ID.3 Neo wird mit VW-Prämie zum Schnäppchen
Der ID.3 Neo basiert auf der weiterentwickelten Plattform MEB+. Zum Einsatz kommt ein neuer Elektromotor mit der Bezeichnung APP350, der den bisherigen Antrieb (APP310) ersetzt.
VW modernisiert den ID.3 grundlegend zum ID.3 Neo – das Ergebnis und der Preis können sich sehen lassen, allerdings erst auf den zweiten Blick!
Das Beste vorweg: Der neue VW ID.3 Neo wird vier einzelne Schalter für die Fensterheber bekommen. Vier Fenster, vier Schalter – eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Doch Volkswagen hatte sich in den letzten Jahren von so einigen dieser Standards verabschiedet. Für viele Kunden wurden so schon die ersten ID-Sitzproben zur Enttäuschung. Jetzt kehren die Wolfsburger zurück zu haptischen Lenkradtasten, echten Hebeln und Schaltern für die Klimabedienung und sogar zum Lautstärkeknopf. Doch der grundsätzlich überarbeitete ID.3 Neo hat noch viel mehr zu bieten als diese Oberflächlichkeiten.
Neues Design im alten Format
Mit dem ID.3 Neo orientiert sich Volkswagen näher an der aktuellen Designsprache. Im Mittelpunkt steht eine neu gestaltete Frontpartie, die der Linie "Pure Positive" folgt. Prägend ist eine horizontale Gliederung, die dem Fahrzeug eine breitere und ruhigere Erscheinung geben soll. Die LED-Scheinwerfer fallen schmaler aus und sind über ein Lichtband verbunden, das je nach Ausstattung auch ein beleuchtetes Markenlogo integriert. Der Stoßfänger ist klar strukturiert und wirkt aufgeräumter als bisher.
In der Seitenansicht zeigt sich eine veränderte Farbgestaltung. Dach, Dachkantenspoiler und Heckklappe sind nun in Wagenfarbe gehalten. Dadurch soll die Silhouette gestreckter wirken. Insgesamt rückt das Erscheinungsbild näher an klassische Kompaktmodelle wie den Golf heran.
Interieur: neue Gestaltung und bessere Materialanmutung
Im Innenraum geht die Überarbeitung sogar über eine klassische Modellpflege hinaus. Cockpit, Mittelkonsole und Türverkleidungen wurden komplett neu entwickelt. Die Materialauswahl soll nun endlich wieder echtes, solides VW-Gefühl vermitteln. Weichere Oberflächen und neue Stoffe für Sitze und Türen prägen das Bild. Ergänzt wird dies durch neue Armauflagen und überarbeitete Sitzbezüge.
Auch die Funktionalität wurde verändert. Die Mittelkonsole bietet zusätzliche Ablagemöglichkeiten und eine zweite Ebene. Insgesamt soll der ID.3 Neo nun einen Innenraum bieten, der sich stärker an den Anforderungen im Alltag orientiert.
Bedienung: klassische Elemente kehren zurück
Daher lag ein Schwerpunkt der Überarbeitung auch auf der Bedienung. Beim ID.3 Neo setzt Volkswagen wieder verstärkt auf physische Bedienelemente. Die Klimafunktionen sind in einer eigenen Tastenleiste untergebracht und lassen sich nun wieder direkt ansteuern. Für die Lautstärke steht ein Drehregler zur Verfügung. Damit entfällt die bisherige Steuerung über berührungssensitive Slider-Flächen.
Auch das Multifunktionslenkrad wurde neu gestaltet. Es verfügt über klar gegliederte, haptische Tastenfelder mit eindeutig zugeordneten Funktionen. Zusätzlich gehört One-Pedal-Driving nun zur Serienausstattung, sodass sich Verzögerung und Rekuperation über das Fahrpedal steuern lassen.
Digitale Features und neue Funktionen
Das Infotainment wurde mit dem System "Innovision" neu aufgebaut. Es umfasst ein größeres Display und eine angepasste Benutzeroberfläche. Ergänzt wird das System durch einen integrierten App-Store, über den sich zusätzliche Anwendungen installieren lassen. Die Online-Dienste hat VW erweitert. Sie sind nun für einen längeren Zeitraum serienmäßig verfügbar. Dazu gehören unter anderem Navigationsfunktionen, Remote-Zugriff und weitere digitale Dienste.
Bei den Assistenzsystemen kommt optional der "Connected Travel Assist" zum Einsatz. Das System nutzt Schwarmdaten und kann erstmals auch auf Ampeln reagieren, indem es das Fahrzeug bis zum Stillstand abbremst. Weitere Funktionen sind ein digitaler Fahrzeugschlüssel sowie Vehicle-to-Load, womit externe Geräte mit Energie versorgt werden können.
Antrieb: neue Generation auf MEB+-Basis
Der ID.3 Neo basiert auf der weiterentwickelten Plattform MEB+. Zum Einsatz kommt ein neuer Elektromotor mit der Bezeichnung APP350, der den bisherigen Antrieb (APP310) ersetzt. Wie der Name schon sagt, schafft die neue E-Maschine ein Drehmoment von 350 Newtonmeter. Der Motor arbeitet dazu effizienter und soll den Energieverbrauch spürbar senken. Gleichzeitig bleibt es beim Heckantriebskonzept. Die Leistungsstufen reichen von 125 kW/170 PS über 140 kW/190 PS bis zu 170 kW/231 PS.
Eine zusätzliche Variante mit höherer Leistung ist angekündigt, wird jedoch zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Der VW ID.3 GTI könnte Mitte des Jahres mit dem potenten APP550 und 340 PS starten.
Batterie, Laden und Reichweite: neue Kombinationen
Der ID.3 Neo wird mit drei Batteriegrößen (50, 58 und 79 kWh nutzbare Energiemenge) angeboten. Sie ermöglichen Reichweiten von bis zu 417, 494 beziehungsweise 630 Kilometern nach WLTP. Der kleine Akku arbeitet übrigens mit der Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP).
Die Ladeleistung liegt bei bis zu 105 kW für die kleineren Batterien und bis zu 183 kW für die größte Variante. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert je nach Version rund 26 bis 29 Minuten. Neben der Ladeleistung spielt auch die Effizienz des neuen Antriebs eine Rolle, da sie die nutzbare Reichweite im Alltag beeinflusst. VW will hier je nach Fahrprofil bis zu 35 Prozent herausgeholt haben.
Preise und Markteinführung: Start im Sommer
Der Vorverkauf des ID.3 Neo in den drei Ausstattungsvarianten Trend, Life und Style beginnt im April, die Markteinführung ist für Juli vorgesehen. Damit folgt die Einführung in engem zeitlichen Abstand. Beachtlich: Die Preisliste beginnt auf dem Niveau des Vorgängers bei 33.995 Euro – allerdings gewährt VW ja bei Neu- und Lagerfahrzeugen eine üppige ID-Kaufprämie von bis zu 5.000 Euro. Im Falle des ID.3 Neo sind es immerhin 4.000 Euro, was den Basispreis auf 29.995 Euro runterschraubt. Und so mancher kann obendrein vom staatlichen Zuschuss "Elektrobonus" profitieren. Und dafür bekommt man nun mit dem ID.3 Neo wirklich viel Auto. Die 58-kWh-Variante mit 190 PS startet ohne Bonus ab 39.195 Euro, die Top-Version mit 79-kWh-Akku und 231 PS ist ab 44.995 Euro zu haben.
