Das ist die ideale Formel Junior. Vier Kleinwagen, die alle nach demselben Rezept kochen. Relativ wenig Gewicht, kompakte Abmessungen und ein quirliger Turbo unter der Haube.
Das ist die ideale Formel Junior. Vier Kleinwagen, die alle nach demselben Rezept kochen. Relativ wenig Gewicht, kompakte Abmessungen und ein quirliger Turbo unter der Haube.
Sportlich angehauchte Zwerge unterhalb der Topmodelle. Sie sind der Traum so manchen Fahranfängers: Mini Cooper, Ford Fiesta Sport, Audi A1 1.4 TFSI und der Opel Adam S.
Wie dünn die Luft zwischen den Turbo-Zwergen ist, zeigt sich im Verlauf des Vergleichs.
Der Audi A1 1.4 TFSI Sportback rollt mangels Verfügbarkeit als Einziger mit der Viertürer-Karosserie zum Vergleich. Einen fahrdynamischen Rückschlag erleidet er deshalb aber nicht wirklich.
Der Audi besitzt im Vergleich den nominell drehmomentstärksten Motor. Die 250 Nm liegen breitflächig an und kraftmeiern den A1 elastisch durch jeden Gang.
Geht es jedoch auf die Kurven zu, so schwächelt der Audi. Zum Großteil liegt das an seiner komfortorientierten Bereifung (Conti PremiumContact 2), die dem Ingolstädter in die Dynamiksuppe spuckt.
Herzstück: Audis 1.4 zieht deftiger als der gleich starke Opel. Der Dreizylinder-Mini spurtet locker mit, der Einliter-Fiesta fällt klar ab.
Der Fiesta Sport macht optisch am meisten Bambule. Man könnte meinen er versucht seinen 997 Kubik großen Dreizylinder mit Bicolor-Dress und Aston-Martin-Lookalike-Schnauze zu kompensieren.
Ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Jedoch braucht der 140 PS starke EcoBoost-Motor ein Weilchen, bis der Turbo die Backen aufpustet. Dann spurtet er ganz munter voran, allerdings nicht so ertragreich wie die Konkurrenz.
So muss es der Ford in Kurven rausreißen. Gezwungenermaßen, aber mit Vorliebe. Butter bei die Fische: Fahrwerk, Set-up, das haben sie einfach drauf bei Ford.
Drei Zylinder, ein knapper Liter Hubraum und 140 PS - Im Ford Fiesta S ist Downsizing Extrem angesagt.
Fahrspaß ist eigentlich der Kern des Mini. Vor 66 Jahren hat er ihn mitbegründet, dann wiedergeboren, und jetzt, in seiner dritten Reinkarnation, schläfert er ihn langsam ein. Der Mini ist nicht mehr ganz der Gaudibursche, der er mal war.
Dennoch ist er zur Modellpflege nicht nur erwachsener, sondern auch dynamischer geworden. Der aufgeladene 1,5 Liter Dreizylinder rackert verblüffend zünftig vorwärts und bringt trotz der geringsten Leistung sogar den Audi A1 1.4 TFSI ins Schwitzen.
Trotz größerer Dimensionen bereitet der Mini nach wie vor viel Freude auf Landstraßen. Treffsicher, ohne größere Sperenzchen am Heck und dank der grippigen Pirellis auch richtig fix.
Den 1,5 Liter-Dreizylinder kennt man natürlich auch von dem ein oder anderen BMW. Der Motor bietet ordentliche Fahrleistungen, klingt dabei gar nicht mal so verkehrt und ist angenehm leicht auf der Vorderachse.
Platz 6: OPEL ADAM. Das Modell kommt im November 2019 auf 6 Pkw-Neuzulassungen.
Opel Adam 1.4 (87 PS): automatisiertes 5-Gang-Getriebe, Aufpreis: 700 Euro.
Der Opel Adam S setzt zwar weder bei Handling, noch Antrieb absolute Bestmarken, jedoch knöpft er dem Mini in weiten Kurven Meter ab, in winkligen distanziert er den Audi und auf der Geraden zieht er dem Ford davon.
