Freelander kommt als eigene Marke und wird teuer
Technisch basiert der Freelander 8 auf einer neuen Plattform, die verschiedene Antriebskonzepte erlaubt.
Mit China-Partner Chery bringt Jaguar Land Rover den Freelander zurück. Als PHEV kommt er auch zu uns. Die erste Preis-Ansage ist heftig.
Der Land Rover Freelander kehrt zurück, allerdings in grundlegend neuer Form. Was einst ein kompakter SUV innerhalb des Land-Rover-Programms war, wird nun zur eigenständigen Marke für elektrifizierte Geländewagen. Kurz nach der ersten Studie "Concept 97" folgte auf der Messe Auto China in Peking die Präsentation des ersten Serienmodells. Wie wir es inzwischen aus China gewohnt sind, wird aus einem Modell- ein Markenname und die einzelnen Produkte schlicht durchnummeriert. Dementsprechend heißt der optische Nachfolger des Land-Rover-Kompakt-SUV künftig schlicht Freelander 8.
Optisch klar am Vorbild orientiert
Viele Merkmale der Anfang April 2026 vorgestellten Studie finden sich nahezu unverändert im Serienfahrzeug wieder. Dazu zählen die rechteckigen Leuchteinheiten, eine geschlossene Frontpartie ohne Kühlergrill und die markante hintere Seitenscheibe mit dreieckigem Zuschnitt sowie schräger D-Säule. Dieses Detail erinnert bewusst an den ersten Freelander der späten 1990er Jahre. Verantwortlich für das Design ist Phil Simmons, der bei Land Rover unter anderem am ursprünglichen Freelander, am Range Rover Velar sowie am Defender mitgewirkt hat.
Der neue Freelander 8 fällt deutlich größer aus als sein britischer Vorgänger. Mit 5.118 mm Länge erreicht er ein Gardemaß, mit dem Modelle wie der BMW X7 oder der Mercedes GLS unterwegs sind. In China geht der Freelander 8 mit drei Sitzreihen und jeweils Einzelsitzen in einer 2+2+2-Konfiguration an den Start. Für Europa ist das nicht geplant, zu uns kommt er als klassischer Fünfsitzer mit großem Kofferraum und Dreier-Sitzbank im Fond.
Video: Das war der alte Freelander
Hinter dem Neustart steht das Gemeinschaftsunternehmen Chery Jaguar Land Rover. Das seit Jahren bestehende Joint Venture produziert bislang Fahrzeuge von Jaguar Land Rover für den chinesischen Markt. Die Fahrzeuge entstehen in einem Werk in Changshu, China. In die Anlage wurden laut Konzernangaben mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar investiert. Sie ist auf eine Jahresproduktion von bis zu 200.000 Fahrzeugen ausgelegt und wird zusätzlich durch Investitionen in Elektromobilität und moderne, intelligente Fertigungstechnologien erweitert.
Für Europa als Plug-in-Hybrid
Technisch basiert der Freelander 8 auf einer neuen Plattform, die verschiedene Antriebskonzepte erlaubt. Vorgesehen sind batterieelektrische Varianten, Plug-in-Hybride sowie Range-Extender-Versionen, bei denen ein Verbrennungsmotor als Stromerzeuger arbeitet. Für den chinesischen Markt wird ein 800-Volt-System zum Einsatz im vollelektrischen Freelander 8 genannt. Die Batterietechnik stammt von CATL und soll Schnellladen mit bis zu 350 kW ermöglichen. Für den Europastart kündigt das Unternehmen den Marktstart als Plug-in-Hybrid mit rund 160 Kilometer elektrischer Reichweite an.
Auch bei der Elektronik setzt der Hersteller auf chinesische Technologiepartner. Fahrerassistenzsysteme kommen von Huawei. Genannt wird ein Dachsensor mit LiDAR-Technik, ergänzt durch Kameras und zentrale Rechenhardware von Qualcomm. Das System soll sowohl klassische Assistenzfunktionen als auch Geländeerkennung unterstützen. Zusätzlich ist von mehreren Fahrprogrammen, einer elektronisch geregelten Hinterachssperre und Zweikammer-Luftfederung die Rede.
Verkauf in 90 Ländern
Die neue Marke ist wie bereits erwähnt nicht nur für China vorgesehen. Zunächst richtet Freelander den Export auf den Nahen Osten aus, danach sollen Europa und Großbritannien erschlossen werden. Innerhalb von fünf Jahren strebt das Unternehmen eine Präsenz in über 90 Ländern an und plant, weltweit mehr als 1.100 Vertriebs- und Servicestandorte aufzubauen. Ein Verkauf über das Händlersystem von Jaguar Land Rover ist nicht geplant.
800-Volt-Technik und 818 PS
Die zum Marktstart in China präsentierte Variante des Freelander 8 verwendet eine 800-Volt-Plattform mit Range-Extender und eine 60,3 kWh große CATL-Batterie. Die 6C-Ladetechnik soll den Ladezustand innerhalb von zwölf Minuten von 20 auf 80 Prozent bringen. Als Verbrennungsmotor arbeitet ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit vier Zylindern als Stromerzeuger. In Verbindung mit zwei Elektromotoren stehen insgesamt 610 kW (818 PS) und maximal 813 Nm zur Verfügung. Damit beschleunigt der große SUV in 4,6 Sekunden von null auf 100 km/h. Die rein elektrische Reichweite wird nach dem chinesischen CLTC-Zyklus mit 310 Kilometern angegeben.
Marktstart und Preis
In China ist inzwischen der Vorverkauf gestartet, die Daten für den weltweiten Vertrieb des Freelander 8 stehen noch aus. Preislich positioniert JLR-Chery den Freelander 8 in China bemerkenswert selbstbewusst. Mit 339.900 Yuan startet der große SUV umgerechnet bei rund 43.400 Euro und liegt damit bereits in der Region von Modellen wie BMW X3 und Audi Q5L. Die höher positionierten Varianten reichen bis 429.900 Yuan, die limitierte First Edition kostet im Vorverkauf 449.900 Yuan, das sind umgerechnet rund 57.400 Euro. Damit bewegt sich der Freelander 8 preislich sogar auf dem Niveau von BMW 5er und BMW i5. Besonders interessant ist der Vergleich mit dem Audi Q6L e-tron: Der speziell für China konzipierte Elektro-SUV liegt mit Preisen von rund 280.000 bis 400.000 Yuan ebenfalls in einem ähnlichen Bereich. Das lässt bereits vermuten, dass der Freelander bei einem Europa-Start eher kein Schnäppchen wird.
