"Die Höhle der Löwen": Carsten Maschmeyer nennt Gründer "Chaostruppe"
Lange gefackelt wird in der aktuellen Folge von "Die Höhle der Löwen" (montags, 20:15 Uhr, VOX oder RTL+) nicht. Gleich zum Auftakt treten zwei Start-ups in einem Battle gegeneinander an. Wer die Jury innerhalb von 90 Sekunden von seinem Produkt überzeugt, darf weiterpitchen und auf eine Investition hoffen.
Im Duell stehen sich zwei Smartphone-Gadgets gegenüber: "Pop Charms" sind personalisierbare 3D-Sticker fürs Handy, "Whiffy" setzt dagegen auf Düfte. Per Knopfdruck gibt das Gadget einen Duftstoß ab, der je nach Aroma entspannend oder konzentrationsfördernd wirken soll. Der Markt für Smartphone-Accessoires ist riesig - und die Löwen sind sich zunächst alles andere als einig, welches der beiden Produkte sie weitersehen wollen.
So präsentiert sich Carsten Maschmeyer bei Instagram
Am Ende erhält "Pop Charms" den Zuschlag. Gründerin Kerstin Raibold (31) darf weiterpitchen und bietet den Löwen 20 Prozent ihrer Firmenanteile für 70.000 Euro. Die Jungunternehmerin und ihre Idee kommen bei den Investoren gut an, doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich einige Knackpunkte. Kritik gibt es unter anderem am Preis pro Sticker, an der Fertigungsqualität und der Marketingstrategie. Zudem stammen die Motive aus einem Design-Katalog und sind nicht selbst entwickelt, auch einen ausreichenden Schutz vor Nachahmern vermissen die Löwen. Am Ende reicht es für keinen der Investoren zu einem Angebot.
Ein Stylingprodukt, das Haarausfall bekämpft?
Das österreichische Start-up "Don Quiff" hat dem Haarausfall den Kampf angesagt. Die drei Gründer Robert Tarquini (46), Klaus Laimer (38) und Max Kögl (52) haben Stylingprodukte für Männer entwickelt, die Koffein und Biotin enthalten und damit die Haarwurzeln aktivieren sollen. Ihre Idee dahinter: Während Shampoo bereits nach kurzer Zeit wieder ausgespült wird, bleibt ein Stylingprodukt über Stunden im Haar - und damit auch die enthaltenen Inhaltsstoffe.
"Ich habe auch Angst, meine Haare zu verlieren", gesteht Tech-Investor Frank Thelen (50) - und zeigt sich entsprechend interessiert. Auch bei den meisten anderen Löwen kommt "Don Quiff" gut an. Lediglich Carsten Maschmeyer (67) bleibt skeptisch: Weil bislang eine Studie zur Wirksamkeit der Produkte fehlt, steigt er aus.
Während die übrigen Investoren fleißig Notizen machen, scheint Beauty-Expertin Judith Williams (55) bereits auf einen Deal zu hoffen. Das erste Angebot kommt jedoch von Neu-Löwe Johannes Kliesch (32), den die Gründer als ihre "unternehmerische Inspiration" bezeichnen. Er bietet die gewünschten 120.000 Euro, verlangt dafür allerdings 40 statt der angebotenen 20 Prozent Firmenanteile.
Doch Kliesch bleibt nicht allein: Handelsprofi Ralf Dümmel (59) fordert für die gleiche Summe 25 Prozent. Judith Williams und Frank Thelen schließen sich derweil zusammen und bieten die 120.000 Euro für 30 Prozent. Am Ende entscheiden sich die Gründer für das Doppelangebot - und damit für die gemeinsame Unterstützung von Williams und Thelen.
Eine Tragetasche, die Babys beruhigen soll
Der nächste Pitch beginnt mit herzzerreißendem Babygeschrei. Kinderärztin Katharina Schroth (50) und ihr Ehemann Caspar (51), selbst Eltern von vier Kindern, haben die Erfahrung gemacht, dass sich Babys in Seitenlage schneller beruhigen. Daraus entstand die Idee für "Peanut", eine spezielle Babytragetasche, die Säuglinge in Seitenlage stabilisieren und ihnen durch die Begrenzung ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln soll.
Für den Schritt vom Prototyp zum marktreifen Produkt benötigt das Paar 100.000 Euro und bietet dafür 20 Prozent der Firmenanteile. Frank Thelen zeigt sich zwar von der fachlichen und persönlichen Erfahrung der Gründer überzeugt, sieht sich selbst aber nicht als passenden Investor. "Du bist als Kinderärztin sehr kompetent. Und ihr habt als Vierfach-Eltern Erfahrung. Das einzige Problem ist, dass es überhaupt nicht mein Thema ist", erklärt der Tech-Investor und steigt aus.
