Lamborghini Aventador LP 700-4 gegen Kampfjet L-39: sport auto wollte wissen, wer besser beschleunigt und bremst.
Lamborghini Aventador LP 700-4 gegen Kampfjet L-39: sport auto wollte wissen, wer besser beschleunigt und bremst.
Für den Test standen die Lambos als Coupé und Roadster zur Verfügung.
Das Aventador-Coupé ist in Arancia Argos lackiert, ein ins Rötliche gehender Orangeton.
Der Roadster ist 43 kg schwerer und hat ein abnehmbares Hardtop.
Schönheit und Schnelligkeit haben ihren Preis: 312.970 Euro sind für das Lamborghini Aventador LP 700-4 Coupé, 357.000 Euro für den Roadster fällig.
Die Kombattanten vor ihren Kampfgeräten: Christian Gebhardt auf Lamborghini gegen Robert Blatt in seiner L-39 Albatros.
Standfeste Keramikbremse: Das Coupé stoppte binnen fünf Minuten viermal aus 300 km/h auf null mit konstanter Verzögerung.
Beim geschlossenen Roadster ist der Bremsweg von 300 auf null 3,9 Meter länger.
Das Coupé absolviert den 0-300-0 km/h-Test 1,6 Sekunden schneller als der offene Roadster.
Wem 350 km/h Topspeed im Lamborghini Aventador nicht reichen, der muss in die L-39 klettern: Sturzflug mit bis zu 908 km/h ist drin.
Die L-39 ist einstrahliges Schulflugzeug aus der Tschechei, das in den 60er-Jahren entworfen und gebaut wurde.
Der Strahltrainer wurde schnell zum Standardflugzeug in den Ländern des Warschauer Pakts.
Die L-39 absolvierte ihren Erstflug im November 1968. Zwischen 1971 und 1999 wurden von dem Jet aus tschechischer Fertigung rund 3.000 Exemplare gebaut.
Pilot Robert Blatter ist kein großer Auto-Fan. Anstelle eines Aventador kaufte er sich lieber eine L-39.
Die kunstflugtaugliche L-39 Albatros von 1968 braucht Kerosin: Unter Volllast verbraucht der Jet bis zu 1.250 Liter pro Stunde.
Kunstturner: Die meisten Manöver werden mit 400 bis 650 km/h eingeleitet. Ein Looping beansprucht locker 5.000 Fuß (1.524 m) Höhe.
Christian Gebhardt im Cockpit der Albatros. Im Gegensatz zu den Lambos mit Schleudersitz.
Zurück zu den Lamborghinis: LED-Licht hat der Kampfjet natürlich nicht zu bieten.
Die großen Bremsscheiben glühen beim Runterbremsen von 300 auf null, erledigen ihren Job aber tadellos.
Abbauen: Die beiden Dachhälften des Roadster-Hardtops bestehen aus Kohlefaser und wiegen je rund sechs Kilo.
Im Heck sitzt der mächtige V12: 700 PS, 690 Nm, 6,5 Liter Hubraum, drehfreudig bis 8.250/min.
Das Cockpit ist weitgehend digitalisiert, die Bedienelemente sitzen gut erreichbar in der Mittelkonsole.
Unter der roten Klappe wird der V12 auf Knopfdruck zum Leben erweckt, darüber stellt man die Fahrmodi ein.
Abgedreht: Die maximale Kolbengeschwindigkeit des Lamborghini-V12 beträgt bei 8.250/min 21 Meter pro Sekunde.
32. Platz: Lamborghini Aventador LP 700-4, Bremsweg aus 100 km/h warm: 31,9 Meter. Bremsscheiben (v.h.): 380/400 (Keramik), Reifen: Pirelli P Zero Corsa.
Lamborghini Aventador: Auch Lambos Ass mit 700-PS-V12 sprintet irrsinnig schnell. Gemessene 3,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Bassbox: Bei Gasstößen im Stand mit 6.500/min schreit der Aventador-Zwölfzylinder mit unglaublichen 123,4 dB(A) auf.
Bildschöner Ausklang: Der Metallic-Lack "Azzurro Thetys" ist eine Hommage an die Farbe des Miura Roadster von 1968.