Äußerlich kaum verändert, soll die überarbeitete Mercedes A-Klasse spürbar komfortabler fahren.
Äußerlich kaum verändert, soll die überarbeitete Mercedes A-Klasse spürbar komfortabler fahren.
Kann sie mit dem quirligen BMW 1er mithalten, der bei seinem Facelift kürzlich ebenfalls komfortabler abgestimmt wurde?
Der 1er bekam beim Facelift bessere Cockpit-Materialien und eine stärkere Spreizung seiner Adaptivdämpfer. Darüber hinaus wurde auch die Außenhaut gefälliger gestaltet.
Die Modellpflege der A-Klasse fiel da rein optisch deutlich zurückhaltender aus. Die neuen Schürzen und Lampen-Designs (vorn mit LED- statt Xenon-Licht) dürften nur Experten auffallen.
Noch bietet der 1er mit seinem Heckantrieb ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse. Das wird sich bald ändern - bis dahin wuselt er mit seiner direkten Lenkung quirliger um die Ecken als der Mercedes.
Stellt man den Dynamic-Select-Schalter unseres A220 Diesel auf Comfort, so fällt bereits nach einigen Metern auf: Bei Querfugen und Frostaufbrüchen spricht die neue Federung sehr sensibel an, ohne zu weich zu wirken.
Für eine saubere Linie verlangt der Hecktriebler jedoch mehr Konzentration. Immerhin müssen die Insassen keine Kompromisse beim Komfort eingehen. Sein Adaptivfahrwerk (1.100 Euro) federt ebenfalls wohlwollend.
Möglich wurde der Komfortgewinn in der A-Klasse unter anderem durch elektronisch angesteuerte Ventile in den Dämpfern, die den Öldurchfluss und damit die Härte regulieren.
Dank der kleinen 16-Zoll-Räder rollt der kleine Bayer weicher ab als die A-Klasse mit der 18-Zoll-Bereifung.
Beachtlich, wie stark die Fahrmodi den Charakter der A-Klasse verändern: In der Stellung Sport wird nicht nur das Fahrwerk härter, der 2,1-Liter-Diesel spricht auch wesentlich williger auf Gaspedalbewegungen an.
Die elektrisch verstellbaren Stoffsitze in unserem 116d bieten guten Komfort und Halt.
Die Sitze der A-Klasse blieben von der Modellpflege unberührt und tragen weiterhin eine fest integrierte Kopfstütze.
Feinere Materialien und bessere Verarbeitung standen im Lastenheft der Modellpflege des 1er weit oben.
Zum Facelift ist der Multimedia-Monitor im Mercedes von sieben auf acht Zoll gewachsen.
Klassische und klare Instrumente im 1er.
Die Instrumente im Mercedes wirken dagegen etwas verspielter.
Unterschiedliche Fahrmodi konnte man im 1er bereits vor der Modellpflege wählen. Nach der Überarbeitung wurden diese nochmals verfeinert.
Die verschiedenen Modi im Mercedes bieten eine breite Spreizung und verändern den Charakter des Fahrzeugs spürbar.
Gleichstand beim Platzangebot. Den engen Fond haben BMW 1er...
... und Mercedes A-Klasse gemein. Das war aber auch schon bisher so und hat dem Absatz alles andere als geschadet.
Gegen den Mercedes mit 177 PS sieht der Dreizylinder im 116d Efficient Dynamics mit 116 PS freilich keine Sonne. Leider war die passende Motorisierung in Form des A 180 Blue Efficiency nicht verfügbar.
Die 350 Nm und 177 PS des 2,1-Liter-Diesel sorgen für ein entspanntes und souveränes Fahrgefühl in der A-Klasse.
Auch beim Gepäckraum schenken sich BMW 1er...
... und Mercedes A-Klasse nichts. Beide bieten ähnliche Platzverhältnisse und Variabilität.
Die optionalen LED-Scheinwerfer im 1er BMW gibt es seit der Modellpflege. Sie lösten das Xenon-Licht ab.
Auch bei Mercedes setzt man bei der A-Klasse auf Voll-LED-Licht vorne. Natürlich optional. Serie ist wie beim BMW simples Halogenlicht.
Die 16-Zöller samt Spritsparbereifung sind eher dem Fahrkomfort statt der Dynamik zuträglich.
Anderes Bild beim Mercedes. Die Conti Contact Sport 5 im 18 Zoll Format dienen eher der Dynamik, denn dem Komfort.
Mit der Modellpflege verpasste man dem 1er zweigeteilte Rückleuchten. Diese teurere Lösung wirkt deutlich hochwertiger als das einteilige Rücklicht vor dem Facelift.
Mercedes setzt weiterhin auf einteilige Rücklichter. Allerdings in voll LED-Ausführung. Auch für Bremslicht, Blinker und Rückfahrscheinwerfer.
Nach den jeweiligen Modellpflegen rücken die beiden Premium-Kompakten enger denn je zusammen.
Dies gilt auch für die Preise. Nach wie vor sind A-Klasse und 1er auch preislich die Premium-Alternativen in der Kompaktklasse.
Wir freuen uns auf das erste Duell der beiden mit vergleichbaren Motorisierungen. Erst dann lässt sich tatsächlich sagen, wer nun die Nase vorn hat.