rang.
Ebenfalls Pluspunkte kassiert der laufruhige, elastische Motor, der seine 80 PS effektiv umsetzen kann.
Der Tacho endet bei 220 km/h âtatsächlich sind 173 km/h das höchste der Gefühle.
Das in ganz Europa grundsätzlich aufpreispflichtige ESP greift in kritischen Situationen sanft und hilfreich ein.
Seat Ibiza 1.4 16V: 85 PS, 7,8 L/100km, 13.350 Euro. Platz drei für den flotten Spanier.
Fahrwerk und Motor des Ibiza sind sportlicher abgestimmt als die der Konzerngeschwister.
Emotionen vermitteln: So lautet der Auftrag der Spanier im VW-Konzernverbund.
Und der zum Test angetretene Ibiza erfüllt ihn wunschgemäß.
Kompakter Karosserieschnitt, direkte, präzise Lenkung, straffe Fahrwerksabstimmung und die breiten 205er-Reifen ergeben den gelungensten Dynamik-Mix im Vergleich.
Fiat Grande Punto 1.4 16V: 95 PS, 8,1 L/100km, 12.950 Euro. Der Punto ist erwachsen geworden, Grande ist Programm.
Platzangebot, Raumgefühl, großzügig geschnittene Sitze und Fahrkomfort des 4,03 Meter langen Fiat sind eine halbe Klasse von klassischen Kleinwagen wie Nissan Micra oder Ford Fiesta entfernt.
Bei den Fahrdynamiktests reicht es dagegen nur für das Mittelfeld.
Skoda Fabia 1.4 16V: 75 PS, 7,6 L/100km, 11.090 Euro. Ein weiterer Kandidat aus dem VW-Konzern.
Kurz vor seiner Ablösung im Frühjahr 2007 kommt der erfolgreiche Kleinwagen aus Tschechien beim Master-Test auf einen fünften Rang.
Der Skoda verzeichnet beladen wie unbeladen längere Bremswege, ist etwas langsamer und bietet die lückenhaftere Sicherheitsausstattung.
Kopf- und Seitenairbags fehlen ebenso wie eine flächendeckende Ausrüstung mit einem Bremsassistenten oder ESP.
Opel Corsa 1.4: 90 PS, 7,7 Liter/100km, 14.600 Euro. Der neue Corsa gehört zu den fahrsichersten Autos seiner Klasse.
Ob Slalom oder schneller Spurwechsel - der Opel zeigt der Konkurrenz, was geht.
Top-Ergebnisse auch beim Bremsen, speziell auf unterschiedlich griffigem Belag ...
... sowie eine hervorragende Vorstellung bei der Fahrdynamik stehen auf der Habenseite.
Wenig Sympathien kassiert der Motor, dessen 90 PS sich subjektiv nur im Datenblatt finden.
Peugeot 207 90: 88 PS, 8,0 L/100km, 13.150 Euro. Der 207 nur auf Platz sieben.
Ein selbstbewusster Auftritt und die üppigen Außenabmessungen können nicht verhindern, dass der Nachfolger des langjährigen Kleinwagen-Darlings 206 im Master-Test nur im Mittelfeld landet.
Dabei hätte der Peugeot mit seiner speziell bei hohem Tempo exakten Lenkung und dem niedrigen Geräuschniveau gute Anlagen zum langstreckentauglichen Allrounder.
Schwach: Die Bremsleistung bleibt mit Werten von 41 Metern und darüber klar hinter der Konkurrenz zurück.
Dabei hätte der Peugeot mit seiner speziell bei hohem Tempo exakten Lenkung und dem niedrigen Geräuschniveau gute Anlagen zum langstreckentauglichen Allrounder.
Wie bei allen Modellen im Test, steht das ESP auch hier auf der Optionsliste.
Blinkalarm: Die Anschnallerinnerung funktioniert, jedoch beschweren sich viele Fondpassagiere über zu geringe Beinfreiheit.
Toyota Yaris 1.3 VVT-i: 87 PS, 8,0 L/100km, 13.750 Euro. Durchwachsenes Ergebnis für den kleinen Japaner.
Mäßige Verarbeitung und schlechte Rundumsicht stören ebenso wie das schlecht ablesbare Zentraldisplay.
Seine hervorragende Bremse setzt jedoch Maßstäbe.
Sicherheitsausstattung, Variabilität und die verschiebbare Rückbank bringen ebenfalls Pluspunkte.
Großzügige Spaltmaße und teils billig wirkende Kunststoffteile im futuristisch gestalteten Cockpit mit dem gewöhnungsbedürftigen LED-Zentralinstrument kosten wiederum Punkte.
Ford Fiesta 1.4 16V: 80 PS, 8,0 L/100km, 13.390 Euro. Im Vergleich mit aktuellen Mitbewerbern wirkt der Fiesta angestaubt.
Zwar ist der leichtgewichtige Fiesta bei Fahrdynamik und Sicherheit ganz vorn dabei ...
... muss aber aufgrund des knapp kalkulierten Innenraums, der verhältnismäßig kleinen Sitze mit geringer Sitztiefe, der kaum konturierten Rückbank mit ungeteilter, die Variabiliät einschränkender Sitzfläche oder dem hohen mechanischen Geräuschpegel ordentlich Punkte einbüßen.
Selbst Bremsleistungen und Sicherheitsausstattung fallen schwach aus.
Nissan Micra 1.4: 88 PS, 8,3 L/100km, 14.890. Der teuerste Kleinwagen im Test.
Nominell mit 88 PS nur Durchschnitt, läuft der kurz übersetzte 1,4-Liter-Motor im nur 1.039 Kilogramm schweren Micra zu guter Form auf.
Er spricht bissig an, schiebt den Kleinen unter sportlich angehauchtem Radau zackig vorwärts.
Sympathie ernten auch die kräftigen Bremsen.
Im Stadtverkehr weiß man außerdem die hervorragende Rundumsicht zu schätzen.
Die inhomogene Lenkung fühlt sich jedoch an, als ob ein Mühlstein daran hängen würde, vereitelt zielgenaues Einlenken. Auch die hohe Position auf den zu kleinen, unzureichend konturierten Sitzen steht Dynamik-Avancen nachhaltig entgegen.
Hyundai Getz 1.4: 97 PS, 8,2 L/100km, 12.840 Euro. Mit 26 Punkten Abstand zum Nissan Micra wird der Koreaner klar Letzter.
Stark untersteuernd und vom ESP eingebremst absolviert der Getz die Fahrdynamik-Tests als Langsamster.
Weiteres Manko: Beim Hyundai Getz finden sogar nur deutsche, schwedische und Schweizer Käufer das ESP in der Aufpreisliste.
Zwar punktet er mit einfacher Bedienung und wegen der hohen Sitzposition und großer Glasflächen guter Rundumsicht ...
... in puncto Sicherheit sieht es jedoch düster aus.
Sind Frontairbags auf den meisten Märkten noch Serie, müssen Getz-Fahrer auf Kopf- und Seitenairbags ebenso verzichten wie auf einen Bremsassistenten.