Bei diesem Zusammentreffen fünf hochkarätiger Supersportwagen ging es um die besten Rundenzeiten auf der Nordschleife - allerdings nicht im Rahmen der sport auto-Supertests.
Bei diesem Zusammentreffen fünf hochkarätiger Supersportwagen ging es um die besten Rundenzeiten auf der Nordschleife - allerdings nicht im Rahmen der sport auto-Supertests.
Ein großzügiges Zeitfenster ermöglichte, dass alle Fahrzeuge aus Privatbesitz bestens für die Nordschleife präpariert wurden.
Im Cockpit der exklusiven Sportwagen nahm Rennfahrer Marc Basseng Platz.
Den Anfang in dieser illustren Runde macht der Maserati MC12.
632 PS aus einem Sechs-Liter-V12 versprechen Rennsport.
1.602 kg getankt und mit Fahrer klingen schon eher nach Kompaktwagenklasse.
Eine Rundenzeit von 7.24,29 min auf der Nordschleife klingen nach Platz eins.
Die schnellste Rundenzeit in diesem Aufeinandertreffen der Sportwagen-Titanen erstaunt umso mehr, dass der Maserati zugleich der schwerste Wagen im Feld ist.
Nach Bassengs Aussage fühlte sich der MC12 auch am ehesten nach einem Rennwagen an.
Die Verwandtschaft zu Michael Bartels Rennwagen aus der FIA GT ist nicht nur rein optischer Natur.
Der Motor hat keinen geringen Anteil am Erfolg, verglichen mit den übrigen Fahrzeugen ist er aber alles andere als übermotorisiert.
Die wichtigen Stellschrauben sind andere. Zum einen liegt der Wagen wie das sprichwörtliche Brett auf der Piste.
Querbeschleunigungswerte jenseits von 1,6g waren keine Seltenheit. Zum anderen wurde beim MC12 auf das elektronische Dämpfersystem des Ferrari Enzo verzichtet, welches beim Ferrari regelmäßig den Dienst quittierte.
Das Operationsgebiet im Maserati. Perfekt geschnittene Sportsitze im sportlichen Ambiente.
Damit geht die vorläufige Krone an den Maserati MC12.
Der zweite Kandidat kommt ebenfalls aus Italien.
Der Pagani Zonda F mit 7,3-Liter-V12 (650 PS) überzeugte neben der Rundenzeit auch mit Rennwagengebrüll.
Das AMG-Triebwerk - welches man fast als betagt bezeichnen müsste - liefert ein gigantisches Potential an Leistung.
Selbst die aktuell 650 PS sollen noch nicht die Spitze des Motors abzeichnen.
Aber auch der Rest des optisch höchst beeindruckenden Wagens aus der Feder des Argentiniers Horacio Pagani sorgt für Aufsehen.
Besonders vom Klang war Fahrer Basseng angetan: "Jeder Schaltvorgang klingt wie in einem Formel 1-Auto."
Mit einer Zeit von 7.24,44 min trennen den Zonda und den MC12 geradezu lächerliche 15 Hundertstel.
Bei einer Streckenlänge von 20,8 km ist das nicht mehr als ein kurzer Zucker am Gaspedal, ein Hauch von Feuchtigkeit in einer Kurve.
Der Zonda F, übrigens hier in der Clubsport-Variante, ist auch eine Hommage an den fünfmaligen Formel 1-Weltmeister Juan Manuel Fangio.
Mit der erreichten Zeit und der gebotenen Performance wird der Zonda seinem Namensgeber mehr als gerecht.
Karbon wohin das Auge reicht, angereichert mit feinsten Zutaten aus dem Automobilbau.
Wohlgemerkt, der Pagani Zonda F wurde so nie für den Renneinsatz konzipiert.
Vielmehr stand ein bedingungsloser Straßensportwagen im Lastenheft.
Wer jetzt an ein karges Interieur denkt, kennt Horacio Pagani nicht.
Er schafft es wie kein anderer, eine perfekte Synthese zwischen Form und Funktion herzustellen.
Der Innenraum hüllt den Fahrer gleich zweifach in eine perfekte Atmosphäre.
Für den sportlichen Einsatz am Limit ist der Fahrer ebenso bestens versorgt wie für eine genussvolle Fahrt ohne Hatz.
Ginge es allein nach Emotionen, der Zonda F würde wohl überlegen den ersten Platz einheimsen.
Aber auch Platz zwei ist aller Ehren wert.