Ähnlich geht es Andreas Herb (55). "Ich bin froh, musste ich mich nie um all das kümmern", sagt er und verabschiedet sich ebenfalls aus dem Rennen. Ralf Dümmel ist der Markt zu klein, während Judith Williams noch Nachholbedarf bei der Vermarktung sieht: "Ihr müsst euch erst noch mehr mit Marketing befassen."
Damit bleibt Janna Ensthaler (42), die selbst drei kleine Kinder hat. Sie zeigt sich von Produkt und Gründern überzeugt und macht es kurz: "Ich möchte dabei sein." Das Paar nimmt an - und der Deal ist perfekt.
Wahrsagerin sieht Großes - aber keinen Deal
Das Start-up Heiontec überrascht die Löwen zunächst mit einer Wahrsagerin. Ihre Prophezeiung: "Menschen werden keine Batterien mehr brauchen. Sie schöpfen Energie aus Umgebungswärme." Genau daran arbeiten die vier Gründer: Mit ihrer Technologie wollen sie Energie aus der Umgebung nutzbar machen und so langfristig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren. Bereits 1,4 Millionen Euro haben sie in ihr Start-up investiert. Die erste Frage der Löwen liegt da auf der Hand: "Hat euch die Wahrsagerin auch gesagt, ob ihr einen Deal kriegt?"
Doch zunächst müssen die Gründer erklären, wie ihre komplexe Technologie überhaupt funktioniert - und das gelingt ihnen offenbar nur bedingt. Selbst Tech-Investor Frank Thelen hat Schwierigkeiten, den Ausführungen zu folgen. Auch bei den übrigen Löwen herrscht zunehmend Ratlosigkeit, zahlreiche Nachfragen bringen zunächst wenig Klarheit.
Als schließlich die Bewertung des Start-ups auf den Tisch kommt, platzt Thelen der Kragen: Für 250.000 Euro wollen die Gründer lediglich 2,5 Prozent ihrer Firmenanteile abgeben. "Haltet ihr uns für dumm?", fragt er fassungslos. Auch Carsten Maschmeyer kann die Forderung kaum glauben: "So wenige Prozente hat uns noch niemals ein Start-up geboten."
Für die Löwen ist die Sache damit klar: Einer nach dem anderen steigt aus. Maschmeyers Fazit fällt deutlich aus: "Viel zu viele Zukunftsvisionen." Und schließlich legt er noch nach: "Ihr seid eine Chaostruppe." Einen Deal gibt es nicht.
"Ich bringe euren Geist ins Gleichgewicht"
Beim letzten Pitch des Abends stellt Gründerin Jelena Meyer Vicente (33) ihr Akupressur-Kit "Zenny" zur Selbstanwendung vor. Dabei geht es um die traditionelle Stimulation bestimmter Punkte am Ohr. Das Kit enthält Ohr-Karten für Alltagsthemen wie Schlaf, Stress oder Ängste sowie kleine Patches aus selbstklebendem Silikon mit einem 24-karätig goldplattierten Metallgewicht. Mithilfe einer Pinzette werden sie auf die entsprechenden Punkte am Ohr geklebt. Dort können sie bis zu fünf Tage bleiben und durch sanftes Massieren immer wieder stimuliert werden.
"Ein wuchtiges Leistungsversprechen", stellt Carsten Maschmeyer beim Blick auf die Packungsbeilage fest. Die Gründerin widerspricht: "Ja - aber es ist kein Heilversprechen. Wir sprechen von 'kann' und nicht von 'wird'." Maschmeyer bleibt skeptisch und merkt an, dass ein kritischer Verbraucheranwalt das womöglich ähnlich sehen könnte. An den wirtschaftlichen Erfolg glaubt er nicht und steigt aus.
Auch Frank Thelen kann die Idee nicht überzeugen. "Dein Auftritt ist stark, aber ich glaube nur an die klassische Medizin", erklärt er und verabschiedet sich ebenso wie Janna Ensthaler aus dem Rennen. Damit bleibt nur noch Handelsprofi Ralf Dümmel - und der zeigt deutlich mehr Begeisterung: "Mich musst du nicht überzeugen. Ich will es unbedingt machen."
Mit den angebotenen zehn Prozent für 100.000 Euro ist Dümmel allerdings nicht einverstanden. "Geh an deine Grenze", fordert er die Gründerin auf. Meyer Vicente erhöht schließlich auf 20 Prozent. Dümmel wirkt zunächst wenig begeistert von dem Gegenangebot, lässt sich am Ende aber darauf ein und schlägt ein. Damit ist der letzte Deal des Abends perfekt.