Mit dem Spyder kommt ab Frühjahr 2016 der dritte Ableger der Lamborghini Huracán-Baureihe auf den Markt.
Mit dem Spyder kommt ab Frühjahr 2016 der dritte Ableger der Lamborghini Huracán-Baureihe auf den Markt.
Wir sind den offenen Sportwagen mit V10-Saugmotor gefahren.
610 PS bei 8.250/min, 560 Nm bei 6.500/min: Der Spyder schöpft wie das Coupé seine Kraft aus einem Zehnzylinder-Mittelmotor in V-Anordnung und 90-Grad-Bankwinkel. Die Heckantriebsversion 580-2 leistet 580 PS.
Mit dem Huracán sind die Zeiten des automatisch sequentiellen E-Gear-Getriebes vorbei. Kopfnicken: Gibt es beim Schaltvorgang nicht mehr wie noch im Gallardo. Der neue Siebengang-Doppelkuppler arbeitet ruckelfrei und reagiert ruckzuck auf Schaltbefehle.
Im Fahrmodus Strada lässt es sich im Huracán Spyder locker cruisen. Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet rasch hoch. Schon bei rund 60 km/h liegt der 7. Gang an, wenn man gemächlich dahin flaniert.
Im Teillastbetrieb deaktiviert der Lamborghini Huracán Spyder auch eine Zylinderbank. Doch wehe man reizt ihn mit dem Gaspedal. Dann feuert der Mittelmotorsportler wieder krachend durch alle zehn Töpfe.
Eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung verteilt die Kraft im Lamborghini Huracán Spyder an beide Achsen. Maximal 50 Prozent können an die Vorderachse geschoben werden, bis zu 100 Prozent rein an die Hinterachse.
Im Vergleich zum Coupé bringt der Spyder 120 Kilogramm mehr auf die Waage (1.542 kg). Da mit dem Dach ein tragender Teil wegfällt, musste an anderen Stellen draufgepackt werden, um die Verwindungssteifigkeit zu gewährleisten: vor allem am Rahmen der Windschutzscheibe ...
... und an der hinteren Feuerschutzwand. Dazu kommt das Gewicht für den ausfahrbaren Überrollschutz und die Installation der Hydraulik und Elektronik für das Cabrio-Dach. Die Stoffmütze legt der Huracán Spyder in 17 Sekunden ab und wieder an - bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 50 km/h.
Der Huracán Spyder blickt serienmäßig aus LED-Scheinwerfern. Sein Leistungsgewicht: 2,53 kg/PS.
Unter der Motorabdeckung im Lamellendesign arbeitet das V10-Bollwerk. Vor allem in den Fahrmodi Sport und Corsa (Rennen) macht der Saugmotor brutalen Radau. Das animalisch-heisere Schreien ist ein Genuss.
Der Huracán Spyder steht auf 20 Zoll großen Felgen. Vorn sind 245/30 ZR20-Gummis von Pirelli aufgeschnallt, hinten 305/30 ZR20-Schlappen. Verzögert wird mit einer Carbon-Keramik-Bremsanlage. Lamborghini verspricht, dass der Spyder in 32,2 m aus 100 km/h zum Stilstand kommt.
Die Ergonomie ist top. Alle Schalter und Regler lassen sich ohne große Verrenkungen erreichen. Kritikpunkt: Das Plastik an den Lüfttungsdüsen und der Mittelkonsole. Hier hätte dem Huracán eine Lederverkleidung gut gestanden.
Herrlicher Komfort: Der Körper scheint mit den Sportsitzen zu verschmelzen.
Lambo-typisch: Klappe auf, Zündung an. Mit der optionalen Sportauspuffanlage klingt der V10-Sound noch schärfer.
Auf dem Lenkrad lassen sich die drei Fahrmodi Strada (Straße), Sport und Corsa bestimmen. Sie beeinflussen die Charakteristik von Motor, Getriebe, Allrad, ESC und den Sound. Die Unterschiede sind spürbar.
Von der Mittelkonsole aus lässt sich das Softtop öffen und verschließen. Ein wenig nervig: Der Finger muss für 17 Sekunden ziehen oder drücken.
Der Lamborghini Huracán Spyder knallt in 3,4 Sekunden auf 100 km/h. Das Coupé ist hier 2 Zehntel schneller. In 10,2 Sekunden sind die 200 km/h fällig. Topspeed: 324 Sachen - geschlossen und offen.
Kantig, schräg, extrem sexy: Selbst in einer Stadt wie Miami zieht der Huracán alle Blicke auf sich.
Nur mal so nebenbei: Auf 100 km soll der Huracán Spyder übrigens 12,3 Liter schlürfen.
Das offene Einstiegsmodell in die Lamborghini-Welt kostet über 220.000 Euro.