Zum auffällig auftretenden Mazda CX-3 gesellt sich jetzt noch ein SUV aus Japan: Der Honda HR-V ist wieder da. Im Test wird sich zeigen, dass er vieles anders und einiges besser kann.
Zum auffällig auftretenden Mazda CX-3 gesellt sich jetzt noch ein SUV aus Japan: Der Honda HR-V ist wieder da. Im Test wird sich zeigen, dass er vieles anders und einiges besser kann.
Die erste Auflage des HR-V wurde 2005 eingestellt. Mit der Neuauflage will Honda den eng umkämpften Markt der Mini-SUV aufmischen.
Der Mazda CX-3 sorgt mit seiner wohltuenden Designsprache seit Mitte des Jahres für Aufsehen in seiner Klasse. Dazu gibt es vernünftige Preise, optional Allrad und kultivierte Motoren.
Neben einem üppigen Raumangebot überzeugt der Honda HR-V mit seinen Tourer-Qualitäten. Mit kurzen Stößen kommt er zwar nicht so gut klar, federt insgesamt aber ordentlich.
Ein ähnliches Bild beim Mazda CX-3. Beim Fahrkomfort ist der engere und leichtere Mazda auf Augenhöhe mit dem Honda HR-V.
Anders ist es bei der Fahrdynamik. Er mag zwar nicht so aussehen, aber der HR-V überrascht mit seinen Handling-Qualitäten. Trotz ausgeprägter Seitenneigung wedelt er flott durch Landstraßenkehren.
Trotz seiner sportlichen Optik und des geringeren Gewichts gibt sich der CX-3 in Kurven leider etwas schwammig, leidet unter einer gefühllosen Lenkung sowie einem spürbar mitschwenkenden Heck
Auch sein Antrieb sorgt für die nötige Portion Fahrspaß im HR-V. Der Selbstzünder mit 120 PS und 300 Nm Drehmoment pusht die 1,35 Tonnen des Hondas energisch voran.
Der leichtere Mazda hat trotz 15 PS Minderleistung hier jedoch auch keinen Nachteil. Mit seinem leisen Skyactiv-Diesel kann der CX-3 locker folgen.
Muss man im Landstraßengeschlängel mal einen Gang herunterschalten, belohnt der HR-V seinen Fahrer mit knackig, kurzen Schaltwegen.
So viel Schaltspaß bietet die weniger präzise rastende Sechsgangbox des CX-3 leider nicht. Das kennen wir von Mazda eigentlich anders.
Der HR-V, der übrigens auf dem Honda Jazz basiert, macht keinen Hehl daraus, dass er sich als Soft-SUV nicht um unbefestigte Straßen schert. Ihn gibt es nur mit Vorderradantrieb.
Der CX-3 kommt hingegen optional auch mit Allradantrieb und bietet damit zumindest ein bisschen mehr Potential für Ausflüge auf den Waldweg.
Der außen recht konservativ gestaltete HR-V trumpft im Interieur so richtig auf. Klavierlack erster Klasse, viele Ablagen und eine aufwendige Mittelkonsole wissen zu gefallen.
Der CX-3 tritt im Interieur etwas sachlicher auf. Verarbeitung und Ergnomie passen aber auch hier.
Das Cockpit ist viel modischer als die Karosse des Honda. Spurhalter und Parkpiepser sind hier Serie.
Solide verarbeitet, aber schlicht präsentiert sich das Cockpit des CX-3. Schnell zu finden: die Taste des Spurverlassenswarners.
Noble Mittelkonsole, dazu ein kleiner Schalthebel und ein zweites Fach darunter.
Der Monitor im Mazda fungiert im Stand als Touchscreen, beim Fahren muss der Nutzer zum kleinen Dreh-Drück-Steller zwischen den Sitzen greifen.
Sachliche und verständliche Instrumente im Honda HR-V.
Das Instrument-Layout im Mazda ist dagegen unkonventioneller, aber ebenfalls leicht verständlich.
Honda vertraut bei seinem Navi auf die einfacheren Garmin-Geräte.
Sehenswert: das edle Display, das beim Diesel-CX-3 immer serienmäßig ist. Die Kartendarstellung des Navis (690 Euro) ist schärfer und gehaltvoller.
Bei ähnlichen äußeren Abmessungen offeriert der HR-V seinen hinteren Passagieren nicht nur mehr Beinfreiheit, er ist auch luftiger ...
... als der eng geschnittene CX-3. Ganze vier Zentimeter weniger Innenraumbreite bietet der Mazda. Vorne sind es sogar zehn Zentimeter weniger, die der CX-3 zu bieten hat.
Die Rückbank im luftigeren Fond lässt sich hoch- oder flach umklappen, und der Laderaum fasst maximal rund 1.500 Liter.
Die Ladekante des engen CX-3 ist 14 Zentimeter höher als beim HR-V und der Kofferraum 120 Liter kleiner.
Der 1,6 Liter Diesel mit 120 PS und 300 Nm im Honda verbraucht erfreulich wenig. 5,6 Liter auf 100km sind es im Testmittel.
Der leise 1,5 Liter Diesel im Mazda ist dabei auf einem Verbrauchsniveau mit dem Honda. Er gönnt sich im Testschnitt 5,8 Liter auf 100 km. Minimal sind sogar Werte um die 4,5 l/100km möglich.
Unser HR-V in der Ausstattungslinie Elegance rollt mit optionalen 17-Zöllern zum Test.
Die 16 Zoll-Bereifung mit breitem 60-Millimeter-Querschnitt im Mazda sorgt vielleicht nicht für die ultimative Sportoptik, ist aber dem Komfort zuträglich.
In unserer Testwagenkonfiguration verfügt der Honda HR-V lediglich über einfache Halogenscheinwerfer. Moderne LED-Lichter gibt es nur in der Executive Variante.
Mazda stattete diesen CX-3 hingegen mit adaptiven LED-Scheinwerfern aus.
Gegen Jeep Renegade und Mini Countryman konnte der CX-3 noch gewinnen. Im neuen HR-V scheint er seinen Meister gefunden zu haben.
Kaum ein Mini-SUV vereint derzeit so viel Platz und Variabilität mit sicherem und agilem Fahrverhalten wie der Honda.
Teurer als der CX-3 ist der solide verarbeitete Sitzklapp-König deswegen nicht. Mindestens 24.190 Euro ruft Honda für den hier getesteten HR-V 1.6 i-DTEC in der mittleren Ausstattungslinie Elegance auf. Der CX-3 liegt bei 23.890 Euro Grundpreis.
So fährt der neue HR-V aus dem Stand den Sieg in diesem Vergleichstest heraus. Geräumig, sehr variabel, fahrsicher und sparsam, aber eher konservative Optik.