Klassische Form und moderne Technik: Der Memminger-Käfer ist nix für Originalitätsfetischisten - alle anderen werden begeistert sein.
Klassische Form und moderne Technik: Der Memminger-Käfer ist nix für Originalitätsfetischisten - alle anderen werden begeistert sein.
Die Form blieb unverändert, lediglich die Kotflügel sind minimal weiter ausgestellt.
Der Memminger-Käfer in seinem Revier: Auf den Landstraßen macht der 1303 am meisten Spaß.
Warum sitzt das Kennzeichen seitlich? Damit der große Ölkühler optimal angeströmt werden kann.
Werfen wir einen Blick in den Innenraum: Mit feinem Leder bezogene Recaro-Sportsitze.
Ton-in-Ton und Tonanlage: Schwarzer Innenraum zu schwarzem Lack. Dazu ein aufbereitetes 15-Zoll-Motolita "LeCarra"-Sportlenkrad mit dickem Kranz. Im Fußraum erkennbar: Angepasste GFK-Module mit 16-er-Lautsprechern und Hochtönern.
Sitzt man auf dem Fahrersitz, fällt der Blick auf den zentralen Tacho mit integrierter Tankuhr. Die Skala des Geschwindigkeitsmessers reicht bis 200. Darunter sind 3 Uhren für Öldruck- und Temperatur sowie Drehzahl angeordnet.
Türverkleidungen mit Lederbezug. Memminger lässt die Türpappen mit Leder beziehen, welches mit einem extra angefertigten Werkzeug geprägt wird.
Vater und Sohn : Georg Memminger (rechts) und Schorsch Memminger vor einem kleinen Teil ihrer Käfer-Sammlung. Kunden können aus rund 200 Fahrzeugen auswählen - nach Wunsch-Baujahr und Karosserieform.
Klar: Stehende Pedale. Nicht so klar: Drive-by-Wire-Gaspedal.
Doch wie fährt sich der Memminger-Käfer? Zu Beginn muss man sich erst mal an die Sportkupplung gewöhnen, die einen selbstbewussten Tritt fordert.
Mit Drehzahl und gefühlvollem Einkuppeln geht es vorwärts. Zunächst verlangt die servolose Lenkung etwas Kraft, doch rollt der Käfer, lässt er sich leicht dirigieren.
Der Vorderwagen ist leicht, die Reifen im Format 185/65 R15 an der Vorderachse unterstützen das leichtfüßige Handling.
Hinten trägt der Memminger-Käfer 205/60 R 15 auf seinen 7-Zoll breiten ATS-Fünfstern-Leichtmetallfelgen.
Die Felgen lässt Georg Memminger nachfertigen - wie so ziemlich alle Komponenten, die bei seinem Käfer zum Einsatz kommen.
Im Grunde genommen ist ein Memminger-Käfer ein Neuwagen. Nur einige Komponenten werden von dem "Spender-Käfer" übernommen.
Für die Nachfertigung von Seitenteilen und Kotflügel hat Georg Memminger Presswerkzeuge anfertigen lassen.
Alleine die Werkzeuge kosteten rund 1,5 Millionen Euro. Die von Memminger nachgefertigten Blechteile sind deutlich stabiler als Originalteile und andere Nachfertigungen. Die Blechstärke wurde erhöht.
So sehen die Presswerkzeuge für Türhäute, Seitenteile und Kotflügel aus.
"Zum Teil werden Bleche in 0,8 mm gefertigt - wir nehmen bis zu 2,5 mm-Bleche", sagt Memminger.
Spachtel kommt übrigens bei Memminger nicht zum Einsatz: "Das wird alles verzinnt", betont der Käfer-Papst.
Moderne Technik: Memminger-Käfer werden nach Kundenwunsch aufgebaut. ABS und Servolenkung kann man auch ordern. Die Domstrebe sorgt für noch direkteres Fahrverhalten.
Kommen wir nun zum Herzstück, dem Antrieb des Memminger-Käfers.
Unter der Motorhaube sitzt in diesem fall ein 2,7-Liter-Boxer, der mit Kohlefaser-Anbauteilen wie Lüftergehäuse, Luftsammler etc. erleichtert wurde. DIe Leistung liegt bei 170 PS - mit scharfer Nockenwelle sind 210 PS möglich.
Der Boxer auf Typ4-Basis leistet 170 PS und drückt bis zu 280 Nm auf die Welle.
Eine Klimaanlage kann man auch bestellen, doch dieser Käfer hier hat nur die mechanische Version mit den ausstellbaren vorderen Dreiecksfenstern an Bord.
Innen (und außen) ist möglich , was gefällt: Memminger hat ein riesiges Arsenal an Leder-, Teppich- und Stoffmustern - auch Mahag-Instrumente sind möglich.
Alle VW-Originalfarben sind lieferbar - und Sonderwünsche werden auch erfüllt.
Die Fertigung der Ledertürverkleidungen ist schwierig: "Unter der Hitze beim Pressen, wird das Leder oft spröde und reißt ein - von 5 Versuchen geht oft nur einer gut."
Ist man in dem Memminger-Käfer unterwegs, vergisst man schnell, das es sich beim Typ um eine Vorkriegskonstruktion handelt.
Details wie die Trittbretter erinnern an die mehr als 75-jährige Historie des Käfers.
ATS-Fünfsternfelgen im perfekten Finish. Die Stoßstangen werden aus stabilem 2 mm-Blech gepresst.
Der Druck des Boxers im Heck ist phänomenal - bei 1.500/min liegen schon 220 Nm an.
Memminger hat auch das Getriebe verstärkt - und die Endübersetzung von 8,31 auf 9,31 verlängert. "Das ist eigentlich ein Fünfganggetriebe ohne ersten Gang", lacht er.
Sein leicht nuscheliges Grollen entlässt der 2,7-Liter-Boxer durch eine Sebring-Edelstahl-Auspuffanlage - Spezialanfertigung für Memminger.
Anbauteile werden aufgearbeitet, sofern die Substanz gut ist: "Wir schmeißen nichts weg, was man noch verwenden kann", erklärt Georg Memminger.
Elefantenfüße mit Memminger-Chromring.
Warten auf ihre Fertigstellung: VW-Käfer-Bodengruppen.
Eine Memminger-Tür besteht aus 28 Einzelteilen - alle Teile lässt der Käfer-Experte fertigen. Mit zahlreichen Verbesserungen wie Seitenaufprallschutz oder auch einem Türscharnier mit Teflonstift.
Alt und neu: Bei Memminger entstehen Neufahrzeuge - "die Substanz ist bei fast allen Käfern zu schlecht für einen sinnvollen Neuaufbau", meint Memminger.
Wer sich einen Memminger-Käfer kaufen möchte muss bei einem komplett nach Kundenwunsch aufgebauten Exemplar mit einem Preis ab rund 83.500 Euro rechnen.
"Alleine die Lackierung kostet rund 12.000 Euro. Wir verwenden keinen Spachtel - bei uns wird alles verzinnt und von Hand geschliffen", erklärt Georg Memminger.
Hier wir gerade das Häuschen eines seltenen Faltdach-Brezel-Käfers bearbeitet.