Die runderneuerten Rabauken von Mini und Opel treten gegen den aufgefrischten Audi S1 an. Wer erkämpft sich den Heldenstatus auf Landstraße und Rennstrecke?
Die runderneuerten Rabauken von Mini und Opel treten gegen den aufgefrischten Audi S1 an. Wer erkämpft sich den Heldenstatus auf Landstraße und Rennstrecke?
Mit über 200 PS Leistung und rund vier Metern Außenlänge sind die kleinen Hot-Hatches Garanten für sorgenfreien Fahrspaß.
Dabei gehen die drei nicht nur optisch verschiedene Wege. Auch bei Preis und Antrieb unterscheiden sich die Rennzwerge teils deutlich voneinander.
Der aufgefrischte Opel Corsa OPC stellt dabei den günstigsten Einstieg dar. Für 25.400 Euro rückt Opel den verschärften Corsa raus.
Dafür gibt es 207 PS aus einem 1,6 Liter Direkteinspritzer-Turbo, die den 1,3 Tonnen schweren Zweitürer in 7,3 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.
Interessanter als das plumpe Geradeaus ist bei dieser Fahrzeuggattung natürlich die Kurvenhatz. Hier zeigt sich der kleine Rüsselsheimer agil und neutral. Allerdings kämpft er ohne das optionale Sperrdifferenzial ein wenig mit der Traktion. Gefühl ist also gefragt.
Obwohl das OPC-Aggregat mit weniger Hubraum leben muss, wirkt der 1,6-Liter-Motor ebenso quirlig wie die Zweiliter-Triebwerke der Konkurrenz. Leider zeigte sich der Motor beim Testen etwas wetterfühlig.
Der Krawallzwerg dürfte ruhig etwas selbstbewusster brüllen. So klingt der Corsa OPC leider etwas belanglos.
Trotz optionaler 18 Zöller und breiteren Reifen kommt der Corsa an seine Traktionsgrenzen. Das optionale Sperrdifferenzial könnte da Abhilfe schaffen und das Bild des gelungenen Fahrwerk-Setups abrunden.
Das Armaturenbrett im aufgefrischten Corsa wird in der OPC-Variante mit Sportlenkrad und entsprechendem Schaltknauf aufgewertet.
Hervorragende Sitze gibt es oben drauf. Die Sitzposition fällt trotz der filigranen und sensationell stützenden Recaro-Schalen etwas zu hoch aus.
Für den JCW kassieren die Mini-Jungs ordentlich ab. Mit 31.750 Euro kostet er ganze 6.350 Euro mehr als der Opel und überbietet sogar den S1, was allerdings an der aktuellen Zwangskopplung mit Automatikgetriebe liegt.
Dafür kommt der Mini mit adaptiven Fahrwerk, der fein abgestimmten Automatik und einem vielfältigen Infotainment... Moment mal ! War der JCW nicht mal der kleine Hooligan im süßen Mini-Gewand? Nun, ums Eck kann er immer noch...
... und wie! Irre, wie der JCW den Lenkbefehlen folgt, frech, trocken, kommentarlos. Er fährt also heiter, der Mini JCW, wenngleich weniger dramatisch als der Vorgänger, jedoch schneller als seine Konkurrenten.
Im Serientrimm steht der JCW auf 17 Zöllern. Wer es größer möchte, muss Kreuzchen in der Aufpreisliste machen - neben der Kurvenhatz ist auch das Mini-typisch.
Mit der neuen Mini-Generation zog der 2,0 Liter Turbo-Vierzylinder mit 231 PS und maximal 320 Nm in den JCW und löste den Vorgänger mit 1,6 Litern ab. Das Upsizing macht sich allerdings auch beim Gewicht bemerkbar.
Der Klang mit seinen betonten, sauberen Bässen und dem definierten Auspuffploppen wirkt etwas synthetisch. Dennoch reißt der Sound weit mehr mit als der banale des Corsa.
Ein Automatikgetriebe? In einem JCW? Muss man sich so sehr den US-Kunden anbiedern? Immerhin: Es funktioniert ausgezeichnet.
Schöne, bunte Mini-Welt: Ein Kippschalterchen hier, ein Chrombügelchen dort, noch etwas Farbe dazu – der Mini gibt sich wirklich Mühe, zu gefallen.
Die Sitze des JCW wissen mit einer tiefen Einbauposition und reichlich Seitenhalt zu gefallen.
Der S1 besitzt ganz audi-like natürlich einen Allradantrieb. Das höhere Gewicht kann er im Trockenen fahrdynamisch jedoch nicht kompensieren. Seine Vorteile zeigt er im Nassen, wenn die anderen beiden mit ihrer Traktion kämpfen. Preislich liegt er auf JCW-Niveau.
Der 2,0-Liter TFSI entwickelt ein geradezu unerhörtes Drehmoment von 370 Newtonmetern. Mit 231 PS ist der Vierzylinder nominell auf einer Augenhöhe wie der Motor des Mini.
Mit bis zu 6.800 Umdrehungen wütet das Aggregat, klingt übrigens kernig-authentisch, nicht hohl oder schepprig, sondern voll und ein bisschen rau. Apropos: Die vier Endrohre wirken ein bisschen überschminkt, die Hälfte hätte auch gereicht.
Mit zahlreichen, roten Applikationen versucht Audi den sportlichen Anspruch des S1 auch im Innenraum zu zeigen.
Die zu hohe Sitzposition sowie die zu klein dimensionierten und vergleichsweise weich gepolsterten Sitze wollen da nicht so ganz ins Bild passen.
Audi S1 und Mini JCW sind dem Opel leistungsmäßig durch ihre größeren Motoren etwas überlegen. Auf der Rennstrecke...
... spiegelt sich dieses Bild wider. Der agile Mini nimmt dem Audi drei Zehntel ab. Der Corsa OPC folgt mit etwas Respektabstand auf dem dritten Rang - macht dabei aber nicht minder Spaß.
Ach, jetzt wäre ein Baukasten schön. Dann würde ich das Fahrwerk und die Lenkung des Mini mit dem Motor und dem Allradantrieb des Audi verrühren. Und was käme vom Opel? Die Sitze, klarer Fall – und das Preisschild.