Artcurial vermeldet einen neuen Auktionsrekord für die Retromobile-Auktion: Der Zuschlag erfolgte bei 32.075.200 Euro.
Artcurial vermeldet einen neuen Auktionsrekord für die Retromobile-Auktion: Der Zuschlag erfolgte bei 32.075.200 Euro.
Nach dem aktuellen Wechselkurs sind das 37.794.319 US-Dollar. Das Estimate betrug 28 bis 32 Millionen Euro.
Der exklusive Rennwagen stammt aus der Ferrari-Sammlung von Pierre Bardinon.
Mit diesem Ferrari sind einige der berühmtesten Rennfahrer der Welt gefahren.
Unter anderem Peter Collins, Maurice Trintignant und Wolfgang Graf Berghe von Trips.
Der Ferrari bekam im Werk eine neue Frontpartie im Stile des 250 Testa Rossa, um die Kühlung der vorderen Bremsen zu verbessern.
Chassisnummer 0674 wurde jetzt mit beiden Nasen versteigert.
Ursprünglich wurde der Ferrari 335 Sport von Scaglietti mit dieser Frontpartie entworfen und gebaut.
1970 kaufte Pierre Bardinon den Ferrari und ließ die Original-Vorderpartie bei Fantuzzi in Modena neu anfertigen. Die "Testa Rossa"-Nase, die von Ferrari in den 50ern gedengelt wurde, sorgt für eine bessere Anströmung der Vorderradpartie und führt die heiße Abluft besser ab.
Der Wagen befand sich seit 1970 in der Bardinon-Sammlung und war nur bei wenigen Veranstaltungen zu sehen.
Er hatte einen großen Auftritt bei der Ausstellung "Hommage to Ferrari" in Jouy-en-Josas im Jahr 1987.
10 Jahre später konnte er bei den Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag der Marke Ferrari bestaunen.
Der Leichtmetall-V12 mit 4.023 ccm Hubraum leistet 390 PS bei 7.400/min.
Der Rennsportwagen wurde nach dem Transaxle-Prinzip konstruiert - das Getriebe sitzt hinten an der DeDion-Achse.
Der damals stärkste Ferrari-Rennwagen erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 300 km/h.
Das Fahrwerk sorgt mit doppelten Dreieckslenkern, Schraubenfedern und Stabilisator vorne sowie der hinteren DeDion-Achse an zwei Führungslenkern und einer Querblattfeder für enorm hohe Kurvengeschwindigkeiten.
Der 180 Liter fassende Leichtmetall-Benzintank ist direkt hinter den Vordersitzen platziert, um eine optimale Gewichtsverteilung zu erreichen.
Der Einfüllstutzen ist ein kleines Kunstwerk.
Die Karosserie besteht aus Leichtmetallblech, getragen von einem - Ferrari-typischen - Gitterrohrrahmen aus Stahl.
Das ZF-Getriebe hat vier Gänge, die mechanische Sperre für den Rückwärtsgang muss zu Seite gedrückt werden.
Die Rennhistorie des Ferrari 335 Sport Scaglietti liegt lückenlos vor.
1957 starteten Peter Collins und Maurice Trintignant mit Chassisnummer 0674 bei den 12-Stunden von Sebring - und wurden 6.
1957 starteten Peter Collins und Maurice Trintignant mit Chassisnummer 0674 bei den 12-Stunden von Sebring - und wurden 6.
Im gleichen Jahr fuhr Wolfgang Graf Berghe von Trips in 0674 die Mille Miglia - und wurde Gesamt-Zweiter.
Das Ferrari-Werksteam setzte 0674 bei insgesamt 12 Rennen ein.
Bei der Mille Miglia holte Ferrari mit dem 315 S einen Dreifachsieg.
Ganz Italien jubelte den dem Gesamtsieger Piero Taruffi und dem Zweiten Wolfgang Graf Berghe von Trips zu, die beide auf einem Ferrari 315 S starteten..
Dritte wurden Olivier Gendebien und Jacques Washer auf einem Ferrari 250 GT LWB.
Mike Hawthorn und Luigi Musso hatten beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1957 weniger Glück. Sie fielen aus.
Für dieses Rennen wurde der V12-Motor um 100 ccm erweitert und der Wagen in 335 S umbenannt.
Hawthorne übernahm rasch die Führung und stellte einen neuen Rekord auf. Allerdings gab es schon in der 5. Runde Motorprobleme, die zur Aufgabe zwangen.
Hinter der Windschutzscheibe gibt es noch eine zweite, kleinere, die individuell eingestellt werden kann.
Mittig montiert ist der kleine runde Rückspiegel.
Insgesamt wurden von dem Ferrari 335 Sport Scaglietti nur 4 Exemplare gebaut - drei davon sind noch erhalten.
Nur einer davon besitzt beide Frontpartien - gekauft wurde er am 5. Februar 2016 von einem "internationalen Sammler aus den USA", wie Artcurial vermeldet.