Draußen ist bald wieder Sommer und schon sieht man die ersten Sixpacks: Der Mercedes C 350 tritt an gegen den neuen BMW 335i.
Draußen ist bald wieder Sommer und schon sieht man die ersten Sixpacks: Der Mercedes C 350 tritt an gegen den neuen BMW 335i.
306 PS wohin man blickt: Saugender V6 im Mercedes, aufgeladener R6 im BMW.
Optisch mögen sich die Geister scheiden, technisch zeigen wir auf, wo die Stärken und Schwächen der potenten Limousinen liegen.
Zumindest bei der Verarbeitungsqualität hat der C 350 die Nase vorn. Die Materialanmutung ist solider, hochwertiger und eleganter.
Dafür überzeugt der BMW durch seine Fahrleistungen. Aus einem knappen halben Liter Hubraum weniger zerren 400 Nm schon bei 1.200 Umdrehungen an den hinteren Gummis.
Der Mercedes geht es ohne Turbo etwas entspannter an und stellt bei 3.500/min sein maximales Drehmoment von 370 Nm zur Verfügung.
Die Achtgang-Automatik des 335i (optional für 2.260 Euro) überzeugt durch blitzschnelle Gangwechsel und lässt sich durch Schaltwippen auch manuell dosieren.
Im C 350 waltet eine serienmäßige Siebengang-Automatik, die in Verbindung mit einem beherzten Gasfus den Zeitrahmen für den Sprint von 0 auf 100 km/h auf 5,5 Sekunden beschränkt.
Den Sprint ermöglicht der kultivierte V6-Sauger des C 350, der ungleich zurückhaltender arbeitet als der Konkurrent im BMW 335i; ...
... hier rasseln sechs Kolben in Reihe und sorgen für einen potenten Sound. Dank TwinScroll Turbolader ist die Leistung auf einem Drehzahlband von 1.200 bis 5.000 Umdrehungen abrufbar.
So trotzt der BMW dem C 350 mit weniger Hubraum und fast gleichem Gewicht von 1,6 Tonnen im Sprint vier Hunderstel ab.
Der Mercedes punktet allerdings durch seine Souveränität und entspannte Art der Fortbewegung.
Das Cockpit des Mercedes C 350 ist hochwertig verarbeitet und mutet luftig an.
Das umständliche Bordmenü und viele Schutzsysteme kennzeichnen den C 350.
Die Siebengang-Sportautomatik ist beim Mercedes C 350 Serie.
Zahlreiche Assistenzsysteme sorgen im Mercedes für Sicherheit, daneben können sich zumindest Fahrer und Beifahrer über Sitzbelüftung freuen.
Die Multikontursitze des Mercedes kosten 512 Euro Aufpreis, dafür locken sie mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten.
Das Comand-Navigationssystem kostet 3.070 Euro Aufpreis.
Im Fond logiert man nicht ganz so bequem wie im BMW 3er. Die Passagiere profitieren allerdings vom im Vergleich zum Vorgänger um fünf Zentimeter verlängerten Radstand, der den Ein- und Ausstieg erleichtert.
Das Gepäckraumvolumen des Mercedes beträgt 475 Liter und fällt damit fast gleich groß aus wie das des BMW.
In puncto Verarbeitungsqualität muss der BMW gegenüber dem Mercedes Federn lassen.
So "stört mal ein kleiner Grat, mal ein ungenaues Spaltmaß, mal wirkt die Narbung der Kunststoffe altbacken," so Testredakteur Dani Heyne.
Dafür glänzt der 3er mit einem 8,8 Zoll breiten hochauflösenden Display mit hervorragender Bildqualität - sofern das 2.390 Euro teure Navigationssystem Professional auf der Optionsliste mit einem Haken versehen wird.
Der Eco-Pro Modus des serienmäßigen Fahrerlebnisprogramms lässt den 335i auf Wunsch sparsamer oder bissiger am Gas hängen und unterwegs sein.
Im Eco-Modus wird die gewonnene Reichweite und eine Verbrauchsstatistik ausgewiesen.
Die Sportsitze im BMW sind Bestandteil des 1.900 Euro teuren Sportpakets.
Im Fond des BMW 335i sitzen Fahrgäste bequemer als im Mercedes.
Die Achtgang-Automatik schlägt mit 2.340 Euro zu Buche - inklusive Schaltwippen am Lenkrad.
Erstmals erhält der BMW 3er im Zuge des Spurverlassenswarnungs-Pakets ein Auffahrwarnsystem (für 520 Euro). Selbständig eine Notbremsung einleiten wie der Mercedes mit seinem 2.321 Euro teuren Fahrassistenz-Paket Plus kann der 3er allerdings nicht.
Das Gepäckraumvolumen beim BMW 3er beträgt 480 Liter.
Der Mercedes C 350 ist im Slalom nicht ganz so agil und sportlich wie der BMW.
Die Lenkung ist jedoch besser und die Start-Stopp Automatik funktioniert auch bei Minusgraden einwandfrei.
Der 3er erhält eine neue Fahrwerksabstimmung und per Knopfdruck kann das optionale adaptive Fahrwerk komfortabler eingestellt werden.
Die optionale Sportlenkung wirkt allerdings etwas synthetisch. Der Geradeauslauf leidet aufgrund der spontanen Reaktionen schon unter geringen Lenkbewegungen.