Prinz Harry verliert Prozess gegen "Daily Mail" - sein Statement
Nach einer Gerichtsniederlage zeigt sich der jüngere Sohn von König Charles III. (77) zutiefst bestürzt. Gemeinsam mit Mitklägerin Baroness Doreen Lawrence (73) verfasste Prinz Harry (41) ein Statement, in dem es heißt, sie seien vor Gericht gezogen, "um Gerechtigkeit und Rechenschaft zu suchen. Doch wir haben weder das eine noch das andere erhalten." Kurz zuvor hatte der Prinz, der sich aktuell in London befindet, bei einer Veranstaltung Fragen zur Entscheidung unbeantwortet gelassen.
In der englischsprachigen Erklärung, die sowohl dem britischen "Independent" als auch der BBC vorliegt, finden die beiden deutliche Worte. Es handle sich um eine regelrechte Vertuschung, die jedoch nicht völlig überraschend komme: "Der Aufwand, den das Gericht jedoch betrieben hat, um die 'Mail' zu entlasten, ist ebenso schockierend wie völlig ungerechtfertigt." Wenn das Gericht behaupte, es lägen keine ausreichenden Belege für ein Fehlverhalten vor, "obwohl die Dokumente das Gegenteil belegen, dann fragt man sich, wie der Gerechtigkeit überhaupt Genüge getan werden sollte", ist dem Statement zu entnehmen.
Nach Ansicht der beiden habe die Klägerseite hinreichende Beweise präsentiert, während sich Journalisten der "Daily Mail", die im Verfahren ausgesagt haben, auf schlichte Dementis beschränkt hätten. Das Gericht habe diesen "kritiklos Glauben geschenkt, selbst angesichts von Ungereimtheiten, Widersprüchen und offensichtlichen Unwahrheiten, die für neutrale Beobachter im Gerichtssaal beim Abgleich mit den Dokumenten klar ersichtlich waren".
Darüber hinaus wird angeführt, dass die Entscheidung des zuständigen Richters im Widerspruch zu Urteilen seiner Kollegen stehe, die in vergleichbaren Verfahren gegen News Group Newspapers und Mirror Group Newspapers völlig anders geurteilt hätten. Jene seien damals angeblich von demselben Mann vertreten worden, der nun dieses Urteil gefällt habe. Eine Stellungnahme zu diesem Vorwurf steht bislang aus. Die "Daily Mail" feierte auf ihrer Webseite derweil den juristischen Erfolg.
Vorwurf illegaler Recherchemethoden durch Journalisten
Prinz Harry und sechs weitere Kläger - darunter Pop-Legende Elton John (79), dessen Ehemann David Furnish (63) sowie die Schauspielerin Liz Hurley (61) - hatten dem Herausgeber der "Daily Mail", der "Mail on Sunday" und deren Onlineauftritt zur Last gelegt, mutmaßlich unrechtmäßige Methoden zur Beschaffung und Veröffentlichung privater Informationen eingesetzt zu haben. Angeblich seien Privatermittler beauftragt und Telefone abgehört worden. Die Beklagtenseite wies sämtliche Vorwürfe zurück.
Im Prozess sollte der Nachweis erbracht werden, dass in Artikeln enthaltene Informationen auf illegale Beschaffungswege zurückgingen. Nach einem mehrwöchigen Verfahren zwischen Januar und März 2026 wurde am 7. Juli das Urteil verkündet. Prinz Harry und die Mitkläger hätten es nicht vermocht, zweifelsfrei den Einsatz unrechtmäßiger Methoden nachzuweisen, weshalb sämtliche Ansprüche abgewiesen würden, so die Begründung.
Wie der britische "Guardian" berichtet, drohen dem Prinzen und den übrigen Klägern möglicherweise Prozesskosten von bis zu 50 Millionen Pfund. Nach aktuellem Wechselkurs entspräche dies mehr als 58,5 Millionen Euro. Associated Newspapers Limited beziffert die rechtlichen Kosten auf über 50 Millionen Pfund und kündigt an, offene Fragen "einschließlich der Erstattung der Kosten" klären zu wollen. Nähere Details hierzu liegen noch nicht vor.
Prinz Harry war zuvor bereits gegen andere Teile der britischen Boulevardpresse wegen mutmaßlich illegaler Recherchemethoden vor Gericht gezogen. Im Rechtsstreit gegen den Verlag Mirror Group Newspapers siegte er und legte später in einer Einigung verbliebene Klagepunkte bei. Mit dem Verlag der "The Sun", News Group Newspapers, hatte er sich 2025 auf einen Vergleich verständigt.