Drei Sportler im Hockenheim bei Sonnenaufgang: Die raubeinige Corvette C7 Stingray tritt gegen ihre Konkurrenten ...
Drei Sportler im Hockenheim bei Sonnenaufgang: Die raubeinige Corvette C7 Stingray tritt gegen ihre Konkurrenten ...
... Jaguar XKR-S und Porsche 911 Carrera S zur Hatz auf dem Kleinen Kurs an.
Die 7. Generation des Klassikers kam pünktlich zum 60-jährigen Jubiläum der Corvette auf den Markt.
Der 6,2-Liter-V8 mit 466 PS hat erstmals Benzindirekteinspritzung und Zylinderabschaltung.
Soundmaschine: Der herrlich klingende Klappenauspuff lässt den V8 erst richtig zur Geltung kommen.
Hartplastik ade: Das Cockpit der Corvette ist inzwischen sehr gut verarbeitet.
Dank großem zentralen TFT-Display lassen sich die Instrumente verschieden darstellen. Hier mit flächigem Drehzahlmesser, Öldruck/-temperatur und anderen Daten, ...
... in dieser Variante mit klassischem Drehzahlmesser, ...
... schließlich mit modern gestyltem Rundinstrument und Digitalanzeige der Motordaten.
Die Einstellungen erfolgen im Menü am großen TFT-Bildschirm in der Mittelkonsole, der Drehsteller hinter dem Schalthebel ist das Eingabeinstrument.
Bei sieben handgeschalteten Gängen muss man schon aufpassen, welcher Gang als nächstes rein soll.
Gute Fertigungsqualität im Innenraum, die Sportsitze "Competition" kosten jedoch 1.850 Euro Aufpreis.
Für die gelb lackierten Bremssättel wird ebenfalls ein Aufpreis fällig: 550 Euro.
Der namensgebende Stachelrochen findet sich auf der Karosserie der C7 wieder.
Als erster Herausforderer tritt nun der Jaguar XKR-S auf den Plan.
Der Heckspoiler soll dem ohnehin recht schweren Briten zu noch mehr Abtrieb verhelfen.
Das sportlich-elegante Jaguar-Cockpit ist in Klavierlack-Optik gehalten.
Bequeme Sportsitze sorgen für guten Seitenhalt und Langstreckenkomfort.
Der durchzugsstarke Fünfliter-Achtzylinder mit Kompressor und 550 PS punktet mit den besten Beschleunigungswerten des Test-Trios.
"Einmal den rot pulsierenden Startknopf drücken, schon bricht ein emotionales V8-Gewitter los."
Die Katze blickt angriffslustig vom Felgenmittelpunkt. Auf 100 km lässt sie sich dafür auch 19,7 Liter Super Plus schmecken.
Feines Detail: Der Jaguar-Schriftzug über der Luftauslassöffnung hinter den Vorderrädern.
Der Porsche 911 Carrera S tritt als zweiter Corvette-Gegner an.
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: Der 3,8-Liter-Sechszylinderboxer mit 400 PS ist komplett hinter einer Abdeckung mit Lüftern verborgen.
Eine Sportabgasanlage beim Porsche lohnt sich definitiv, meint Autor Christian Gebhardt.
Die elegante Lackierung in Dunkelblaumetallic wird durch eine zweifarbige Innenausstattung ergänzt.
Fahrsicherheitssysteme samt Fahrwerkseinstellung befinden sich im Porsche hinter dem Schalthebel.
Der Porsche trat ohne Keramik-Bremsanlage und tiefergelegtes Sportfahrwerk zum Test an.
Stattdessen waren 20-Zoll-Räder mit Stahlbremsanlage montiert.
Das Trio darf nun auf den Kleinen Kurs, um gegeneinander anzutreten.
Mit 1.11,5 Minuten ergattert die Corvette C7 die heutige Bestzeit auf dem Kleinen Kurs.
Sie ist damit zwei Zehntelsekunden schneller als die Z06-Version der C6-Baureihe mit Goodyear Eagle F1 Supercar-Bereifung.
Mit 1.11,8 Minuten legte der Porsche die Messlatte auf dem Kleinen Kurs für die Corvette C7 Stingray sehr hoch. Doch es reichte nicht ganz.
Im Elfer gelingt die schnelle Runde allerdings müheloser und erfordert weniger Lenkkorrekturen als in der C7.
Der Jaguar liegt dagegen mit einer Rundenzeit von 1.14,2 Minuten deutlich hinter Porsche und Corvette.
Er unterbietet aber zumindest den zuletzt im Supertest (3/2012) gefahrenen XKR-S noch einmal um zwei Zehntelsekunden.
FAZIT: Der Porsche 911 Carrera S fasziniert mit seiner einfachen Beherrschbarkeit im Grenzbereich und dem Spagat zwischen Alltag und Sportlichkeit.
Hier liegt auch die Stärke des Jaguar: Auf der Rennstrecke fällt er durch sein Gewicht und die fehlende Traktion ab, punktet aber als schneller Reisebegleiter.
Die Corvette dagegen wurde beeindruckend weiterentwickelt ohne den kernigen Charakter zu verwässern. Ihre fahrdynamischen Leistungen liegen nun auf dem Niveau der Z06 der C6-Baureihe - und dabei ist die Corvette mindestens 30.000 Euro billiger als die Konkurrenz.