Ja, wir durften ihn endlich fahren! Und nein, wir wurden nicht enttäuscht. Der BMW M4 GTS überzeugt schon auf den ersten Runden. Mit 500 PS ist er der stärkste M3-Abkömmling aller Zeiten.
Ja, wir durften ihn endlich fahren! Und nein, wir wurden nicht enttäuscht. Der BMW M4 GTS überzeugt schon auf den ersten Runden. Mit 500 PS ist er der stärkste M3-Abkömmling aller Zeiten.
Und er soll auch der schnellste Serien-BMW aller Zeiten werden. Redakteur Stefan Helmreich war unterwegs, um herauszufinden, wie die Chancen dafür stehen. Wie lautet das Rezept für den GTS?
Die Herangehensweise blieb im Grunde dieselbe wie beim E92 M3 GTS: Leistung rauf, Gewicht runter, dazu ein Fahrwerk ohne Elektronik-Firlefanz und on top ein Aerokit. Aber es warten noch mehr Innovationen.
OLED-beleuchtet: Die Lichttechnik des M4 GTS soll nach und nach Einzug in mehr BMW-Modelle erhalten.
Der Dreiliter-Reihensechszylinder bleibt in seinen Wesenszügen praktisch unverändert. Bedeutet: zwei extrem spontane Mono-Scroll-Turbolader, Schmiedekurbelwelle, langhubige Zylinderarchitektur ...
... und dasselbe Drehzahllimit jenseits der 7.000/min. Die große Frage: Wodurch entsteht die Mehrleistung? Die Antwort: Mit Hilfe von Wasser!
Unter Volllast wird es als feiner Nebel in den Sammler gesprüht und kühlt die Verbrennungsluft.
Die Folge ist eine reduzierte Klopfgefahr und letztlich Spielraum für mehr Ladedruck: 1,2 bar sind es im M4, deren 1,5 nun im GTS.
Der notwendige Wasserspeicher befindet sich ebenso wie das Pumpsystem unter dem Ladeboden des Kofferraums. Er fasst fünf Liter.
Und sollte man doch mal trocken laufen, regelt die Elektronik Zündzeitpunkt und Aufladung entsprechend zurück - um 50 auf 450 PS, sodass das ganz große Drama ausbleibt.
In seiner radikalsten Stellung disqualifiziert das Aerokit den M4 GTS sogar von der StVZO.
Der Flügel ist in drei Stufen verstellbar.
Eine neue Titan-Auspuffanlage entlässt die Abgase wesentlich reihensexier als bisher. Am Heck tost ein Feuerwerk aus Krakeelen, Posaunen, Lastwechselhaubitzen und - hört, hört - endlich ein bisschen Reihensechsappeal im Unterton.
Gebremst wird mit der Keramik-Compound-Anlage, geschaltet per Doppelkuppler. Ausschließlich.
Die Felgen tragen den klangvollen Namen "Styling 666 M".
Ein massiver Splitter leitet die Luft über den M4 GTS zu seinem großen Heckflügel. Abtrieb, Baby!
Aber gut, dass er nicht ganz unerotisch sein würde, war ja schon ein bisschen vorherzusehen, und auch der dramatisierte Schub ist letztendlich nichts weiter als die logische Folge einer Leistungssteigerung.
Mit an Bord: Werkzeug zum Verstellen des Fahrwerks.
Es fehlt ein bisschen die letzte Konsequenz im Cockpit des GTS: Das große Navi ist stets mit an Bord, genau wie das schwerere 7-Gang-DKG. Schaltgetriebe?
Gibt's nicht. Aber es passt - ehrlich gesagt - schon zum Flair, wenn du da am Lenkrad hoch- und runterpaddelst und die Gänge auf die Hinterachse klatschen. So humorlos und so unterhaltsam.
Ein bisschen Zierrat darf natürlich nicht fehlen.
Kleiner Hinweis auf den GTS im Tacho.
Stramme Sportsitze mit Sechspunktgurten von Schroth-Racing.
Im Clubsport-Paket ist der Überrollkäfig mit dabei, ohne Aufpreis.
Stilecht: Auch ein Feuerlöscher ist wie beim E92 M3 GTS mit an Bord. Für den Notfall, versteht sich.
Der normale M4 ist ein Hallodri. Ständig drückt er aus der Hüfte, will übersteuern statt bloß ideal linieren, sodass du meistens am Austarieren bist zwischen "noch neutral" und "schon im Drift". Der M4 GTS macht das etwas eleganter, wenn auch tendenziell immer noch übersteuernd.
Wer es autoritär mag, kann es haben: Dann laminiert sich der M4 GTS mit abartiger Seitenführung in Kurven hinein, bleibt nahezu ungerührt von Seitenneigung und lässt dich alles spüren, das Limit, wo es anfängt, wo es erreicht ist oder überschritten.