Einen ausgewachsenen Kühlschrank kaufen, einladen und dann ab auf die Rennstrecke? Solange die Ladung gut gesichert ist, ...
Einen ausgewachsenen Kühlschrank kaufen, einladen und dann ab auf die Rennstrecke? Solange die Ladung gut gesichert ist, ...
... wäre das mit dem Audi RS6 Avant und dem Mercedes E63 AMG S T-Modell möglich. Wir haben dennoch den Kühlschrank weggelassen.
Welcher der beiden Rennlaster geht als Sieger aus dem Vergleichstest hervor?
Beide treten mit einem künstlich beatmeten V8 an.
Der RS6 schöpft aus vier Litern Hubraum 560 PS. Das Mercedes E63 AMG S T-Modell entlockt seinem 5,5-Liter-Biturbo-V8 585 PS.
Der Audi RS6 überträgt seine Power an alle vier Räder. Dafür verantwortlich: eine Achtgangautomatik.
Audi RS 6 Avant (2013): 4.0-Liter-V8-Biturbo mit 412 kW (560 PS); ab 2015 performance-Version mit 445 kW (605 PS)
2.029 Kilogramm bringt der Audi RS6 vollgetankt auf die Waage.
Sein Konkurrent wiegt 22 Kilogramm mehr.
Das Mercedes E63 AMG S T-Modell beschleunigt in 4,0 Sekunden auf 100 km/h.
Die Gangwechsel übernimmt eine Siebengangautomatik.
Drehfreudiger V8-Motor im Audi RS6. Das maximale Drehmoment liegt bei 700 Nm.
Mehr und weniger: Der V8 bietet viel Hubraum. Der Motor wirgt mit 800 Nm die Kurbelwelle aus.
Biss und Klang: Keramik-Bremsanlage, 21-Zoll-Räder ...
... und Sport-Endschalldämpfer kosten extra.
Die Räder des E63 AMG S T-Modells bescheiden sich mit 19 Zoll Durchmesser.
Die Auspuffanlage protzt mit vier Endrohren.
Das Interieur des RS6 zeigt sich moderner.
An den vielfach einstellbaren Vordersitzen stören einzig die starren Kopfstützen.
Der Grundpreis des RS6: stolze 107.900 Euro.
Gang- und Platzwahl: Die Achtstufenautomatik arbeitet hervorragend.
Im Zentraldisplay kann sich der Pilot spaßeshalber über diverse Betriebstemperaturen in Kenntnis setzen lassen. Nur kurz ärgert man sich darüber, dass sich Mercedes das nicht mehr ganz frische Navigationssystem auch noch teuer bezahlen lässt.
Der Fahrer des Mercedes lümmelt in den groß dimensionierten, vielfach einstellbaren, komfortablen Sitzen, die einen guten Seitenhalt bieten.
Sowohl der Mercedes als auch der Audi untersteuern spürbar.
Ecken und Kanten: Mercedes pflegt einen kantigeren Einrichtungsstil, das Getriebe ist zuweilen etwas faul.
Der Audi RS6 verlangt von seinem Fahrer einen speziellen Fahrstil. Erst mit gezielten Lastwechseln lässt sich das theoretisch höhrere Gripniveau der üppigeren Reifen auch in die Praxis umsetzen und führt zu einem überschaubaren Vorsprung.
Von Interesse: In das Mercedes-Heck passen bis zu 19.50 Liter, in das des Audi bis zu 1.680 Liter Kruscht und Krempel.
Nein, der Mercedes vermittelt keine sehnige Direktheit, keine spitze Agilität. Es ist sein ungekünsteltes, berechenbares Fahrverhalten mit der stets sauberen Rückmeldung, das begeistert.
In Hockenheim setzt der Audi RS6 in 1.14,4 Minuten knapp die Bestzeit (Mercedes: 1,14,7 Minuten).
Der RS6 ist das etwas schnellere, der E63 das harmonischere und ehrlichere Auto. Lenkung und Bremse arbeiten gefühlvoller, der V8 klingt immer nach mächtigem und hubraumstarkem Triebwerk.