Agile Mittelklasse-Limousinen mit kräftigem Dieselmotor und Allradantrieb – eine Domäne der selbst ernannten Premium-Hersteller. Doch jetzt will der neue VW Passat dem BMW 330d xDrive ans Leder.
Agile Mittelklasse-Limousinen mit kräftigem Dieselmotor und Allradantrieb – eine Domäne der selbst ernannten Premium-Hersteller. Doch jetzt will der neue VW Passat dem BMW 330d xDrive ans Leder.
Kann der vermeintliche Biedermann den BMW 3er in die Schranken weisen?
Beide setzten im Vergleichstest auf Selbstzünder und Allradantrieb. Bei BMW nennt sich der xDrive, bei VW 4Motion.
Eine Frage der Priorität: In den VW passt mehr rein, der BMW beschleunigt besser.
Im Standardsprint fährt der BMW 330d xDrive dem Passat 2.0 TDI um die Ohren: 5,3 zu 6,3 Sekunden. Bei der Messung 0-200 fällt versiebenfacht sich der Vorsprung gar.
Die Motorpower wird im BMW von einer Achtgangautomatik übersetzt, im VW Passat 2.0 TDi werkelt ein Siebengangdoppelkuppler.
258 zu 240 PS: mehr Zylinder sind natürlich für etwas gut.
Der fantastische Antriebsstrang im BMW 3er reicht als Kaufgrund.
Regenschlacht: Der BMW 330d xDrive und VW Passat 2.0 TDI messen sich in Hockenheim unter nassen Streckenbedingungen. Der Wettergott meinte es nicht gut mit den Mittelklasse-Limousinen.
Ehrensache: Im Grunde seines Antriebsstrangs bleibt der BMW ein Hecktriebler – nicht immer einfach.
Ein Stellmotor an der Lamellenkupplung des xDrive-Systems variiert die Momentenverteilung, allerdings mit Schwerpunkt auf den Hinterrädern. Klingt nach Spaß? Durchaus!
Im Sport-Modus des ESP fährt der BMW 3er zwar ruhiger, muss sich jedoch immer mal wieder hart von der Elektronik einbremsen lassen. Schneller als 1.29,1 Minuten kämpft sich der 330d jedenfalls nicht um den Kleinen Kurs
Kann er VW Passat den 3er im Nassen ausstechen? Wie der BMW 330d xDrive schickt auch der Passat sein maximales Drehmoment von 500 Newtonmetern sicherheitshalber an alle vier Räder (elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung nach dem Prinzip Haldex).
Sichere Sache: Ja, der 240 PS starke Passat fährt bei Nässe ziemlich humorlos – aber auch ziemlich schnell.
Ungerührt folgt der VW konstant untersteuernd der vorgegebenen Linie, kann früh mit Gas aus den Kehren herausbeschleunigt werden, lässt sich so leicht beherrschen wie ein Kinderkarussell.
Die nicht vollständig deaktivierbare Regelelektronik arbeitet im Test wohldosiert, gibt gelegentlich kleine Bremsimpulse, wenn der Fahrer die Linie kennt. In Hockenheim knöpft der Passat dem 3er schließlich drei Zehntel ab.
Der BMW 330d xDrive berührt die Straße mit 18-Zoll-Felgen, die mit Bridgestone-Pneus bezogen sind.
Sein Grundpreis: 47.750 Euro.
Edel und schick zeigt sich der Innenraum des 3er.
Konturierte und elektronisch verstellbare Sitze.
Bei 250 km/h schiebt BMW einen Riegel vor.
In der Mitte: Über die gewählten Fahrmodi oder Leistungs- und Drehmomentwerte informiert ausschließlich der Bordmonitor.
Die Achtstufenautomatik spielt wieder einmal den guten Kumpel, serviert jede Übersetzung schnell und punktgenau, reagiert zudem fix auf manuelle Schaltbefehle an den ergonomisch optimal platzierten Lenkradpaddeln.
Abschalten: Hier bedeutet "Off" auch wirklich aus – mit allen Konsequenzen. Doch der Sport-Modus des ESP funktioniert ebenfalls ziemlich ordentlich.
Der VW trägt ebenfalls 18-Zoll-Schlappen.
Der Passat 2.0 TDI 4Motion steht mit 45.125 Euro in der Preisliste.
Bereits auf der Fahrt zur Teststrecke fällt die elektromechanische Konstruktion durch direktes, natürlich nicht hibbeliges Ansprechen, vorbildliche Rückmeldung und angenehme Haltekräfte auf.
Die Sitzposition im VW Passat passt auch.
Mittendrin: Tacho? Drehzahlmesser? Nur noch virtuell – na ja, gegen Aufpreis. Nun lassen sich hier viele Infos ...
... vom großen Monitor einspielen.
Das VW-Doppelkupplungsgetriebe hetzt ebenfalls zielstrebig durch die sieben Gänge, ...
... ärgert den Passat-Fahrer jedoch zuweilen mit ausgeprägtem Ruckeln beim Anfahren.
Durchschalten: ASR kann abgeschaltet werden, ESP nicht. Dafür gelang die Abstimmung sehr gut. Der Fahrer kann einen Modus selbst zusammenstellen.
Richtig eng: Der BMW schlägt den VW nur um ein Pünktchen.
Hier die Rundenzeitenübersicht aus Hockenheim.