Drei Rallye-Ableger für die Straße mit enormem Suchtpotential: Renault Alpine, Lancia Stratos und Porsche 911.
Drei Rallye-Ableger für die Straße mit enormem Suchtpotential: Renault Alpine, Lancia Stratos und Porsche 911.
Farbenspiele: Eine klassich-blaue Alpine 1600 S, ein giftig-gelber Lancia Stratos und ein knallig-orangener Porsche 911.
Fangen wir mit dem radikalsten Sportwagen des Trios an, dem Lancia Stratos, der 1970 auf dem Turiner Automobilsalon schockte.
Die Seitenlinie scheint wie mit der Rasierklinge geschnitten. Doch am atemberaubendsten ist die Sicht von oben auf die mächtige Frontscheibe - sieht wie eine Flugzeugkanzel aus.
Lancia Stratos: So wohnen also Rallyepiloten: riesige Helmfächer in den Türen und gut gepolsterte Schalen.
Auf Sieg getrimmt: Der Stratos galt als das Nonplusultra unter den Sportwagen. Das Cockpit ist mit sieben Rundinstrumenten bestückt – sie stammen vom Fiat 124.
Der Lancia Stratos holte drei Mal den Monte-Sieg (1975 bis 1977) und drei Mal die Rallye-Markenmeisterschaft (1974 bis 1976).
Baukastensystem: Der verschraubte Rahmen im Heck trägt das 190 PS starke Ferrari-V6-Aggregat.
Gelb-Gold: Goldene Leichtmetallfelgen mit den Maßen 7,5x14 Zoll. Die Schnellverschlüsse sichern die vordere Haube.
Aus dem Baukasten des großen Fiat-Konzerns: Die Klappscheinwerfer sind eine Spende vom kleinen Fiat X1/9.
Alle drei lassen die Herzen von Auto-Enthusiasten höher schlagen. Die Renault Alpine ist mit 1.114 mm flach wie eine Flunder.
Die Renault Alpine beweist: ein kerniges Triebwerk und eine leichte Plastikhaut - mehr braucht es nicht, um richtig schnell zu sein.
Michelotti schuf die faszinierende Linie der Renault Alpine. Die Kunststoffhaut wiegt gerade mal 27 Kilogramm.
"Eines Tages kam man in Frankreich auf die Idee, zwei liegende Männer mit Kunststoff zu überziehen und auf Räder zu stellen ...", schrieb der österreichische Journalist Herbert Völker treffend über diesen Wagen
Auch im Innenraum wurde alles auf Leichtbau getrimmt, wie die filigranen Hebel und Fensterkurbeln verdeutlichen.
Fünf Veglia-Rundinstrumente informieren den Fahrer der Renault Alpine über den Zustand des Triebwerks.
Der 1600er-Vierzylinder wurde dem R 16 TS entliehen. Er dreht bis über 7.000/min - und brüllt dabei wie eine startende Concorde.
Der Vierzylinder der Renault Alpine saugt seine Atemluft durch die beiden großen Lufteinlässe im Heck.
Die Renault Alpine trägt die originalen Alpine-Monoblock-Felgen in 6x13 Zoll. Drei Radbolzen reichen aus - Gewicht kann auch hier gespart werden.
Die Zeit der Alpines schlug zu Beginn der 1970er Jahre. Ralye-Markenmeister (1971), Monte Siege (1971 und 1973).
Der Porsche 911 ist mit 4.163 mm der Längste, es folgen Renault Alpine mit 3.850 mm und Lancia Stratos mit 3.710 mm.
Form. Und Funktion. Der Porsche 911 gilt als Ikone, die Linie lässt sich kaum verbessern - schließlich läuft er schon seit 1963 vom Band.
Typisch Porsche: Der mittig platzierte Drehzahlmesser dominiert die Anzeigetafel. Das Zündschloss sitzt links.
Alle Generationen des Porsche 911sind auf den ersten Blick zu identifizieren - auch von jedem Kind.
Alexander Porsche schuf ein Design-Denkmal, das in den folgenden Jahrzehnten von anderen Designern verfeinert und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht wurde.
Im Heck des Porsche 911 S sitzt der 2,2-Liter-Sechszylinder-Boxermotor, der hier 180 PS leistet.
Der leicht gekröpfte Schalthebel will dagegen nicht so recht zum sportlichen Auftritt passen. Immerhin sitzt der erste Gang hinten links.
Ehrensache: An einen klassischen 911 gehören Fuchsfelgen. Hier haben sie das Format 6 J x 15 Zoll und tragen 185/70 VR 15-Reifen.
Porsche räumte mit dem 911 reihenweise Pokale ab und wurde mit dem 911 S im Jahr 1970 Markenweltmeister
Diese drei Sportwagen haben Rallye-Geschichte geschrieben. Das schlägt sich auch auf die Preise nieder. Die Preisnotierungen liegen für den Porsche bei rund 10.000 bis über 55.000 Euro, bei der Alpine bei 15.000 bis über 55.000 Euro und beim Lancia Stratos bei 45.000 bis über 150.000 Euro (Jeweils Zustand 4 bis Zustand 2).