Na gut, billig ist der Dodge Challenger mit seinem 6,4-Liter-V8 nicht gerade. Ein BMW M4 kommt ausstattungsbereinigt jedoch 25.000 Euro teurer. Fährt er so viel besser?
Na gut, billig ist der Dodge Challenger mit seinem 6,4-Liter-V8 nicht gerade. Ein BMW M4 kommt ausstattungsbereinigt jedoch 25.000 Euro teurer. Fährt er so viel besser?
Während der Dodge bei 57.900 Euro nahezu Vollausstattung bietet, muss der geschwindigkeitshungrige PS-Junkie für den M4 mindestens 76.400 Euro berappen.
Seit jeher schlägt sich die amerikanische Muscle-Car-Szene mit Vorurteilen herum. Der Challenger R/T will damit aufräumen.
Achtzylinder gegen Sechszylinder. Sauger gegen Turbo. Dodge gegen BMW.
Aus 6,4 Litern Hubraum schöpft der bassgewaltig bollernde V8 des Amerikaners 492 PS und sagenhafte 644 Nm Drehmoment.
Der doppelt aufgeladene Sechzylinder im M4 leistet bei 550 Nm und 431 PS, jenseits der 7.000/min schreit er unüberhörbar kreischend seinen Zorn in die Welt.
Der Dodge Challenger R/T bringt es fertig, den M4 dezent wirken zu lassen und fällt im normalen Straßenverkehr auf, wie Elvis in einer Finanzamt-Kantine.
Der deutliche kleiner BMW M4 Coupé wirkt zudem noch schlanker und agiler.
Vorbei sind die Zeiten von Hartplastik-Cockpits und schlechter Verarbeitung: Der Challenger überzeugt mit ordentlichen Kunststoffen, gut rastenden Schaltern und einem gestochen scharfem Display.
Penetriert man im Challenger mit dem Gaspedal den Unterboden, schießt der Kraftprotz in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
Tatsächlich befindet sich im Dodge Challenger R/T mittlerweile fast alles auf der Höhe der Zeit, wirkt modern und überlegt.
Griffige Lenkradwippen, Launch Control und unzählige Einstellungen für die Lenkung: Der Challenger wird vor unseren Augen noch zum Performance-Car.
Radikalisiertes BMW-Cockpit mit bekannten Instrumenten und serienmäßigen Carbon-Elementen.
Ab 1.850/min steht im M4 schon das maximale Drehmoment von 550 Nm an. Genügend um dem Challenger in sämtlichen Beschleunigungsdisziplinen einige Zehntel abzunehmen.
Ohne Assistenz-Systeme übetrifft sich der M4 selbst und wird zur kompromisslosen Fahrmaschine.
Auch der BMW wartet wie der Challenger mit integrierten Schaltpaddeln auf, unter Volllast verrichtet das Siebgang-Doppelkupplungsgetriebe ansatzlos und zackig seine Dienste.
Großes Navigationsdisplay im BMW M4 Coupé.
Seitenhaltreiche Sportsitze nehmen Fahrer und Copilot im M4 fest in die Zange. Angesichts der extremen Kurvengeschwindigkeiten, die das M4 Coupé zulässt, ist das auch bitter nötig.
Bequem sind die Sitze des Challenger ebenfalls, aber nicht so eng geschnitten: Passend zur wuchtigen Karosserie gestattet der Dodge auch den Insassen ein paar Extra-Kilo.
Selbst im Fond sitzt es sich verhältnismäßig bequem, ...
... während man im BMW schon ab und zu einmal den Kopf einziehen muss.
Mit 1,9 Tonnen Gewicht wiegt der Dodge Challenger R/T fast 300 Kilogramm mehr als sein Widersacher aus München.
Trotz der 20-Zoll-Felgen federt der Challenger um einiges überlegener als der M4 mit seinen 19-Zöllern und dem zusätzlich härter abgestimmten Fahrwerk.
Überraschend zahm nimmt der Challenger R/T auch zügig durchfahrene Kurven, lenkt wohlwollend ein und neigt sich kaum zur Seite.
Bereits seit 1969 baut Dodge sein hochgezüchtetes Pony-Car, die dritte Generation wird seit 2008 als Coupé und als Cabrio angeboten.
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von knapp 280 km/h kann auch der Challenger auf der Autobahn den ein oder anderen Porsche jagen gehen.
Selbst beim Abiegen in der Stadt braucht der Fahrer einen sensiblen Gasfuß, damit das Heck keinen ungeplanten Ausflug auf die Gegenfahrspur macht.
Einziges, aber schon bekanntes Manko eines aufregenden Autos: Sparsam gefahren verbraucht der Challenger noch immer 12 l/100 km und bleibt somit fünf Liter über dem M4.
Am Ende hat der BMW M4 Coupé die Nase vorne und wartet auf den nächsten Konkurrenten.
Den hat Dodge schon mal pro forma nachgereicht: Der bärbeißige Prügelknabe verfügt über 717 PS, 881 Nm und hört auf den reizenden Namen "Hellcat".