Mit seinem 150 PS starken 1,4er ist der Opel Adam S zusammen mit dem Audi der Krösus hier, kann aber bei den Fahrleistungen nicht mit dem Ingolstädter mithalten. Selbst der 14 PS schwächere und schwerere Mini nimmt dem Adam über 0,6 Sekunden beim Sprint auf 100 ab.
Reifenstrategie: Mit der diskreten Bereifung verschenkt der Audi etwas Potenzial.
Verchromtes Doppelendrohr und angedeuteter Diffusor am Heck des Audi.
Viel schwarz und klinisches-Ambiente-Licht im A1 – ausgesprochen schick, keine Frage, aber für einen Lifestyler wie ihn einen Tick zu nüchtern.
Die Sitze im Audi bieten ausreichend Seitenhalt.
Die klassischen Rundinstrumente im A1 werfen keinerlei Fragen auf.
Das Sechsgang-Getriebe im A1 verrichtet seinen Dienst unauffällig.
Die feinen Alu-Regler sind in dieser Klasse alles andere als selbstverständlich.
Die tiefschwarzen 17-Zöller auf den 205er Bridgestone Potenza passen zum restlichen Bi-Color-Auftritt des Fiesta Sport.
Mit dem ausladenden Heckspoiler zeigt der Ford auch optisch, dass er zur sportlichen Sorte gehören will.
Der Bi-Color-Look setzt sich auch im Interieur fort.
Die zweifarbigen Sportsitze im Ford könnten ruhig etwas stärker konturiert sein.
Verschachtelte Instrumente im Fiesta. Die Ablesbarkeit geht klar.
Als einziger hier im Test muss der Fiesta mit lediglich fünf Gängen auskommen.
Auch der Mini trägt untenrum schwarz. Die Pirelli-Pneus im Format 205/45/17 bieten ordentlichen Grip.
Das Dreizylinder-Genörgel des Mini klingt im Vergleich noch am reizvollsten – was schon ganz schön was heißen will.
Im Mini freust du dich schon beim Drinsitzen kringelig: ulkige Infotainment-Grafiken, zuckersüße Details und wunderbar sinnloser Firlefanz wie die Lichtorgel rund ums Mittendisplay, die der Motordrehzahl entsprechend im Kreis herumkaleidoskopiert.
Die optionalen Sportsitze im Mini Cooper werden ihrem Namen gerecht.
Bei der aktuellen Mini-Generation ist Schluss mit dem großen Analog-Tacho im Suppenschüssel-Format. Der intern F56 genannte Mini trägt ihn nun konventionell hinter dem Lenkrad.
Handarbeit: Die Mini-Schaltung klackt präziser in die Gänge als der schlaksige Audi-Knüppel. Fiesta und Adam hakeln bisweilen.
Der kleinste trägt die größten Schuhe. Die 18 Zöller sind in diesem Vergleich das Alleinstellungsmerkmal des Adam S. Mit den 225er Conti Sport Contact 5 grippt der Rüsselsheimer ordentlich.
Der neckische Dachspoiler erinnert an diverse OPC-Modelle.
Der fade Auspuff-Sound passt leider nicht zum sonstigen Auftritt des Adam S. Hier bitte einmal mehr Volumen, liebe Rüsselsheimer.
Im Nicht-so-ganz-Kleinwagen Adam wohnt es sich etwas beengter als bei den anderen. Anmutung und Look liegen fast auf Mini-Niveau.
Schein und Sein: Zielflaggenhimmel und vorzügliche Sportschalen versprechen etwas viel. Flink ist der Adam zwar, ein Entertainer aber leider nicht.
Zur sportlichen Optik des Opel-Interieur gehören natürlich auch entsprechende Instrumente.
Das Sechsgang-Getriebe zeigt sich manchmal leider von der hakeligen Sorte.
Die Rundenzeiten der vier Turbo-Zwerge liegen insgesamt auf einem sehr ähnlichen Niveau. So richtig Gaudi macht hier aber keiner der Kandidaten auf dem Hockenheimring.