VW K 70, Audi 100 und VW 411 LE liefen zeitgleich vom Band, doch sind sich gar nicht ähnlich.
VW K 70, Audi 100 und VW 411 LE liefen zeitgleich vom Band, doch sind sich gar nicht ähnlich.
Nicht nur im Profil ähnelt der Audi 100 dem Strichacht.
Die Serie 1,5 des Audi 100 hat eine kantigere Frontpartie.
Chef-Konstrukteur Ludwig Kraus schuf mit dem Audi 100 einen ehrgeizigen Herausforderer, der sogar BMW schlug.
Sachliches Frontdesign mit filigraner Chromleiste im Grill und Chrom-Stoßstange.
Innen gibt es Echtholz-Furnier mit Cordsamt-Sitzen.
Die Platzverhältnisse im Audi 100 sind großzügig.
4 Rundinstrumente mit Kontrolleuchten und Anzeigen für Geschwindigkeit, Zeit, Tank und Wassertemperatur.
Audi 100 LS: Der Mercedes mit Frontantrieb.
Die 85-PS-Variante des Querstrom-Vierzylinders hat einen simpleren Luftfilter.
... aber noch die pompösen Radzierblenden. Schmale Reifen (165 SR 14) auf noch schmaleren Felgen (4,5 J x 15).
Mittelklasse war in den Siebzigern ganz klar Stufenheck. Der Fastback 411 ebnet dem späteren Passat mutig den Weg. Doch wie der VW 1600 TL kam der 411 nicht an.
VW K 70: Klar gegliederte Front mit nur mäßiger Aerodynamik. Schlitze im Frontblech für die Bremsenkühlung.
Von Claus Luthe klar gestaltete Karosserie mit langem Radstand.
Die VW-Händler taten sich schwer, das NSU-Adoptivkind K 70 dem Eigengewächs 411 vorzuziehen.
Funktionelles Wohlfühl-Interieur in Grau. Großes Dreispeichen-Lenkrad.
Dem Audi nicht unähnliches Cockpit mit 4 Uhren.
Komfort für die Passagiere: Pompadour-Taschen an den Vordersitzen, klappbare Mittelarmlehne und Leselampe.
Moderner OHC-Vierzylinder mit attraktiver NSU-Ventildeckel-Optik.
Auch der K 70 trägt Stahlfelgen mit Chromkappen.
VW K 70 L: Ein Ro 80 mit problemlosem Motor.
Von dem Audi 100 wurden weit mehr Exemplare (827.747)gebaut, als von VW K 70 (211.150) und 411 LE (355.200) zusammen.
Markantes 411-Gesicht.
Im Profil stört nur der kurze Radstand.
Pininfarina lieferte den Urentwurf für den VW 411.
Hübsch dekorierter Innenraum. Die Radkästen ragen rein.
Er versuchte, aus dem Heckmotor-Konzept das Beste zu machen. Der VW 411 bleibt der Super-Käfer.
Holzleisten und Hartkunststoff dominieren den Innenraum.
VW 411 LE: Der kostspielig veredelte Boxer.
Chromleisten an den Radläufen.
Wie Sie sehen, sehen Sie nur Nebenaggregate. Der großvolumige Boxer verschwindet unter der D-Jetronic.
Fazit von Alf Cremers: Es fällt mir schwer, mich für einen der drei VW-Konzern-Mittelklässler zu entscheiden. Selbst besaß ich in den Achtzigern drei Audi 100 und zwei VW K 70. Einen VW 412 LS mit nur 30 000 km verpasste ich knapp. Keine Frage, der Audi ist der Schönste und Harmonischste. Er wirkt gediegen, sein Motor ist elastisch und hat einen prima Sound, die Lenkung und das Fahrwerk überzeugen. Der VW 411 LE leidet unter den missglückten Proportionen der Karosserie. 2,50 m sind zu wenig Radstand, die vorderen Radkästen ragen weit in den Innenraum. Aber seine Handlichkeit ist Spitze, Klang und Kraft des Boxers machen Spaß.
Am Ende eroberte der VW K 70 mein Herz. Er ist das fortschrittlichste Auto der drei, OHC-Vierzylinder in schöner Optik, Schräglenkerachse, sachliche Karosserie im Designer-Look mit viel Glas, dazu ein feines Fahrverhalten. Der K 70 ist es!