Ist er das wirklich? Ja, er ist es. Der neue Mini John Cooper Works hat nicht mehr viel mit seinem Vorgängermodell gemein.
Ist er das wirklich? Ja, er ist es. Der neue Mini John Cooper Works hat nicht mehr viel mit seinem Vorgängermodell gemein.
Das liegt vor allem an betriebswirtschaftlichen Gründen innerhalb des BMW Konzerns. Denn bald teilt sich der Mini seine Architektur mit künftigen BMW 1er-Modellen. Bedeutet Gleichteile und Plattformstrategien, um rentabler zu wirtschaften. Leider auf Kosten der Mini-Fans.
Entgegen dem Trend zum Downsizing setzen die Macher auf Upsizing: Statt des 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbos mit 211 PS findet man nun einen Zweiliter-Vierzylinder- Turbo mit 231 PS.
Geht gut, könnte aber besser gehen: Im Vergleich zu den im Supertest 4/2009 ermittelten Elastizitätswerten ist der Durchzug des aktuellen Triebwerks vor allem in den Gängen 5 und 6 schlechter geworden.
Stellt euch vor, ihr müsstet als Beifahrer Wladimir Klitschko mit einem Kampfgewicht von 112 Kilo einladen – der JCW wiegt 114 Kilo mehr als sein Supertest-Vorgänger!
Den neuen JCW gibt es ab 29.900 Euro, unser Testwagen hatte einen Wert von 41.560 Euro.
Obwohl dem neue JCW eine neue Brembo-Bremsanlage spendiert wurde, sind die durchweg schlechteren Ergebnisse in unserem Bremstest im Vergleich zum Vorgänger geradezu niederschmetternd.
Ein Hauch von Sportlichkeit soll der JCW Spoiler vermitteln, dieser Hauch reicht aber bei Weitem nicht aus um die Sportfahrer und Mini-Fans zu beeindrucken.
Der neue JCW klingt dank Sportabgasanlage noch garstiger als sein Vorgänger. Das Räuspern und Auspuffploppen wirkt aber etwas künstlich.
John Cooper Works (JCW) war ein britischer Hersteller von Tuningteilen und Zubehör und ist seit 2007 eine Marke der BMW Group für gleichnamige Mini-Modelle und Zubehörteile.
Von der sportlichen Fahrwerksabstimmung, die dem 2009er Modell innewohnte, ist nichts mehr übrig geblieben.
Laut Hersteller soll der neue JCW in 6,1 Sekunden die Tempo 100 Marke knacken und 246 km/h in der Spitze schaffen.
Mensch Mini, was ist aus sportlicher Sicht nur schief gelaufen? Ende 2011 beendet der Automobilhersteller, nach einer Dauer von acht Jahren, beispielsweise sein Markenpokal-Engagement mit der Clubsport-Rennserie "Mini Challenge".
Der JCW ist nicht mehr für die Touristenfahrer auf der Nordschleife, sondern nur noch für die bärtigen Hipster der Flaniermeilen.
Beim Vorgänger R56 klebte der Fahrer dicht hinter der Windschutzscheibe. Dieses Mini-Feeling ist beim aktuellen JCW verloren gegangen.
Positiv: Sportsitze mit gutem Seitenhalt und kerniger Sound.
Die Sitzposition rückte weiter nach hinten, und das Armaturenbrett wuchs. Der neue Innenraum erinnert eher an den VW New Beetle als an ein Neuauflage des MINI JCW.
Auf dem Armaturenbrett sitzt das mäßig ablesbare Head-up-Display.
Anders als der Vorgänger, der nur mit knackigem Sechsgang-Handschalter an den Start ging, erfolgt die Kraftübertragung nun optional mittels Sechsgangautomatik namens "Steptronic Sport Getriebe". Serienmäßig ist aber weiterhin ein manuelles Sechsganggetriebe im Angebot.
Wenigstens die typischen Mini-Bedienelemente bleiben den Fans erhalten.
Mit breiter Brust kommt er daher, der neue Mini. Leider ging die Neuauflage des 2009er JCW gehörig nach hinten los.
Das Leistungsgewicht wird vom Hersteller mit 5,6 kg/PS angegeben.
Durchschnittlich 10,2 Liter auf 100 km schluckte der JCW in unserem Test.
Es bleibt ein Rätsel, warum der Mini nur Reifen im 205er-Format tragen darf. 215er-Pneus hätten die Fahrdynamik genauso steigern können wie schärfere Negativsturzwerte. Insgesamt ist die Fahrwerksabstimmung aus sportlicher Sicht viel zu weich.
Von seiner Werksangabe bleibt der neue JCW ein gutes Stück entfernt. 6,5 Sekunden hält unser Messgerät fest. Sein Supertest-Vorgänger mit knackiger Sechsgang-Handschaltung war damals bei der Beschleunigung auf 100 km/h in 6,6 Sekunden kaum langsamer.
Seine gewonnene Hubraumstärke kann der neue JCW nicht nutzen. Im vierten Gang sind die Werte von 2009 und 2015 nahezu identisch. Im fünten und sechsten Gang erreicht der Neue deutlich schlechtere Elastizitäts-Ergebnisse als der Vorgänger.
Mit leichter Vorspur an beiden Achsen und moderaten Sturzwerten liegen die Messwerte im üblichen Rahmen. Im direkten Vergleich zum Vorgänger hat der Mini allerdings deutlich an Speck angesetzt: 114 Kilogramm Mehrgewicht und in der Achslastverteilung exakt ein Prozent mehr auf der Vorderachse.
Unser Testredakteur meint: Kaufen Sie sich einen Mini, aber bitte das Vorgängermodell R56 von 2009.
Die Nordschleife absolviert der neue Mini JCW genauso schnell wie sein Vorgänger vor sechs Jahren. Aus querdynamischer Sicht hat er vor allem mit dem gestiegenen Gewicht (plus 114 Kilo im Vergleich zum Vorgänger) und seiner viel zu weichen Fahrwerksabstimmung zu kämpfen.
Auf der nahezu topfebenen Piste von Hockenheim kann der Mini John Cooper Works seine Fahrwerksdefizite aus sportlicher Sicht etwas kaschieren. Mit einer Rundenzeit von 1.18,2 min ist er allerdings nur drei Zehntel schneller als sein Vorgänger.
Nach der Norm EWG 80/1269 leistet das Turbotriebwerk 245 PS bei 5.240/min, das sind 6 Prozent mehr, als vom Werk angegeben. Die Drehmomentkurve pendelt sich nach einer kurzen Überhöhung beim Gasanlegen bei rund 330 Nm ein (Werksangabe 320 Nm). Ab 5.200/min fällt die Kurve dann sanft ab.