11.000 Euro, 90 km/h, Platz für vier Erwachsene
Dennoch bietet der Dacia Hipster ein Mindestmaß an Konnektivität und Zubehöroptionen.
Der Dacia Hipster soll 2027 in Serie gehen und rund 11.000 Euro kosten. Das "Elektro-Kei-Car" bietet Platz für vier Personen und viele ungewöhnliche Details.
Ein Jahr, nachdem Dacia mit dem Hipster-Konzept für einige Aufregung sorgte, steht der kleine Kasten offenbar unmittelbar vor der Serienfertigung. Nach Informationen des britischen Magazins Autocar soll der elektrische Kleinstwagen 2027 in China gebaut werden. Als Produktionsstandort ist das Werk im zentralchinesischen Shiyan vorgesehen, in dem bislang der Dacia Spring der ersten Generation gefertigt wurde. Die zweite Generation des Spring wird künftig in Slowenien gebaut, was entsprechend Kapazitäten in China freisetzt.
Das Werk in Shiyan gehört zum Gemeinschaftsunternehmen eGT New Energy Automotive, an dem Renault, Dongfeng und Nissan beteiligt sind. Die Produktion des bisherigen Spring endete dort im Juli 2026. Dacia-Vertriebschef Frank Marotte erklärte gegenüber Autocar, für das Werk werde gemeinsam mit den beiden anderen Anteilseignern ein Plan zur weiteren Nutzung erarbeitet. Renault wolle den Standort wegen seiner niedrigen Produktionskosten und der technischen Möglichkeiten erhalten. Nach Angaben aus dem Projektumfeld ist das chinesische Entwicklungsteam bereits an der technischen Ausarbeitung des Hipster beteiligt.
Spring-Technik wird wiederverwertet
Dabei geht es unter anderem um Elektromotor, Batterie und Fahrwerk. Komponenten des bisherigen Spring sollen soweit möglich übernommen werden, um Entwicklungs- und Produktionskosten niedrig zu halten. Genau diese Kosten sind ein wesentlicher Punkt des Projekts. Dacia prüft deshalb verschiedene Möglichkeiten, Gewicht einzusparen. Kunststoff-Karosserieteile, wie sie beispielsweise bei den Elektro-Zwergen von Stellantis wie dem Opel Rocks verwendet werden, kämen laut Dacia-Designchef David Durand wegen ihrer höheren Kosten gegenüber Stahl derzeit nicht ohne Weiteres infrage.
Der Hipster wurde 2025 zunächst als Konzept vorgestellt. Dacia positionierte die Studie als besonders kompaktes Elektrofahrzeug für den Stadtverkehr und ordnete sie der europäischen L7e-Klasse zu. Für diese Fahrzeugkategorie gelten unter anderem eine maximale Masse von 450 Kilogramm ohne Batterie, eine Motorleistung von höchstens 15 kW beziehungsweise 20 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Die im Projekt genannte Batterie soll eine Kapazität von etwa 15 kWh haben.
Nicht von Strafzöllen betroffen
Diese L7e-Einordnung bringt auch einen entscheidenden Vorteil: Der Hipster würde nicht unter die Strafzölle der EU für Elektroautos aus China fallen, die nur für "normale" Pkw der Fahrzeugklasse M1 gelten. Mit einer Länge von rund drei Metern, 1,55 Metern Breite und etwa 1,52 bis 1,53 Metern Höhe bleibt der Hipster entsprechend ausgesprochen kompakt. Dacia konzipierte die Studie als Viersitzer, alternativ lässt sich der Innenraum für zwei Personen und zusätzliches Gepäck umkonfigurieren.
Auch bei Ausstattung und Bedienung verfolgt Dacia ein reduziertes Konzept. Ein Smartphone kann über eine Docking-Station in das Fahrzeug integriert werden. Hinzu kommen standardisierte Befestigungspunkte, an denen beispielsweise zusätzliche Leuchten, Lautsprecher oder Getränkehalter montiert werden können. Trotz der Einstufung als L7e-Fahrzeug sind zumindest zwei Frontairbags vorgesehen.
Kastenform bleibt
Die Serienversion soll sich optisch weitgehend an der 2025 gezeigten Studie orientieren. Patentzeichnungen zeigen allerdings bereits einige Änderungen. Frontschürze, Kühlerbereich und Leuchtengrafik wurden überarbeitet. Die vorderen Seitenscheiben sind nun zweigeteilt, wobei der untere Bereich nach oben geklappt werden kann. Am Heck ersetzt eine seitlich angeschlagene Tür die bei der Studie zweiteilige Heckklappe.
Hinter dem Projekt steht eine wechselvolle Entwicklung. Ursprünglich war der Hipster als möglicher Nachfolger des Spring vorgesehen und sollte bereits Ende 2026 auf den Markt kommen. Nach der Entscheidung, die nächste Spring-Generation auf Basis des neuen Renault Twingo in Slowenien zu bauen, wurde das Konzept jedoch überarbeitet.
Serienversion kommt 2027
Offiziell hat Dacia den Produktionsstart bislang nicht bestätigt. Nach Informationen von Autocar soll die Entscheidung inzwischen aber weitgehend vorbereitet sein. Dacia-Designchef David Durand erklärte, das Projekt befinde sich in Entwicklung und benötige lediglich noch die endgültige Freigabe durch das Management. Die Serienversion soll 2027 vorgestellt werden.Für Großbritannien nennt Autocar einen Einstiegspreis von rund 9500 Pfund, was derzeit rund 11.000 Euro entspricht.
