Barzahlung geht nur noch so
Ab dem 10.07.2027 gilt in der Europäischen Union eine einheitliche Bargeldobergrenze. Das betrifft auch Autokäufer und -Verkäufer.
Ab diesem Datum gilt die Obergrenze von 10.000 Euro, die mit der EU-Geldwäscheverordnung verbindlich eingeführt wird und auch in Deutschland gilt. Bisher gab es hierzulande keine feste Grenze.
Für Autofahrer ist die Änderung unmittelbar relevant. Die Preise für Neuwagen aber auch Gebrauchtwagen liegen oftmals über dieser Schwelle. Gerade im Gebrauchtwagenhandel ist Barzahlung bisher ein verbreiteter Zahlungsweg. Entsprechend können Käufe beim Händler nach der Verordnung künftig nicht mehr vollständig bar abgewickelt werden.
Händlerkauf und Privatkauf werden unterschiedlich behandelt
Entscheidend ist, ob ein Händler beteiligt ist. Sobald ein Fahrzeug gewerblich verkauft wird, greift die Obergrenze. Das betrifft klassische Autohäuser ebenso wie gewerbliche Anbieter auf Online-Plattformen.
Ein Fahrzeug für zum Beispiel 18.000 Euro kann damit künftig nicht mehr vollständig bar bezahlt werden. Bis zu 10.000 Euro sind weiterhin möglich, der restliche Betrag muss über andere Zahlungsarten wie Überweisung oder Finanzierung erfolgen.
Beim Kauf zwischen Privatpersonen bleibt die Situation unverändert. Hier gilt auch künftig keine feste Bargeldgrenze, solange keine der beteiligten Parteien gewerblich handelt.
Identitätsprüfung greift deutlich früher
Neben der Obergrenze ändern sich auch die Vorgaben für die Identifizierung. Käufer müssen sich künftig bereits ab 3.000 Euro ausweisen. Händler sind verpflichtet, diese Daten zu erfassen und zu speichern. Damit entfällt im gewerblichen Fahrzeughandel ein Teil der bisherigen Anonymität bei Barzahlungen. Größere Bargeschäfte ohne Dokumentation sind künftig nicht mehr möglich.
Die EU begründet die Maßnahmen mit der Bekämpfung von Geldwäsche und illegalen Finanzströmen. Große Bargeldtransaktionen sollen dadurch besser nachvollziehbar werden.
Auswirkungen auf den Fahrzeugmarkt
Für Käufer ergibt sich eine klare Trennung. Beim Händler ist Barzahlung künftig begrenzt, beim Privatkauf bleibt sie ohne feste Grenze möglich.
Das kann die Wahl des Kaufwegs beeinflussen. Käufer, die weiterhin vollständig bar zahlen möchten, könnten sich häufiger für private Angebote entscheiden. Gleichzeitig gewinnen Überweisungen und Finanzierungen im Händlergeschäft weiter an Bedeutung.
