Obwohl der KTM X-Bow GT4 über ein Dach sowie einen längeren Radstand verfügt, ist er ein ganz zorniges Gerät – ein echtes Motorsport-Gerät nämlich.
Obwohl der KTM X-Bow GT4 über ein Dach sowie einen längeren Radstand verfügt, ist er ein ganz zorniges Gerät – ein echtes Motorsport-Gerät nämlich.
Dabei kurz am rechten Lenkradpaddel zupfen, ein Schlag ins Genick, zack, der nächste Gang ist drin, die Geräuschkulisse macht wahnsinnig und süchtig zugleich.
Derzeit tummelt sich der 4,11 Meter lange, zusammen mit Reiter Engineering entwickelte Zweisitzer auf den Rennstrecken Europas ...
... gibt zugleich jedoch einen kleinen Blick auf jene Glaskugel frei, in der die Zukunft der Straßensportwagen der Österreicher flirrt.
Auch am Heck zeigt sich der KTM X-Bow GT4 von der radikalen Sorte. Die schmalen Rücklichter reichen gerade so für den öffentlichen Straßenverkehr aus.
Wie bei den zivileren X-Bows begeistert vor allem die Leichtigkeit, mit der sich der GT4 in Ecken wirft, die sich erst ultraspät anbremsen lassen.Und heraus geht’s dann durch die per Sperrdifferential abgesicherte Traktion ebenso stürmisch.
Der X-Bow GT4 ist eine reinrassige Rennmaschine, was auch durch den großflächigen Einsatz von Carbon deutlich wird.
Bevor der X-Bow GT4 in den öffentlichen Straßenverkehr darf ...
... müssen jedoch erst einmal Nummernschilder angebracht werden, da die erste Ausfahrt mit dem GT4 über öffentliche Straßen führt.
Besonders vorsichtig wird der KTM verladen, damit der Supersportwagen keinen Kratzer abbekommt.
Wann hat eigentlich wer das Verhältnis von eins zu eins für die Sportlichkeit von Fahrer und Auto festgelegt?
Lenkrad und Pedalerie lassen sich über einen weiten Bereich verstellen, sodass auch Großgewachsene Platz unter der großen Glaskuppel haben.
Klingt komisch, ist aber so: Hier findet Fahrer aller Größen die passende Sitzposition.
Carbon wohin das Auge reicht. Das Cockpit ist nur auf einen Zweck ausgerichtet: Fahren!
In einer Welt ohne Lenkstockhebel sehen Lenkräder so aus. Fungiert als Diebstahlschutz, weil abnehmbar.
Multifunktionslenkrad à la Rennsport. Alle wichtigen Funktionen kann der Fahrer direkt am kleinen Volant steuern.
Typisch X-Bow: wenig Schalter.
Typisch GT4: Hauptschalter und mächtiger Hebel für die Dachkuppel.
Nur selten bekommt es ein Audi-S3-Triebwerk mit so wenig Masse zu tun. Bis zu 360 PS sind möglich.
Der per Air-Restriktor auf eben jene 320 PS begrenzte Zweiliter-Motor aus dem Audi S3 schleudert den leichten KTM mühelos über den Asphalt, in 4,2 Sekunden soll aus dem Stand die 100 km/h-Marke geknackt werden können.
Karosseriebewegungen? Von was denn? Federungskomfort steckt jedenfalls keiner im einstellbaren Fahrwerk.
Auf dem Dach befinden sich zwei zusätzliche Lufteinlässe.
Der stattliche, selbstverständlich (manuell) verstellbare Heckspoiler sorgt für den nötigen Anpressdruck am leichten KTM.
Racing-Radabdeckungen und Aeroteile finden sich rund um den Auspuff des GT4.
Selbst in der flachsten Flügelstellung reicht der Abtrieb aus, um Rennen zu gewinnen – sagt jedenfalls KTM.
Die reine Leistung von "nur" 320 PS haut heute zwar kaum noch jemand vom Hocker. In Kombination mit nur einer Tonne Leergewicht und feinsten Motorsport-Ingredienzien werden aber wohl auch Hardcore-Sportwagen-Fans hellhörig.
OZ-Felgen mit Zentralverschluss und die üppige Bremsanlage sprechen ebenfalls die Sprache der Rennstrecke.
Innenbelüfteten Scheibenbremsen vorn und hinten, Reifen 285/30 R 18, Michelin Pilot Sport Cup 2.
Derzeit baut Reiter Engineering den GT4, künftig soll er wie alle X-Bow in Graz gefertigt werden.
Die Außenspiegel sind kleiner als jedes aktuelle Smartphone auf dem Markt.
In Österreich sind die Nummernschilder übrigens blau. Aber auch nur, wenn man eine Probefahrt mit einem Fahrzeug machen will.
Das Aufsetzten der Dachkuppel erfordert etwas Fingerspitzengefühl.
Auf und neben der Rennstrecke zieht der GT4 neugierige Blicke auf sich.
Auch auf der Schwäbischen Alb ein echter Hingucker: Der KTM X-Bow GT4 steht schließlich nicht jeden Tag auf dem Marktplatz.
Das Fahrerlebnis prägt etwas, das kaum vorhanden ist: Gewicht.
Kein Schnäppchen: Den KTM X-Bow GT4 gibt es ab 165.410 Euro.