Posse um Bahnunterführung
Die neue Unterführung am Bahnhof Blankenfelde südlich von Berlin ist fertig gebaut, für Autos aber weiter gesperrt. Zwischen Tunnel und anschließender Straße liegen rund 50 Zentimeter Höhenunterschied. Und Schuld will keiner sein.
Die Unterführung entstand im Zuge des Ausbaus der Dresdner Bahn. Mehrere Querungen wurden bereits 2025 fertiggestellt. Ausgerechnet die wichtigste Verbindung im Ortskern kann bis heute nicht genutzt werden. Es fehlen nur etwa zehn Meter Straßenanschluss, um die Verbindung herzustellen.
Abstimmungsproblem zwischen Bahn und Gemeinde
Der Grund ist ein Planungsproblem bei den Bauarbeiten. Die Unterführung liegt tiefer als die Kreuzung, an die sie anschließen soll. Für den Tunnel ist die Bahntochter DB InfraGO zuständig, für die Straße die Gemeinde.
Bürgermeister Michael Schwuchow kritisierte im rbb, die Bahn habe wiederholt nicht genehmigungsfähige Pläne vorgelegt. Die Bahn wiederum erklärte, ein Vorschlag zur früheren Nutzung sei von der Gemeinde nicht angenommen worden.
Umbau kostet mehrere Millionen Euro
Eine nachträgliche Anpassung der Unterführung gilt als nicht praktikabel. Die Rampe würde zu steil werden. Deshalb bleibt nur der Umbau der Kreuzung. Die Gemeinde will nun die Straße absenken und neue Leitungen verlegen, die Kosten dafür liegen bei rund drei Millionen Euro. Ein Teil soll der Bahn in Rechnung gestellt werden. Mit einer fertigen Lösung wird frühestens bis Ende 2026 gerechnet.
Bis dahin bleibt die Unterführung für Autos gesperrt. Immerhin, Fußgänger und Radfahrer können sie bereits nutzen. Für die rund 29.000 Einwohner hat das spürbare Folgen. Wer die Bahntrasse mit den Auto queren will, muss ausweichen. Der Weg verlängert sich um knapp sieben Kilometer.
