Drei Charaktertypen mit V12-Triebwerk: Daimler Double Six, Ferrari 512 TR und Mercedes SL 600.
Drei Charaktertypen mit V12-Triebwerk: Daimler Double Six, Ferrari 512 TR und Mercedes SL 600.
Der Daimler als das perfekte Sonntagsauto, der Ferrari für ein paar schnelle Runden auf der Nordschleife, und mit dem SL geht’s in den Urlaub.
Limousine: Seine Laufruhe sowie das große Prestige eines Zwölfzylinders sprechen eindeutig für den Einsatz in einer Luxus-Limousine. State of the Art.
"An das einmalige Fahrgefühl eines Daimler kann man sich rasch gewöhnen, an einen V12 sowieso." Michael Schröder, Motor Klassik-Redakteur.
Gewohnt stilvolles Daimler-Ambiente – bis auf die großen Lüftungsschlitze. Gut ablesbare Instrumente, aber leider billig wirkende Plastikeinfassungen.
Über den unförmigen Lichtschalter hüllen wir den Mantel des Schweigens.
Und jetzt noch einmal für alle zum Mitschreiben: Hier fährt ein Daimler, kein Jaguar.
Breite, wohlgeformte Sitze und feinstes Connolly-Leder. So lässt es sich Reisen.
Am Ende der Mittelkonsole finden sich eine Heizungsdüse und Schalter für die Fensterheber.
Einen Daimler erkennt man an dem am oberen Rand geriffelten Kühlergrill.
Vor diesem Anblick graut es so manchem Werkstattmeister: Der Jaguar-V12 nutzt jeden Winkel des Motorraums. Zum Schrauben braucht man kleine Hände - und davon am besten gleich 5 Stück.
Die Stahlfelgen mit den verchromten Radkappen passen perfekt zum Erscheinungsbild des XJ.
Der Schriftzug adelt den Daimler Double Six: Ruhmreicher Name des Karosseriers Vanden Plas.
Einer von zwei Tankeinfüllstutzen; die beiden Tanks im Heck fassen je 45 Liter.
Wechsel in den Ferrari 512 TR, von dem zwischen 1991 und 1994 nur 2.280 Exemplare entstanden.
Sportwagen: Hier dreht sich alles um Höchstleistung. In einem Supersportwagen darf ein V12 zeigen, wozu er in der Lage ist. Tempo 300? Ehrensache.
Flach und breit. Die Frontpartie weckt Erinnerungen an klassische Ferrari.
Klassisch schönes Cockpit. Die Kabine zeigt sich überraschend hell und luftig.
Der V12 sitzt direkt hinter der Fahrerkabine.
"Von null bis Tempo 200 in nicht einmal 17 Sekunden. Damit kann man sich heute noch sehen lassen." Roland Hilner, Ferrari-Besitzer aus Karlsruhe.
Selbst der Tankverschluss trägt einen Ferrari-Schriftzug – so etwas zeugt von Liebe zum Detail.
Unter den Belüftungsdüsen in der Mitte des Cockpits finden sich drei Zusatzinstrumente.
Offene Schaltkulisse. Der erste Gang sitzt natürlich links hinten.
Ein Gedicht: Der 5-Liter-V12 des Ferrari 512 TR erreicht seine Spitzenleistung von 428 PS bei 6.750/min.
18 Zoll-Leichtmetallräder mit filigranem Stern-Design, dahinter die Vierkolben-Bremsanlage.
Das spektakuläre Design des Ferrari 512 TR stammt von Pininfarina.
Selbst die hoch angesetzten Rückspiegel wirken dynamisch.
Die Heckpartie misst in der Breite fast zwei Meter.
Klappscheinwerfer, Lufteinlässe und ganz unten eine kleine Spoilerlippe.
Wir verlassen den Ferrari 512 TR und steigen um in das Topmodell der Baureihe R129, den 600 SL.
Roadster: Als Boulevard-Cruiser nur perfekt mit einem V12, die großen Leistungsreserven dabei stets im Sinn. Power macht glücklich - so einfach ist das.
Fahrgastzelle mit perfekter Ergonomie dank elektrisch verstellbarer Sitze.
Blitzsauberer Maschinenbau mit vier obenliegenden Nockenwellen, 395 PS und 570 Nm.
Poliertes Aluminium in der Schwelle, traditionell ein guter Platz für einen Namenszug.
Fünf Rundinstrumente im S-Klasse-Stil, breite Mittelkonsole, Airbag-Lenkrad.
Die mechanische Handbedienung Classic II der in Künzelsau ansässigen Firma Veigel ermöglicht einem behinderten Fahrer, Gas und Bremse seines Autos mit der rechten Hand zu bedienen.
Zum Gasgeben wird der Handgriff im Uhrzeigersinn gedreht, während die Bremse durch leichten Druck nach vorn betätigt wird. Das System lässt sich relativ einfach in nahezu jedes Automodell (auch Klassiker) einbauen, das Fahrzeug kann dennoch jederzeit auf herkömmliche Art bewegt werden.
Der R 129 gilt für viele als der beste Entwurf des Designers Bruno Sacco.
Automatik-Wahlhebel mit Logo. Zur Verfügung stehen fünf Gangstufen.
Dezentes V12-Logo am vorderen Kotflügel.
Die Scheinwerfer-Wischanlage zählt bereits zur Serienausstattung des Zwölfzylinders.
Der SL 600 rollt auf den typischen 8-Loch-Felgen - und zuweilen arg beanspruchten Reifen im Format 225/55 ZR 16.
SL-600-Schriftzug über der linken Riffelglasleuchte als klare Ansage an alle anderen.
"Der 600er besticht durch seine einzigartige Laufkultur. Genügend Leistung ist immer vorhanden." Roland Schmid, SL-Besitzer, Stuttgart
Von dem 600 SL, dem Topmodell der R129-Baureihe, wurden zwischen 1992 und 2001 11.089 Exemplare gebaut.
Fazit von Michael Schröder, Motor Klassik-Redakteur: Der V12 ist und bleibt eine Ansage, egal, in welchem Modell er sich befindet. Seine Ausgewogenheit und natürlich seine unerreichte Laufruhe machen ihn zum idealen Partner einer Luxus-Limousine.
Der Daimler verteidigt sein einstiges Alleinstellungsmerkmal vehement - Leistung als stille Reserve und natürlich für das Prestige. Wenn XJ, dann bitte nur als V12.
Der Ferrari hingegen fordert. Einfach nur so dahingleiten, um entspannt von A nach B zu reisen, lehnt er vehement ab. Dafür ist sein einzigartig modellierter V12 zu laut, zu aggressiv, zu schnell. Wer mit ihm glücklich werden will, muss bereit sein, Opfer zu bringen.
Anders der SL, der im modernen Verkehr kaum auffällt. Ein perfekter Luxus-Cruiser für den Boulevard, jedoch mit Kraft im Überfluss.