Victoria: Vulkan gefährdet Teilnahme an Haralds Trauerfeier
Vulkanasche über der Sundastraße sorgt für royale Terminprobleme: Der Anak Krakatau spuckt seit Tagen glühende Partikel in den Himmel, was nun auch Kronprinzessin Victoria (49) zu spüren bekommt. Die schwedische Thronfolgerin, die seit dem 4. September im Auftrag des UN-Entwicklungsprogramms UNDP durch Indonesien reist, muss ihre Heimreise umplanen und Programmpunkte absagen.
Laut schwedischen Medienberichten soll so verhindert werden, dass Victoria wegen drohender Flugausfälle in Jakarta strandet und das Staatsbegräbnis für König Harald (1937-2026) am Mittwoch in Oslo verpasst.
Die Rückreise erfolge nun über den Umweg Bali, meldet unter anderem "Aftonbladet". Zur Trauerfeier in Norwegen hat sich die gesamte schwedische Königsfamilie angesagt: König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia, das Kronprinzenpaar sowie Prinz Carl Philip und Prinzessin Madeleine werden gemeinsam mit ihren Partnern nach Oslo reisen, um Harald V. die letzte Ehre zu erweisen.
Programmpunkte gestrichen
Die geänderte Reiseroute hat Konsequenzen für den Terminkalender. "Die in Jakarta geplanten Programmpunkte für die Kronprinzessin müssen leider abgesagt werden, was für alle Beteiligten unglaublich traurig ist", teilte Margareta Thorgren, Leiterin der Informationsabteilung des Hofes, der schwedischen Nachrichtenagentur TT mit. Auch das Treffen mit Präsident Prabowo Subianto, das den krönenden Abschluss der Reise bilden sollte, entfällt damit.
In der indonesischen Hauptstadt waren zudem ein Besuch im UNDP-Büro sowie Termine der schwedischen Botschaft zu Themen wie nachhaltige Meereswirtschaft, innovative Finanzierung und digitale Lösungen vorgesehen. Eigentlich hätte Victoria das Land am Dienstag verlassen sollen.
Reisestart am 4. September in Jakarta
Die Indonesien-Visite begann am 4. September in Jakarta, wo Entwicklungsminister Rachmat Pambudy die Kronprinzessin am Flughafen in Empfang nahm. Victoria wird von einer etwa zehnköpfigen Delegation begleitet, der auch Staatssekretärin Diana Janse angehört. Zum Auftakt standen das Nationaldenkmal Monas sowie ein vom UNDP gefördertes Genomforschungsprojekt auf dem Programm, wie das Königshaus mitteilte.
Im weiteren Verlauf empfing Großimam Nasaruddin Umar, der zugleich als Religionsminister fungiert, die schwedische Delegation in der Nationalmoschee Istiqlal. Über den "Tunnel der Freundschaft" gelangte die Gruppe anschließend zur Kathedrale von Jakarta. Am Abend folgte Victoria einer Einladung der UNDP-Repräsentantin Sara Ferrer Olivella zu einem Dinner mit indonesischen Frauen aus Führungspositionen.
Danach setzte Victoria ihre Reise nach Lombok fort, wo sie sich über den Wiederaufbau nach Naturkatastrophen informierte und mit Vertretern der indigenen Bevölkerung zusammentraf. Aufnahmen vom Sonntag zeigen die Kronprinzessin in einer Schildkrötenauffangstation auf Gili Meno - weit entfernt von der Aschewolke, die seit dem Wochenende den Flugbetrieb in großen Teilen Indonesiens lahmlegt.
Mehrere bedeutende Flughäfen mussten schließen, über 2.300 Flüge wurden gestrichen. Etwa 270.000 Reisende sollen von den Ausfällen betroffen sein. Allein in Jakarta fielen zuletzt nahezu die Hälfte aller Abflüge aus.