Comeback nach 10 Jahren: 2005 lief der letzte Honda NSX vom Band, jetzt steht der Nachfolger vor dem Serienstart. Erste Fahrt im neuen Hybrid-Sportwagen mit 573 PS Systemleistung.
Comeback nach 10 Jahren: 2005 lief der letzte Honda NSX vom Band, jetzt steht der Nachfolger vor dem Serienstart. Erste Fahrt im neuen Hybrid-Sportwagen mit 573 PS Systemleistung.
Die Zeiten, in denen Honda den Umweltaktivisten von Toyota nacheiferte, sind Gott sei Dank vorbei. In Tochigi, wo das Herz der Firma schlägt, dürfen sie sich seit ein paar Jahren wieder austoben.
Was dabei herausgekommen ist, steht nun vor uns und wartet darauf, auf dem Testoval bewegt zu werden. Der neue NSX verbindet quasi die Öko-Phase mit der sportlichen Tradition.
Wie damals handelt es sich um einen Mittelmotorsportwagen mit 3,5-Liter-V6-Benziner, der von einem Elektromotor unterstützt wird.
Das ist aber noch nicht alles: Der Neue wird zusätzlich von zwei weiteren Elektromotoren angetrieben, die an den Vorderrädern wirken. Die Systemleistung beträgt 573 PS.
Um den Vormarsch des 1.725 kg schweren Sportwagen auch adäquat zu verzögern, ist der NSX mit einer Carbon-Keramik-Bremse ausgestattet. Für Sparfüchse soll es noch wahlweise Scheiben aus Stahl geben.
Vom 3,5-Liter-V6 ist von außen recht wenig zu sehen. Das Kraftwerk versteckt sich hinter reichlich Carbon.
Dass es sich bei diesem NSX noch um ein Vorserienmodell handelt, zeigt diese Nummer. Die späteren Serienfahrzeuge sind durchnummeriert.
Der von außen optisch durchaus extrovertierte Honda gibt sich im Cockpit vergleichsweise konventionell.
Das kleine Sportlenkrad mit den Schaltpaddeln für den manuellen Gangwechsel ragt aus einem fein belederten Armaturenbrett hervor. Alles honda-typisch sehr sauber verarbeitet.
Hier im Honda-Entwicklungszentrum, zwei Autostunden von Japans Metropole Tokio entfernt, darf der Tüftler noch Tüftler sein, so lange er die weiße Entwickler-Uniform samt grün-weißer Honda-Kappe trägt. Kreativität und Kompetenz sind enorm, die Kleiderordnung streng.
Einfahrt auf das Oval, Gaspedal gedrückt und schon wird der Pilot tief in den bequemen Sportsitz mit exzellentem Seitenhalt gedrückt, Tempo 100 aus dem Stand soll in 3,5 Sekunden erreicht sein. Das Hybridsystem sorgt für heftigen und vor allem gleichmäßigen Schub.
Der neue NSX tritt dabei ein schweres Erbe an. In Tochigi wurde bereits der erste NSX am Reißbrett entworfen.
Zwischen 1986 und 1989 drehte er endlose Runden auf den Teststrecken, bis die Herren in weiß beschlossen: Der erste Mittelmotorsportwagen aus Japan darf raus und Porsche, Ferrari und Co. das Fürchten lehren.
Wie schon beim NSX-Klassiker soll auch die Neuauflage für Erfolge im Motorsport sorgen. Die ersten Konzepte sind da bereits schon einsatzbereit und wurden von den stolzen Honda-Ingenieuren präsentiert.
Angaben zum Spritverbrauch will Honda noch nicht machen, der NSX soll aber definitiv weniger schlucken als die Wettbewerber. Rein elektrisch fährt er allerdings nur ein bis zwei Kilometer. Keine reine E-Version? Vielleicht doch, denn das Chassis ist dafür ausgelegt.
Rund 160.000 Euro soll die Neuauflage kosten. Dabei zielt es der japanische Hightech-Samurai leistungs- und preistechnisch auf Audi R8, McLaren 540C und Co ab.
Dabei soll der NSX mit vielerlei fahrdynamischen Ausstattungsschmankerln, wie optionalen Cupreifen zu bestellen sein. Apropos Bestellung: Der Honda-Händler Ihres Vertrauens dürfte im Frühjahr 2016 soweit sein.