Zwei Edelkombis duellieren sich: Der Mercedes CLS Shooting Brake tritt gegen den BMW 5er GT an.
Zwei Edelkombis duellieren sich: Der Mercedes CLS Shooting Brake tritt gegen den BMW 5er GT an.
Eigentlich trifft der Terminus Kombi auf beide Autos nicht hundertprozentig zu. Da sie sich aber beide als Reisefahrzeuge mit viel Platz für Passagiere und Gepäck verstehen, ist er auch nicht verkehrt.
Der erste große Unterschied liegt im Preis: Während der BMW 5er GT mit einem Grundpreis von 48.700 Euro startet, ist der Mercedes CLS Shooting Brake erst ab satten 61.761 Euro zu haben.
Um es gleich vorwegzunehmen: Mehr Laderaum ohne Umklappen gibt es im CLS. Dafür hat der GT die größere Klappe, auf Wunsch öffnet nur der untere Teil.
Wer mehr Platz braucht und mit viel Gepäck unterwegs ist, wird den Shooting Brake anstelle des normalen CLS ins Auge fassen.
An den mandelförmigen Rücklichtern ist der CLS leicht zu erkennen.
Die elegante und geschwungene Linie lässt den Shooting Brake flach und athletisch erscheinen.
Im Cockpit geht es luxuriös und gediegen zu, die Parkbremse wird ganz klassisch per Fußtritt betätigt.
Die Hauptinstrumente sind in drei tubusartigen Röhren versenkt, Informationen werden im zentralen Multifunktionsdisplay angezeigt.
Die Luftfederung Airmatic ist an der Hinterachse Serie, an der Vorderachse in Verbindung mit dem Adaptivfahrwerk (1.345 Euro) zu haben.
Für die Navigationssystem verlangt Mercedes einen satten Aufpreis von 3.154 Euro.
Die Analog-Uhr in der Mittelkonsole wird dagegen serienmäßig mitgeliefert.
Zur Bedienung des Drehstellers für das Menü kann man sich auf dem Ausläufer der Armlehne abstützen.
Die Klimatisierung sitzt ziemlich weit unten in der Mittelkonsole.
Im Fond ist zwar mehr Platz als im normalen CLS, aber der BMW bietet hier mehr.
Auf den Multikontursitzen (619 Euro) reist es sich hervorragend auf Langstrecken.
Bis zu 1.550 Liter passen bei umgeklappter Rücksitzbank in den Shooting Brake. Ein Spirituosen-Laster ist er deshalb aber noch lange nicht.
Selbst das Gepäck reist stilvoll: Für 4.700 Euro und 50 Cent mehr vertäfelt Mercedes mit ein paar Klafter edlem Kirschbaum den Laderaum des CLS Shooting Brake. Die Frage ist nur, ob man dann noch etwas transportieren will.
120 Nm und 20 PS mehr sorgen für Vehemenz, doch das Nageln hat sich der OM 651 nicht abgewöhnen können.
Dem GT liegt mehr das sachte Temperament, der CLS 250 CDI nagelt dagegen energisch über Landstraßen.
Der Höhenunterschied beider Fahrzeuge erklärt, warum der BMW mehr Kopffreiheit bieten kann.
Der CLS Shooting Brake duckt sich tief. Beim GT dagegen verhilft das Schrägheck zu einem Wintergarten-Ausblick.
Der Gran Turismo aus München will ein großer und komfortabler Reisewagen sein.
Durch seine nach hinten sanft abfallende Linie stellt er viel Platz in Fond und Kofferraum zur Verfügung.
Im Vergleich zum Shooting Brake fällt der etwas längere Radstand beim BMW auf.
Das Cockpit ist im aktuellen BMW-Stil gehalten und vermittelt Sachlichkeit.
Die Instrumente werden im BMW voll digital dargestellt.
Im Eco Pro Modus sorgt der BMW durch Sparen am richtigen Ort für weniger Kraftstoffverbrauch.
Der Schaltknauf erinnert fast schon an einen Flugzeug-Joystick, der iDrive-Drehsteller liegt rechts daneben.
Komfortsitze sind für den BMW optional erhältlich (2.260 Euro) und lassen Langstrecken kurz erscheinen.
Hinten ist eigentlich die erste Reihe des GT: bequeme, einzeln verstellbare Sitze, viel Knieraum.
Die Assistenzsysteme werden links vom Lenkrad unter dem Lichtschalter bedient.
Im normalen Kofferraum bringt der BMW nur 440 Liter unter, bei umgeklappter Rücksitzbank dagegen 1.700 Liter und damit 150 Liter mehr als der Mercedes.
In Weinkisten ausgedrückt sind 150 Liter eine Menge.
Vielfach für seine souveräne Kraft gelobt, schleppt der Diesel doch schwer am GT.
Der hohe Kaufpreis ist zwar ein Argument gegen den Mercedes, dafür kann er aber die Fahreigenschaftswertungen klar für sich entscheiden. Im BMW ist dagegen viel Platz und Komfort geboten, an dem auch der etwas durchzugsschwache Dieselmotor nichts ändert.