In den wilden 90ern ging der BMW M3 mit Vierzylinder-Sauger in der DTM auf Jagd, heute tritt er mit Sechszylinder-Biturbo an.
In den wilden 90ern ging der BMW M3 mit Vierzylinder-Sauger in der DTM auf Jagd, heute tritt er mit Sechszylinder-Biturbo an.
Wir lassen die Legende des M3 in Hockenheim aufleben.
Duell in der Sachs-Kurve: Der Fina-DTM-M3 von 1992 schafft 86 km/h (1,5 g), die aktuelle M3 Limousine 80 km/h (1,2 g).
Der BMW M3 E30 DTM beschleunigt in rund 4,6 Sekunden auf Tempo 100. Der M3 F80 erreicht Landstraßentempo eine Zehntel schneller.
E30 DTM: Ab 6.000/Min verliebst du dich. Spätestens bei 7.500 Touren weißt du: Es ist die große Liebe.
Was 1992 ging, geht heute auch noch: Der FINA-DTM-M3 räubert über die Hockenheimer Curbs.
Nach der Fahrt im alten DTM-Renner heißt es Umsteigen.
Geliebte Hecktriebler-Tugenden: so stabil wie der F80 ließ ...
... sich noch kein M3 zuvor driften.
Blicken wir auf die beiden Motorenkonzepte.
Der aktuelle BMW M3, ausgestattet mit einem zwangsbeatmeten 3,0-Liter-Reihensechser, leistet 431 PS. Sein maximales Drehmoment: 550 Nm. Die Leistung geht ausschließlich an die Hinterachse.
Ein Charaktertyp? Zumindest was den Biturbo-Sound betrifft, hätte sich die M GmbH noch weiter aus dem Fenster lehnen dürfen. Warum kann der Motorstart nur im Efficient-Modus erfolgen?
Drehzahl-Weltmeister: Der 2,5-Liter-Vierzylinder drehte im Renneinsatz damals bis knapp über 10.000 Umdrehungen und leistete im Idealfall zwischen 375 und 380 PS.
Der DTM-M3 steht auf 245/640 R18 Reifen vorne, hinten trägt er 9,0-Zoll-Leichtmetallfelgen.
Teuer gleich gut? Ob die optionale Carbon-Keramik-Bremsanlage für 7300 Euro Aufpreis standfester als die Serien-Stahlbremse verzögert, muss ein anderer Test klären. Der M3 trägt 19 Zöller und ist mit Michelin-Pneus bestückt.
Trendsetter E30 DTM: Genauso wie die typischen M-Außenspiegel wurden die nach oben gewölbten DTM-Endrohre anschließend zum Trend der Tuninggemeinde.
Vier Endrohre schmücken das Heck des neuen M3.
Im DTM-M3 nimmt der Fahrer auf Rennsportsitzen Platz.
Dort wird er von einem Sechspunktgurt festgehalten.
Geschützt wird er von einem Überrolkäfig. Das Cockpit zeigt sich ausgeräumt und trägt nur das Allernötigste.
Cockpit des BMW M3.
Schalenartig ausgeformte Sportsitze im BMW M3.
Die Höchstgeschwindigkeit des BMW M3 E30 DTM liegt bei ca. 300 km/h.
Erstmals mit EPS-Lenkung: Wie der M4 tritt auch der M3 mit elektromechanischer Lenkung an. Per Knopfdruck kann die Kennlinie variiert werden. Die Rückmeldung ist präzise, die Haltekräfte im Sport-Plus-Modus sind angenehm straff.
Um Startnummer sieben raus auf den Kurs zu treiben, musste zunächst jedoch die AP-Carbonkupplung überwunden werden, die mit ihrem Pedaldruck schwer an die Beinpresse im Fitnessstudio erinnert.
Leichtfüßiger ist die Pedalerie des M3 F80.
Variables Set-up: Durch die zwei Hebel vor dem Schaltstock konnten die Schwertstabis während der Fahrt justiert werden. Unterschiedlich übersetzte Lenkung je nach Rennstrecke (17,0 : 1 oder 14,7 : 1).
Danke, M, dass ihr das Handschaltgetriebe nicht aussterben lasst! Serienmäßig geht der F80 mit manuellem Sechsganggetriebe an den Start. Für 3900 Euro Aufpreis steht noch das Siebengang-DKG zur Auswahl.
Rennsport-Technik im M3 E30 DTM.
Der Fina-M3 trägt beispielsweise nicht nur die Originalverglasung aus dem Straßenmodell, sondern auch die Türverkleidungen samt Fensterkurbeln.
Den Kleinen Kurs in Hockenheim meistert der DTM-M3 in 1.09,1 Minuten.
Der M3 F80 schluckt das Asphaltband in 1.13,1 Minuten.
Wenn ich wieder von einem M3 träumen werde, wird es ab sofort der originale Fina-BMW M3 E30 DTM von Johnny Cecotto aus der DTM-Saison 1992 sein - was für ein Traumwagen!