Highspeed-Sieger am Ring: Mit 308,3 km/h rauschte der Ferrari Enzo (660 PS) als Schnellster über die Döttinger Höhe.
Kaum ein anderes Fahrzeug nährte in der Vergangenheit die Spekulationen über die Leistungsfähigkeit des Ferrari Enzo.
Die Topspeed auf der Döttinger Höhe, trotz nomineller Unterlegenheit gegenüber dem absoluten Leistungskönig, dem Koenigsegg CCX, zeugt von edelster Automobilkunst.
Die gefahrene Zeit von 7.25,21 min liegt keine acht Zehntel über dem Pagani.
Wohlgemerkt kämpfte der Sportwagen aus Maranello mit Problemen am elektronischen Dämpfersystem.
Keine volle Runde war Basseng vergönnt ohne dass es einen Zwischenfall mit der Elektronik gab.
Dem harten Ritt am Limit durch die Berg- und Talfahrt der Nordschleife über 20,8 km war das System einfach nicht gewachsen.
Umso mehr begeistert die gefahrene Zeit - und erneut werden Spekulationen genährt, was wäre wenn...
Die Keramikbremsen in Verbindung mit einem darauf abgestimmten ABS sorgten für ausgezeichnete Verzögerungswerte.
Negative Verzögerungsleistungen von bis zu -1,1 g sprechen eine deutlichen Sprache.
Auch weitere Topspeeds auf der Strecke zeugen von der Leistung des Enzo. Beispielsweise 159,7 km/h im Hatzenbachbogen.
Oder mit wahnwitzigen 256,8 km/h durchs Kesselchen.
Basseng gab zu Protokoll: "Vor dem Enzo hatte ich den größten Respekt..."
Somit bleibt dem Enzo Rang drei, eine bravouröse Leistung und die offene Frage, was wäre wenn gewesen.
Der Porsche Carrera GT (612 PS) war nur auf dem Papier unterlegen.
Der schnellste jemals gebaute Serien-Porsche musste nicht mit gigantischer Leistung protzen.
Die Tugenden des Zuffenhauseners liegen mehr in seinen querdynamischen Talenten.
Auch wenn man betonen muss, dass mit der gestoppten Zeit von 7.28,71 min doch ein gewisser Abstand zur Top 3 besteht.
Basseng beschreibt diesen Umstand ganz pragmatisch:" Neben dem Fahrverhalten auf der Rennstrecke stand im Lastenheft des Carrera GT eine hohe Alltagstauglichkeit."
Dies macht sich unter anderem auch im Regelbereich des ABS bemerkbar.
Dennoch sprechen Querbeschleunigungswerte von 1,62 g im Hatzenbachbogen oder 1,59 g am Flugplatz eine deutlich in Richtung Rennsport gehende Sprache.
Der Zehnzylinder mit 5,7 Liter Hubraum und 612 PS ist ein Sahnestück.
Nicht wenige trauern um die Produktionseinstellung des Über-Porsches.
Der letzte im Bunde stammt aus dem hohen Norden Europas.
Der zugleich mit Abstand stärkste Teilnehmer hört auf den Namen Koenigsegg CCX.
Die Leistungszahlen lesen sich geradezu aberwitzig.
An der Zahl bietet der Schwede mehr Kilowatt als der Rest des Feldes an Pferden.
Nominell ausgedrückt: 672 kw oder - zur Vergleichbarkeit - 914 PS.
Der von einem V8-Kompressor angetriebene CCX wollte den Titel mit seiner schieren Kraft aneignen.
Allerdings blieb die Uhr erst nach 7.33,55 min stehen.
Mit der reinen Fahrbarkeit haperte es etwas, außerdem war der kaum beschreibbare Leistungseinsatz des Triebwerkes nicht immer von Vorteil.
Beim Herausbeschleunigen aus einer Kurve sind schon bei 600 PS ein feinfühliger Popometer und ein sorgsamer Gasfuß gefragt.
Liegen dagegen über 900 PS an, fällt es ungleich schwerer hier die goldene Mitte zwischen zuwenig Druck aus der Kurve und einem ausbrechenden Heck zu finden.
Aber auch wenn die gestoppte Zeit nur den letzten Platz für den Koenigsegg bedeutet, liegt die Zeit noch immer auf absolutem Top-Niveau für straßenzugelassene Sportwagen.
Im übrigen ist eine Fortsetzung dieser Geschichte geplant. Der Besitzer dieser fünf Pretiosen besitzt noch weitere 45 Fahrzeuge.