Strom plus Verbrenner und 26.000 Euro Preisvorteil
Die mangelnde Elektro-Nachfrage zwingt auch Lotus zu neuen Antriebskonzepten. Lotus ergänzt das Eletre-Antriebsportfolio um einen PHEV. Der bietet bis über 950 PS Leistung und eine Reichweite von über 1.200 Kilometern.
Lotus-CEO Feng Qingfeng bestätigte bereits 2024, dass sich der Plan, ab 2028 nur noch Elektroautos anbieten zu wollen, nicht halten lässt. Die globale Nachfrage nach Elektroautos gebe das nicht her. Die Antriebszukunft, zumindest die nähere, sieht Qingfeng in sogenannten Super-Hybrid-Antrieben.
Eletre wird umgerüstet
Das erste Lotus-Modell mit einem solchen Super-Hybrid wird der 2022 vorgestellte und ursprünglich als reines Elektromodell konzipierte Luxus-SUV Eletre . Seine Premiere hat der Eletre PHEV der mit dem neuen Antrieb Eletre X heißt, Anfang 2026 in China gefeiert; in Europa startet das Hybridmodell voraussichtlich im vierten Quartal 2026.
Mit der PHEV-Technologie wolle man den Käufern von Luxusautos, die über alle Marken hinweg besonders zurückhaltend bei E-Antrieben agieren, eine größere Auswahl an Antriebsoptionen bieten. Zweiter Vorteil: Lotus kann so Strafzölle umgehen, die auf verschiedenen Märkten für Elektroautos aus China erhoben werden.
Leistung wie im Elektromodell
In Sachen Leistung müssen sich die Eletre X-Interessenten nicht auf Schonkost einstellen. Aufbauend auf einer 900‑Volt‑Architektur sind zwei Leistungsvarianten zu haben. Das Basismodell H550 bietet 405 kW (550 PS), 935 Nm Drehmoment und Allradantrieb. Für die Top-Variante H1000 verspricht Lotus bis zu 952 PS und 935 Nm Drehmoment und damit absolute Supersportwagen-Performance. Die Elektroversion des Eletre bietet maximal 675 kW (918 PS) und 985 Nm Drehmoment. Den Verbrenner-Part übernimmt ein zwei Liter großer Vierzylinder-Turbobenziner mit 204 PS aus dem Powertrain-Portfolio von Horse – einem Motoren-Joint-Venture zwischen Lotus-Mutter Geely und Renault –, der direkt die Räder antreiben kann und auch als Generatorantrieb die Batterie mit Strom versorgt. Im Fahrbetrieb schafft es der Verbrenner, die Batterie in 90 Minuten von 30 auf 80 Prozent zu laden.
In Kombination mit einer 70 kWh großen NMC-Batterie soll die rein elektrische Reichweite nach WLTP bei 350 Kilometern liegen. Die Gesamtreichweite des Hybrid wird mit über 1.200 Kilometern angegeben. Mit einer Ladeleistung von bis zu 436 kW soll der Akku in knapp 9 Minuten von 20 auf 80 Prozent nachgeladen werden können. Am 11-kW-Lader dauert die Vollladung 7,2 Stunden. Zudem verfügt der Eletre über eine V2L-Funktionalität, die Verbraucher mit bis zu 6 kW Leistung versorgt.
Extrem dynamisch zeigt sich der Eletre X auch bei den Fahrleistungen. Von null auf 100 km/h geht es in 3,3 Sekunden respektive in 4,9 Sekunden. Dabei hilft auch die Gewichtsersparnis von 120 Kilogramm gegenüber der Elektroversion. Der Hybrid ist dennoch immer noch 2,5 Tonnen schwer. Die Höchstgeschwindigkeiten werden mit 210 und 230 km/h angegeben.
Marktstart und Preise
In Kontinentaleuropa ist der neue Lotus Eletre X ab sofort bestellbar. Als Grundpreis ruft Lotus für den H550 96.990 Euro auf, der H1000 ist ab 119.900 Euro zu haben. Die reine Elektroversion des Eletre startet mit 612 PS ab 99.990 Euro, die in der Leistung zum H1000 vergleichbare 900er-Elektrovariante erst ab 145.990 Euro.
Neben dem Eletre sind bei Lotus noch zwei weitere SUV-Modelle mit Super-Hybrid-Antrieben geplant. Eines davon soll als Vision X ab 2027 unterhalb des Eletre antreten.
