Der Bugatti Typ 57 von 1939 ist eine Skulptur - und bei Bedarf 180 km/h schnell.
Der Bugatti Typ 57 von 1939 ist eine Skulptur - und bei Bedarf 180 km/h schnell.
Die Karosserie entstand bei der Carosserie Vanvooren nach den Wünschen von Fernand Chaussivert.
Erst der zweite Anlauf glückte: Den ersten Bugatti 57 C mit der Vanvooren-Karosserie gefiel Chaussivert nicht - und wurde anderweitig verkauft.
Chaussivert fertigte einige Zeichnungen an - und Vanvooren arbeitet zu seiner vollsten Zufriedenheit.
Der Bugatti 57 C Vanvooren ist ein authentischer Zeitzeuge, wie es heute nur noch wenige gibt.
Das Fahrgestell mit kompressorgeladenem 8-Zylinder-Reihenmotor kostete 1938 den "Prix spécial" von 90.000 Franc.
Zeit-los: Man möchte den 57 C Vanvooren stundenlang einfach nur betrachten.
Zeit-Kapsel: Tür zu, und der Bugatti nimmt einen mit in die 30er Jahre.
Den Innenraum dominiert das große, steil stehende Lenkrad.
Elastizitätsbeweis: Im vierten Gang lässt sich ab 15 km/h beschleunigen.
Bitte Einsteigen: Zwei Leute reisen komfortabel von Paris nach Nizza.
Die kleinen Schießscharten-Fenster können mit einem Vorhang verdunkelt werden.
Auslegeware passend zum Cockpit: Gepäckraum mit Reserverad.
Als Vorbild für die fließenden Linien der Vanvooren-Krarosserie diente der Bugatti Atalante.
Identitätsnachweis: Typenschild von 57.835 vorn im Motorraum.
Matching numbers: Auch der Motorblock trägt die Nummer 57835.
Der Erstbesitzer Chaussivert vererbte seinen Vanvooren-Bugatti zusammen mit einem Haus in Südfrankreich und einem Weinkeller mit 3.000 Flaschen an einen Neffen.
Kunsthandwerk auch im Maschinenraum: dohc-Achtzylinder. 3,3-Liter-Reihenachtzylinder, Kurbelwelle sechsfach gelagert, zwei obenliegende Nockenwellen und Schlepphebel, mit Roots-Kompressor 175 PS bei 5000 Touren
Integriert: Die Blinker fügen sich halbwegs in das Gesamtbild ein.
Gütesiegel: Der Name bürgt für Kunsthandwerk in Vollendung.
Jean Bugatti sah für den Typ 57 ein Fahrwerk mit Einzelradaufhängung vor, doch sein Vater Ettore bestand auf der geschmiedeten Starrachse.
Doch auch mit der Starrachse liegt der Bugatti für Autos seiner Zeit hervorragend - und ermöglicht zusammen mit dem 175 PS starken Kompressor-Achtzylinder hohe Reiseschnitte.
Geschichtsstunde: Jaap Braam Ruben, Autor Götzl, Julius Kruta und Philippe Mulders mit Chaussiverts Skizzen.
Fazit von Motor Klassik-Chefredakteur Hans-Jörg Götzl: Chassis-Nummer 57.835 ist ein rollendes Kunstwerk und ein technisches Faszinosum, vor allem aber ein authentischer Zeitzeuge, wie es heute nur noch wenige gibt.