"Großstadtrevier": Neue Fälle und ein Abschied zum 40. Geburtstag
Das Hamburger PK 14 meldet sich zurück zum Dienst. Ab Montag (5. Oktober) zeigt Das Erste wieder neue "Großstadtrevier"-Folgen - immer montags um 18:50 Uhr und anschließend in der ARD Mediathek. Den Auftakt machen vier bislang nicht ausgestrahlte Episoden aus Staffel 38, los geht es mit "Offene Rechnung". Danach schließt sich nahtlos die 39. Staffel an.
Die steht ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Am 16. Dezember 1986 lief die allererste Folge der Hamburger Kultserie "Großstadtrevier" im Ersten. Damit feiert der TV-Dauerbrenner in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen.
Mehr als 520 Einsätze später ist das Revier weit davon entfernt, Staub anzusetzen. Karsten Günther, Abteilungsleiter bei der ARD Degeto Film, hat dafür eine schlichte Erklärung parat: "Die Figuren haben gewechselt, doch die Geschichten sind nie ausgegangen."
Rassismus gegen den eigenen Beschützer
Wie nah die Serie auch nach vier Jahrzehnten an aktuellen gesellschaftlichen Konflikten bleibt, zeigt die Folge "Zwischen den Fronten" (19. Oktober). Lukas Petersen (Patrick Abozen) muss darin ein Vater-Sohn-Gespann unter Polizeischutz stellen, das von Fremdenfeindlichkeit getrieben ist. Die beiden lassen ihre rassistischen Ressentiments ausgerechnet an dem Mann aus, der sie beschützen soll.
Auch in der Jubiläumswoche stehen anspruchsvolle Fälle an. In "Die einfachste Lösung" ermitteln Petersen und Bente Hinrichs (Sinha Melina Gierke) in einem Fall, den der Sender als hochemotional ankündigt. "Gegen den Wind" führt das PK 14 dagegen zur Marine: Nach einer Entführung arbeiten die Hamburger Polizisten sogar mit dem Militärischen Abschirmdienst zusammen.
Bente wird angeschossen
Für einige Mitglieder des PK 14 werden die neuen Fälle auch persönlich. Daniel Schirmer (Sven Fricke) ist in "Zündstoff" unmittelbar betroffen, als an der Schule seiner Frau, der Lehrerin Caro Schirmer (Daniela Saal), ein Brandanschlag verübt wird. Am Ende steht das Paar vor der Frage, ob es gemeinsam einen Teenager auffangen kann, der mit vielen Problemen ringt.
Noch härter trifft es Petersen. Seine Partnerin Bente wird bei einer Verkehrskontrolle angeschossen, ausgerechnet in einem Moment, in dem er nicht an ihrer Seite ist. In "Der Prozess" könnte der Täter zur Rechenschaft gezogen werden, doch seine Komplizen schüchtern den wichtigsten Belastungszeugen massiv ein. Für Abozen genau die Art Geschichte, die ihn reizt. "Es geht immer darum, dass die Menschen sich damit identifizieren können, dass es sie bewegt", sagt er im Interview mit dem Sender. "Es muss um etwas gehen."
Tarkan räumt seinen Platz
Auch personell bringt der neue Ausstrahlungsblock Veränderungen mit sich. In Staffel 40 heißt es Abschied nehmen von Tarkan Yildiz (Özgür Karadeniz): Der Wachhabende verlässt das PK 14 und kehrt aus familiären Gründen in die Türkei zurück. Eine Erinnerung an ihn bleibt jedoch im Revier - der Kickertisch, den Tarkan einst zu seinem Dienstantritt mitgebracht hatte.
Neben dem Stammteam um Revierleiterin Frau Küppers (Saskia Fischer) sowie die Zivilermittler Harry Möller (Maria Ketikidou) und Nils Sanchez (Enrique Fiß) sind auch einige prominente Gaststars dabei. Marie Nasemann ist in der Folge "Bankrott" zu sehen, Bernhard Hoëcker spielt in "Toxische Ideale" einen Inhaftierten.
Spielfilm zum Jubiläum - und ein neues Verb
Zum Jubiläum wartet schließlich noch ein besonderes Highlight: Am 6. Januar 2027 zeigt Das Erste mit "Großstadtrevier - Knockout" den dritten Spielfilm der Reihe. Eine der Hauptrollen übernimmt Oliver Mommsen, der dafür erstmals mit dem "Großstadtrevier"-Team vor der Kamera stand. Von seinen neuen Kollegen zeigt sich der ehemalige "Tatort"-Star begeistert: Das Team sei "geprägt von einem beeindruckend großen Vertrauen und vor allem einer tollen Kommunikation untereinander".
Eine besondere Ehre wird im Film auch Frau Küppers zuteil: Ihr Nachname wird kurzerhand zum Verb. Was "küppern" bedeutet, erklärt Saskia Fischer im Interview mit dem Ersten so: Es stehe "für das höfliche, auch liebevolle, aber doch deutliche und strenge 'Wegkärchern' einer Situation".