John Surtees ist bis heute der einzige Mensch, der auf zwei und
vier Rädern Weltmeister wurde. Hat er Angst, dass der Rekord eines
Tages gebrochen wird? "Wenn es so wäre, war ich wenigstens der
erste."
Surtees war schon ein Star in der Motorsport-Szene, bevor er
1960 in der Formel 1 debütierte. Er holte insgesamt sieben
Motorrad-Titel. Vier in der 500er Klasse, drei bei den 350ern.
Rote Leidenschaft: Surtees fuhr auf zwei und vier Rädern für
italienische Teams. Von 1963 bis 1966 war er Ferrari-Werkspilot.
Seine Motorrad-Erfolge feierte er auf einer MV Agusta.
Mann und Maschine: Surtees trifft seinen Ferrari 158 von 1964
wieder. Das Auto gehört dem Amerikaner George Barber. Er hatte es
für zwei Monate an Surtees ausgeliehen.
Der erste eigene Formel 1: 1970 tauchte Surtees mit einer
Eigenkonstruktion im GP-Zirkus auf. Der TS7 debütierte beim GP
England. Das Foto zeigt ihn bei seinem zweiten Einsatz in
Hockenheim.
Der V8-Motor von Ferrari hatte 1.497 Kubikzentimeter Hubraum und
gab bei 11.000/min rund 210 PS ab. Anfangs gab es Probleme mit der
Einspritzung. Die wurden vor dem GP Deutschland gelöst.
Die Ansaugtrichter des 90 Grad-V8 waren verkleidet. Bei der
Hinterradaufhängung ging Ferrari den klassisachen Weg. Oben ein
Querlenker, unten ein A-Lenker, dazu zwei Schubstreben.
Die 210 PS des Achtzylinder-Motors wurden wahlweise über ein
Ferrari-Fünf- oder Sechsgang-Getriebe übertragen. Charakteristisch
sind auch die beiden langen Endrohre des Auspuffs.
Der Ferrari 158 basierte noch auf einem Rohrrahmen. Dabei hatte
Lotus schon zwei Jahre zuvor das Monocoque erfunden. Das Auto
brachte 468 Kilogramm auf die Waage.
Das Dreispeichen-Lenkrad des Ferrari 158 war noch so groß wie
eine XXXL-Pizza. Dahinter sind die vier Rundinstrumente am
Armaturenbrett erkennbar. In der Mitte der Drehzahlmesser.
Ikonen der Motorsportgeschichte. Der Ferrari 158 war beim Finale
1964 in Mexiko weißblau in den Farben des NART-Teams lackiert. Da
er Anfang 1965 erneut zum Einsatz kam, wurde wieder rote Farbe
aufgespritzt.
Vorhang auf: Zum Vorschein kommt der erste Surtees-Formel
1-Wagen mit der Typenbezeichnung TS7. Im Hintergrund steht der TS10
der Formel 2-Saison 1972.
Rennsport-Fotos bilden der Hintergrund des kleinen Museums. Zu
sehen sind Surtees in einem seiner Formel 1-Autos (links) und Mike
Hailwood, der von 1971 bis 1973 für Surtees fuhr.
Einträchtig stehen Motorräder und Rennautos beieinander. Der
Erfolg, der Surtees in der Formel 1 verwehrt blieb, kam in der
Formel 2. Hailwood wurde 1972 auf einem Surtees Europameister.