Evolution der französischen Flunder: Renault Alpine A110 (links), A310 (mitte) und A610 (rechts.
Evolution der französischen Flunder: Renault Alpine A110 (links), A310 (mitte) und A610 (rechts.
Allen gemein ist der längs vor der Hinterachse positionierte Motor, die Anzahl der Zylinder nahm jedoch zu.
Die Renault Alpine A110 kam 1970 - und mit einem 54 PS-1,1-Liter-Vierzylinderchen als Basisversion.
Die Berlinette 1300 hatte schon 74 PS, doch den meisten reichte das nicht. SIe bedeineten sich im Renault-Regal.
Auch in diesem 74er Exemplar wich der eher schwächliche Originalmotor mit 1,3 Liter und 74 PS einem 115 PS starken 1,4-Liter aus dem R5 Alpine.
Dieser ist zudem deutlich zuverlässiger ist als die Gordini-Motoren der 1300S.
Klassisches Rallye-Ornat mit Scheinwerfer-Armada inklusive der stilsicheren Cibie-Zusatzscheinwerfer.
Das Interieur verspricht mit gesteppten Schalensitzen, in Chrom gefassten Rundinstrumenten und gelochtem Lenkrad großen Sport – wenn man denn reinpasst.
Griffig: Kleines Dreispeichenlenkrad mit dickem Lederbezug.
Informativ: 5 Uhren mit 7 Anzeigen im Blickfeld des Fahrers: Tacho, Drehzahlmesser, Tankuhr, Wassertemperatur, Öldruck und -Temperatur sowie Voltmeter.
Wo eigentlich der Kofferraum sein sollte, ist gerade mal Platz für ein Ersatzrad.
Das Dach ragt nicht über 1,13 Meter hinaus, der Hintern sitzt gefühlt auf der Straße. Direkter kann sich Fahren kaum anfühlen.
Das Konzept mit Heckmotor und Kunststoffkarosse war zwar gleich, die Autos indes sind völlig verschieden.
Alpine A110 und A310 wurden lange parallel gebaut: Die A110 von 1961 bis 1977, die A310 von 1971 bis 1985. 30 Jahre nach der A110 kam die A610 Turbo.
Im Gegensatz zur ersten A310-Serie mit schwachem Vierzylinder hat die 1981er Alpine V6 immerhin 150 PS.
Sie war trotzdem keine Rakete, das Einsparen des rechten Spiegels zugunsten der Höchstgeschwindigkeit zeugt von Verzweiflung.
PRV - der Euro-V6: Der von Ingenieuren von Peugeot, Renault und Volvo entwickelte 2,7-Liter-V6 ist deutlich zuverlässiger als die Vierzylinder der A110.
Das Reserverad wird an seinem Platz im hinteren rechten Kotflügel gut vorgewärmt.
Von dem Renault Alpine A310 mit V6 wurden 9.276 Exemplare gebaut, hinzu kommen 2.340 Vierzylinder-Modelle.
Alpine-typische Leichtmetallfelgen mit Michelin TRX im Format 190/55 R 340.
Der braune Plüsch im Innenraum sollte in den frühen Siebzigern Komfort ausstrahlen, wirkt aber heute eher skurril.
Uhrensammlung: 8 Uhren mit Beschriftung und Skalen in Orange. Im Zentrum: Öldruckanzeige, links der Drehzahlmesser, rechts Tacho, rechts außen Wasser- und Öltemperatur, Voltmeter sowie Zeit- und Tankuhr.
Leistungssprünge: Von 74 auf 150 auf 250 PS - das Gewicht nahm dabei von 800 auf 1.080 auf 1.420 kg zu.
Der Sprung in die Zukunft: Mit der Alpine A610 wollte Renault gegen die etablierten Sportwagen antreten, doch nur 818 Exemplare wurden gebaut.
Die A610 war eine Neuentwiwcklung - technisch ausgereift, gut verarbeitet und eine gelungene Mischung aus Sportlichkeit und Komfort.
Doch ihr fehlte die optische Extravaganz. Und vor allem war sie den Fans zu teuer.
Die A610 trug nur Alpine-Embleme und wurde ohne den Namenszusatz Renault angeboten.
Angenehme Ledersitze, ein – verglichen mit den Vorgängern – geräumiges Cockpit, und die großen Fenster laden zu ausgedehnten Touren ein.
Moderne Instrumente: Man wähnt sich beim Blick auf das Kombiinstrument (Tacho links, Drehzahlmesser rechts, in der Mitte die Ladedruckanzeige - in einem Großserien-Renault. Links erkennbar: drei kleine Zusatzinstrumente.
Die Notsitze im Fond lassen sich umklappen und erweitern den Kofferraum.
8,5Jx18-Leichtmetallfelgen aus dem Zubehör mit Reifen im Format 215/35 ZR 18.
Der PRV-Motor mit Aufladung versteckt sich unter einem lieblos gestalteten Abschirmblech, das auch von einem Rasenmäher stammen könnte.
Fazit von Markus Stier: "Blau, weiß oder rot? Die A110 ist eine Legende mit zu wenig Platz. Seltenheit und Form sprechen für die A310. Die A610 ist klar das beste Auto. Für einen großen Rallye-Fan muss aber am Ende trotz der Enge im Cockpit die Entscheidung für den Blauen fallen."