Ein effizienter Vierzylinder-Dieselmotor gehört unter die Haube einer Mercedes E-Klasse, davon sind die meisten Kunden überzeugt - die Taxifahrer sowieso.
Ein effizienter Vierzylinder-Dieselmotor gehört unter die Haube einer Mercedes E-Klasse, davon sind die meisten Kunden überzeugt - die Taxifahrer sowieso.
Wie kommt das neue Modell überhaupt bei dieser wichtigen Klientel an? auto motor und sport testet mit einem E 220 d die Reaktionen.
Um in Stuttgart einen Menschenauflauf zu provozieren, braucht es kein wüstes Bauprojekt. Die neue E-Klasse reicht.
Mit der neuen E-Klasse startet auch eine neue Motoren-Generation, zuerst in der bei Privatkunden und Taxifahrern in Deutschland überaus beliebten 220er-Ausführung.
Das Zweiliter-Triebwerk reicht seine Kraft an ein Neunstufen-Automatikgetriebe weiter, das durch die gegenüber dem Siebenstufenautomaten geänderte Übersetzung die Fahrleistungen verbessert.
Nicht schlecht, wenngleich alle Zielgruppen eher die spürbar angenehmere Laufkultur schätzen dürften. Der mit 2.050 bar direkteinspritzende Selbstzünder brummt sehr dezent, lässt nur minimale Vibrationen bis in die Fußmatte durch - selbst beim kräftigen Beschleunigen.
Natürlich darf auch ein Feuerwerk an neuen Assistenzsystemen nicht fehlen. Obwohl sich einige, wenige Taxifahrer für die riesige Welle der Hochtechnologie interessiert, lässt sie den Großteil der sehr bedeutenden Zielgruppe jedoch eher unbeeindruckt.
Im Taxieinsatz zählen andere Dinge. Beispielsweise die Effizienz. "Nur 3,9 Liter auf 100 km? Wohl kaum. Aber mein alter 220er ist schon sparsam", mein einer Taxifahrer am Flughafen.
Natürlich berichten Taxifahrer von diversen negativen Erlebnissen mit ihren E-Klassen, doch das Positive überwiegt überraschend deutlich. Die Loyalität zum Stern ist groß.
"Ein bequemer Sitz ist wichtig. Bislang hatte ich immer den Multikontursitz"
"Schon toll, die großen Displays. Aber wenn die extra kosten, sparen wir das Geld"
Vorne links sitzen? Gerne. Aber nur zum Spielen, nicht zum Fahren. Dann eben fahren lassen.
Die Erwartungen an das neue Modell sind hoch - und zwar an dessen Basiseigenschaften wie Effizienz, Komfort und Zuverlässigkeit - für Taxifahrer und Privatkunden gleichermaßen wichtig.
Der Blick von der Rücksitzbank offenbart das moderne Cockpit mit den zwei üppig dimensionierten Bildschirmen.
Das schicke sattelbraune Nappaleder des Testwagens könnte sogar ganz gut mit dem klassischen Taxi-Hellelfenbein harmonieren, doch diese Branche favorisiert strapazierfähiges Kunstleder - in Schwarz.
Am Lenkrad und an der Schalterleiste links neben dem Tachodisplay lässt sich die Armada der intelligenten Helferlein aktivieren.
Das Widescreen-Cockpit mit den zwei hochauflösenden Bildschirmen kostet 1.011,50 Euro Extra.
Was kostet er? Die Antwort: 111.205,50 Euro. Wie bitte? Na ja, in Vollausstattung. Also mit wirklich jedem Assistenz-, Komfort- und Optikgerödel. Der Grundpreis liegt bei 47.124 Euro.
Mercedes klopft sich stolz selbst auf die Schulter. Leichter, kompakter, sparsamer, stärker: In der Theorie wirkt der Motor vielversprechend.
Mit der E-Klasse-Baureihe 213 startet zugleich die neue Dieselmotoren-Generation OM 654, Nachfolger der wegen massiver Injektorenprobleme in die Schlagzeilen geratenen OM 651.
Nun klebt auch bei der E-Klasse wieder das "d" am Heck. Klingt irgendwie eindeutiger als Bluetec, oder?
Die Erwartungen an die neue E-Klasse sind hoch. Sowohl für private Kunden als auch in der Taxibranche. Weitere intensive Tests werden folgen - garantiert!